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US-Iran-Konflikt eskaliert: Märkte weltweit unter Druck

Gegenseitige Angriffe zwischen den USA und dem Iran erschüttern die globalen Finanzmärkte – Öl springt, Aktien fallen.

US-Iran-Konflikt eskaliert: Märkte weltweit unter Druck

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich erneut verschärft und sorgen für deutliche Turbulenzen an den globalen Finanzmärkten. Asiatische Aktien brachen ein, der Ölpreis stieg sprunghaft an und der US-Dollar legte zu, nachdem sich beide Länder erneut gegenseitig angriffen und in ganz Kuwait Luftalarm ausgelöst wurde.

Die Islamische Revolutionsgarde des Irans teilte mit, sie habe einen US-Luftwaffenstützpunkt angegriffen. Gleichzeitig warnte sie, jeder weitere US-Angriff werde eine „entschlossenere Reaktion" auslösen. Die kuwaitische Armee bestätigte am Donnerstag, dass ihre Luftabwehr feindliche Raketen- und Drohnenbedrohungen abfange – ein deutliches Zeichen für die geografische Ausweitung des Konflikts.

Ölpreis und Märkte reagieren scharf

Der Preis für die Nordseesorte Brent verteuerte sich um 3,7 Prozent auf 97,79 US-Dollar je Barrel. Anhaltend hohe Ölpreise haben seit Beginn des Konflikts an den globalen Märkten deutliche Gewinner und Verlierer hervorgebracht. Ein Ende des Konflikts im Nahen Osten und eine Wiederaufnahme der Schifffahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus scheinen in weiter Ferne zu liegen.

Der breiteste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans sank um 1,8 Prozent. Besonders hart traf es den südkoreanischen KOSPI, der 2,7 Prozent im Minus notierte. Auch die US-Futures gaben nach: Die S&P 500 E-Mini-Futures lagen 0,3 Prozent tiefer, während die Nasdaq E-Mini-Futures um 0,7 Prozent nachgaben.

Im frühen europäischen Handel spiegelte sich die düstere Stimmung ebenfalls wider. Die regionalen Futures gaben um 1,1 Prozent nach, die deutschen DAX-Futures fielen um 0,9 Prozent und die FTSE-Futures notierten 1,0 Prozent tiefer. Für deutsche Anleger ist die Entwicklung des DAX damit ein unmittelbares Warnsignal.

USA verhängen neue Sanktionen gegen den Iran

Die Vereinigten Staaten verschärften den Druck auf Teheran zusätzlich durch neue Sanktionen. Wie aus der Website des US-Finanzministeriums hervorgeht, wurde die „Persian Gulf Strait Authority" – eine vom Iran eingerichtete Behörde zur Verwaltung von Durchfahrtsanfragen für die Straße von Hormus – auf die Liste der „Specially Designated Nationals" gesetzt. Diese Maßnahme unterstreicht die Absicht Washingtons, den Iran wirtschaftlich weiter zu isolieren.

Anleger suchten angesichts der Unsicherheit Zuflucht in sogenannten „Safe Haven"-Assets. Der US-Dollar-Index, der die Stärke des Greenbacks gegenüber einem Korb aus sechs Währungen misst, notierte 0,2 Prozent höher bei 99,506. Gleichzeitig stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen aufgrund wieder aufflammender Inflationssorgen um 5,1 Basispunkte auf 4,53 Prozent.

EZB-Chefökonom warnt vor dauerhaften Inflationsfolgen

Philip Lane, Chefökonom der Europäischen Zentralbank, unterstrich die wirtschaftliche Tragweite des Konflikts. Er erklärte am Donnerstag in Tokio, dass der durch den Nahost-Konflikt verursachte Energieschock wahrscheinlich dauerhafte Auswirkungen auf die Inflation haben werde – selbst wenn eine Lösung für den Krieg gefunden werde. Diese Einschätzung dürfte die Diskussion über die weitere Geldpolitik der EZB maßgeblich beeinflussen.

Für den weiteren Handelstag am Donnerstag stehen mehrere wichtige Ereignisse auf der Agenda. Auf der Unternehmensseite berichten unter anderem SSE PLC, CD Projekt SA, Costco, Royal Bank of Canada und Dell ihre Ergebnisse. Konjunkturseitig werden die französischen Erzeugerpreise für April veröffentlicht. Zudem finden Anleiheauktionen in Deutschland (15-jährige und 30-jährige Staatsanleihen) sowie in Großbritannien (4-jährige, 7-jährige und 13-jährige Staatsanleihen) statt.

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