US-Jobmarkt boomt: WM-Vorbereitung treibt Beschäftigung im Gastgewerbe
Die USA schufen im Mai 172.000 neue Stellen – weit mehr als erwartet, angetrieben vom Gastgewerbe vor der Fußball-WM.

Die US-Wirtschaft hat im Mai 172.000 neue Arbeitsplätze geschaffen und damit die Erwartungen der Ökonomen deutlich übertroffen. Analysten hatten lediglich mit einem Zuwachs von 105.000 Stellen gerechnet. Laut dem Bureau of Labor Statistics (BLS) entstanden die meisten neuen Jobs in den Bereichen Freizeit und Gastgewerbe, Kommunalverwaltungen sowie im Gesundheitswesen.
Ein wesentlicher Treiber des Beschäftigungsbooms ist die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft, die gemeinsam von den USA, Mexiko und Kanada ausgerichtet wird. Pubs, Bars und Restaurants haben ihre Einstellungen im Vorfeld des Sommerturniers massiv ausgeweitet. Die Zahlen des BLS decken genau den Zeitraum ab, in dem die Vorbereitungen für das Großereignis auf Hochtouren liefen.
Gastgewerbe als stärkster Jobmotor
Unternehmen im Freizeit- und Gastgewerbe schufen im Mai insgesamt 70.000 neue Stellen. Das ist ein dramatischer Anstieg im Vergleich zum durchschnittlichen monatlichen Zuwachs von lediglich 14.000 im Vorjahr. Allein auf Gastronomiebetriebe entfielen davon 48.000 neue Arbeitsplätze, wie das BLS mitteilte.
Auch andere Sektoren trugen zum positiven Gesamtbild bei. Die Kommunalverwaltungen verzeichneten einen Anstieg um 55.000 Stellen, während im Gesundheitssektor 35.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Zusätzliche Zuwächse gab es laut BLS in der Sozialarbeit sowie im Bergbau, der Steinbruchindustrie und bei der Öl- und Gasförderung.
Die allgemeine Arbeitslosenquote verharrte im Mai bei 4,3 Prozent und blieb damit stabil. Dies unterstreicht die anhaltende Widerstandsfähigkeit des US-Arbeitsmarktes, der trotz erheblicher externer Belastungen weiter Fahrt aufnimmt. Als Belastungsfaktor nennt das BLS unter anderem die steigenden Kosten für Unternehmen infolge des US-israelischen Krieges mit dem Iran.
Revisionen nach oben: Arbeitsmarkt noch stärker als gedacht
Besonders bemerkenswert ist, dass die Beschäftigungszahlen für März und April nachträglich um insgesamt 93.000 Stellen nach oben korrigiert wurden. Dies zeigt, dass sich der US-Arbeitsmarkt in den vergangenen Monaten noch robuster entwickelt hat, als zunächst angenommen. Es ist bereits der zweite Monat in Folge, in dem die tatsächlichen Jobzahlen die Erwartungen der Ökonomen deutlich übertreffen.
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Zur AktienanalyseEinen Wermutstropfen liefert der Finanzsektor: Dort gingen im Mai 22.000 Stellen verloren. Insgesamt ist die Beschäftigung im Finanzdienstleistungsbereich seit dem Höchststand im vergangenen Mai bereits um 105.000 Stellen gesunken. Dieser Rückgang konnte jedoch durch die starken Zuwächse in anderen Branchen mehr als ausgeglichen werden.
Für deutsche Anleger und Beobachter sind die US-Arbeitsmarktdaten von besonderer Bedeutung, da sie als wichtiger Indikator für die Gesundheit der weltgrößten Volkswirtschaft gelten. Starke Beschäftigungszahlen beeinflussen die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve und damit auch die globalen Kapitalmärkte. Der anhaltende Jobaufbau in den USA dürfte die Debatte über mögliche Zinssenkungen weiter befeuern.


