US-Iran-Krise belastet globale Märkte: Öl, Gold und Aktien im Fokus
Widersprüchliche Signale aus den Friedensverhandlungen zwischen USA und Iran sorgen für Nervosität an den globalen Finanzmärkten.

Die globalen Finanzmärkte stehen unter dem Eindruck der eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Widersprüchliche Signale aus den laufenden Verhandlungen sorgen für erhebliche Unsicherheit: Während US-Präsident Donald Trump optimistisch von rasch voranschreitenden Gesprächen spricht, berichteten iranische Medien über einen Abbruch der Verhandlungen – als direkte Reaktion auf die israelische Militäroffensive im Libanon.
Die geopolitische Lage bleibt damit angespannt. Besonders die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den globalen Ölhandel, ist weiterhin weitgehend blockiert. Dies stützt die Rohölpreise auf erhöhtem Niveau und hält die Märkte in Atem.
Ölpreise auf erhöhtem Niveau
Nachdem die Rohölpreise am Montag infolge der Berichte über ein Scheitern der Gespräche um über 4 % gestiegen waren, gaben sie am Dienstag in Asien leicht nach. Brent-Rohöl notierte zuletzt bei rund 94,13 USD pro Barrel, WTI bei 91,19 USD. Analysten der HSBC warnen eindringlich: Eine anhaltende Blockade der Straße von Hormus könnte bei gleichzeitig sinkenden Lagerbeständen zu einer kritischen Verknappung und sprunghaften Preisanstiegen führen.
Für deutsche Verbraucher und Unternehmen ist diese Entwicklung besonders relevant, da Europa stark von Energieimporten abhängig ist. Steigende Energiepreise würden den ohnehin vorhandenen Inflationsdruck weiter verschärfen.
Devisenmärkte: Dollar stabil, Yen unter Druck
An den Devisenmärkten bewegt sich der US-Dollar in einer engen Handelsspanne. Der Dollar-Index behauptete sich bei rund 99,2 Punkten. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass ein länger andauernder Konflikt die Inflation anheizen und die US-Notenbank Federal Reserve zu einer restriktiveren Geldpolitik zwingen könnte – was den Dollar stützt.
In Japan steht der Yen weiterhin unter Druck. Mit einem Kurs von knapp unter 160 Yen pro Dollar nähert sich die japanische Währung einer kritischen Marke. Finanzministerin Satsuki Katayama betonte die Bereitschaft zu Marktinterventionen. Masafumi Yamamoto von Mizuho Securities sieht bei einem Durchbrechen dieser Marke ein erhöhtes Risiko für staatliche Eingriffe.
Aktienmärkte uneinheitlich
Das Bild an den Aktienmärkten ist gespalten. Die Wall Street wurde zuletzt von KI-getriebenen Technologiewerten wie Nvidia gestützt. Asiatische Indizes hingegen verzeichneten deutliche Rückgänge von ihren Rekordhochs: Sowohl der japanische Nikkei 225 als auch der südkoreanische KOSPI gaben spürbar nach.
In Südkorea verstärkten unerwartet hohe Inflationsdaten die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen durch die Zentralbank. Auch in Australien belasteten Warnungen von Ian Harper von der Reserve Bank vor hartnäckiger Inflation die dortigen Märkte.
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Zur AktienanalyseGold erholt sich, Prognose gesenkt
Am Goldmarkt sorgte die geopolitische Unsicherheit für eine Erholung. Der Spot-Preis stieg um knapp 1 % auf rund 4.524 USD pro Unze. Gold gilt in Krisenzeiten traditionell als sicherer Hafen und profitiert von der aktuellen Unsicherheit.
Dennoch senkte die OCBC Bank ihre Jahresprognose für Gold auf 5.100 USD – und begründete dies mit den anhaltend hohen Energiepreisen sowie der restriktiven Haltung der Fed.
Die Marktteilnehmer richten ihren Blick nun auf den US-Arbeitsmarktbericht für Mai, der am Freitag erwartet wird. Dieser gilt als entscheidender Indikator für die künftige Zinspolitik der Federal Reserve. Trotz einer teilweisen Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon bleibt die Marktstimmung fragil – eine dauerhafte diplomatische Lösung im US-Iran-Konflikt scheint weiterhin in weiter Ferne.


