US-Iran-Friedensabkommen bewegt Märkte: BOJ erhöht Zinsen, SpaceX steigt
Wall Street wartet auf Details zum US-Iran-Rahmenabkommen, während die Bank of Japan die Zinsen anhebt und SpaceX-Aktien zulegen.

Die US-Aktienfutures zeigten sich am Dienstag verhalten und pendelten nahe ihrer Schlussstände vom Vortag. Händler warteten gespannt auf weitere Details zu einem vorläufigen Friedensrahmenabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Bis 03:10 Uhr ET stieg der Dow-Futures-Kontrakt um 65 Punkte oder 0,1 %, die S&P 500 Futures blieben weitgehend unverändert, und die Nasdaq 100 Futures gaben um 36 Punkte oder 0,1 % nach.
Der Vortag hatte an der Wall Street deutlich freundlicher ausgesehen. Der Dow Jones Industrial Average gewann 469 Punkte oder 0,9 %, der S&P 500 stieg um 123 Punkte oder 1,7 %, und der technologielastige Nasdaq Composite sprang um 795 Punkte oder 3,1 % nach oben. Haupttreiber war die Ankündigung eines Abkommens zur Beendigung des mehr als drei Monate andauernden Krieges im Nahen Osten.
„Der Treiber für den Kursanstieg bei Aktien war das Iran-Abkommen, nicht so sehr, weil die Marktteilnehmer glauben, dass das Abkommen selbst eine starke Quelle für zusätzliches Aufwärtspotenzial sein wird, sondern vielmehr, weil durch den Wegfall dieses potenziellen Risikofaktors der Fokus der Aktien wieder auf den ermutigenden Gewinnkennzahlen liegen kann", erklärten Analysten von Vital Knowledge in einer Mitteilung.
Straße von Hormus: Trump verspricht vollständige Öffnung bis Freitag
Präsident Donald Trump erklärte, die Straße von Hormus solle bis Freitag vollständig wiedereröffnet werden. Die strategisch wichtige Meerenge, über die ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports abgewickelt wird, war seit Wochen faktisch geschlossen. Trump, der anlässlich eines G7-Treffens in Frankreich sprach, betonte, die Meerenge sei bereits „teilweise geöffnet". „Die Schiffe fahren jetzt allmählich aus, und am Freitag wird sie komplett geöffnet sein", sagte er.
Allerdings gibt es laut dem Wall Street Journal Unstimmigkeiten bezüglich dieses Zeitplans. Unter Berufung auf hochrangige US-Beamte berichtete die Zeitung, dass es möglicherweise zwei Wochen dauern könnte, bis der normale Schiffsbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Auch über den Zeitpunkt der Veröffentlichung des Abkommenstextes herrscht Uneinigkeit: Trump sprach von Freitag, andere Beamte nannten einen Zeitraum von zwei Tagen.
Die bislang bekannten Details des Rahmenabkommens sind noch spärlich. Berichten zufolge sieht die Absichtserklärung neben der Wiedereröffnung der Meerenge vor, einen laufenden Waffenstillstand um 60 Tage zu verlängern und eine amerikanische Blockade iranischer Häfen aufzuheben. Die formelle Unterzeichnung soll in der Schweiz stattfinden, wenn sich Vertreter aus Washington und Teheran treffen.
Federal Reserve und Bank of Japan im Fokus
Parallel zum geopolitischen Geschehen richtet sich die Aufmerksamkeit der Märkte auf die Notenbanken. Die Federal Reserve beginnt heute ihre jüngste zweitägige Zinssitzung. Es wird allgemein erwartet, dass die US-Zentralbank die Zinssätze am Mittwoch unverändert lässt. Dennoch beobachten die Notenbanker den zunehmenden Inflationsdruck genau, der vor allem auf den iran-bedingten Anstieg der Benzinpreise zurückzuführen ist.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Kommentar des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh nach der Zinsentscheidung am Mittwoch. Unterdessen hat die Bank of Japan (BOJ) eine Zinserhöhung beschlossen, was die Inflationssorgen auf globaler Ebene weiter anheizt. Die Ölpreise gaben im Zuge der Entspannungssignale aus dem Nahen Osten leicht nach, setzten ihren moderaten Rückgang jedoch fort.
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Zur AktienanalyseSpaceX setzt Kursrally nach Börsendebüt fort
Abseits der geopolitischen Entwicklungen sorgten die Aktien von SpaceX für Aufsehen. Die Papiere des Raketenunternehmens von Elon Musk schossen im nachbörslichen Handel sprunghaft in die Höhe und setzten damit den starken Aufwärtstrend nach ihrem historischen Börsendebüt in der vergangenen Woche fort. SpaceX gilt als Pionier wiederverwendbarer Raketentechnologie und hatte mit seinem Börsengang zuletzt für großes Aufsehen an den Märkten gesorgt.
Die Kombination aus geopolitischer Entspannung im Nahen Osten, Notenbanksignalen und dem Kursfeuerwerk bei SpaceX prägt damit das aktuelle Marktgeschehen. Anleger bleiben jedoch vorsichtig, solange die konkreten Details des US-Iran-Abkommens noch ausstehen.


