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US-Iran-Friedensabkommen beflügelt Aktienmärkte und drückt Ölpreise

Ein vorläufiges Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran sorgt für kräftige Kursgewinne an den Börsen und fallende Ölpreise.

US-Iran-Friedensabkommen beflügelt Aktienmärkte und drückt Ölpreise

Die Finanzmärkte reagierten am Montag mit deutlichen Kursgewinnen auf eine überraschende geopolitische Entwicklung: Die USA und der Iran haben am Sonntag ein vorläufiges Friedensabkommen angekündigt. Die Nachricht löste eine breite Rally an den Aktienmärkten aus und ließ die Ölpreise spürbar fallen.

Präsident Trump erklärte, dass die strategisch wichtige Straße von Hormus am Freitag wieder geöffnet werde – zum Zeitpunkt der erwarteten Unterzeichnung des Abkommens. Allerdings machten beide Seiten widersprüchliche Angaben zum genauen Inhalt der Vereinbarung, was Unsicherheit über die Tragfähigkeit des Deals hinterlässt.

Starke Gewinne an der Wall Street

Der technologielastige Nasdaq verzeichnete mit einem Plus von 3,07 Prozent den stärksten Anstieg unter den großen US-Indizes. Der breit gefasste S&P 500 legte um 1,65 Prozent zu, während der Dow Jones Industrial Average um 0,92 Prozent bzw. 469 Punkte stieg. Die Märkte interpretierten das Abkommen als deutliche Entspannung einer der gefährlichsten geopolitischen Spannungslinien der vergangenen Monate.

Die Brent-Rohöl-Futures gaben im Gegenzug deutlich nach und fielen um 4,76 Prozent auf 83,17 US-Dollar pro Barrel. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt – rund 20 Prozent des global gehandelten Öls passieren diese enge Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel. Eine mögliche Wiedereröffnung der Route beruhigte die Energiemärkte erheblich.

Zinssenkungserwartungen steigen

Die Entspannung an der Ölpreisfront wirkte sich auch auf die Inflationserwartungen aus. Händler schraubten ihre Prognosen für künftige Zinserhöhungen merklich zurück. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung in diesem Jahr wird nun mit 55 Prozent bewertet – in der Vorwoche lag dieser Wert noch bei 70 Prozent. Die Hoffnung auf günstigere Energiepreise dämpft die Inflationserwartungen und gibt der US-Notenbank Fed mehr Spielraum.

Abseits der geopolitischen Schlagzeilen sorgte auch eine Unternehmenstransaktion für Aufsehen: Fox gab bekannt, 25 Milliarden US-Dollar für die Übernahme des Streaming-Plattformanbieters Roku zu zahlen. Roku gilt als größter Anbieter von Streaming-Plattformen für vernetzte Fernseher. Der Deal soll das Streaming-Geschäft von Fox ausbauen, zu dem bereits der kostenlose, werbefinanzierte Dienst Tubi gehört. Die Fox-Aktie reagierte jedoch negativ auf die Nachricht und fiel um 17 Prozent – damit war sie der schwächste Wert im gesamten S&P 500.

Weitere Meldungen im Überblick

Auch das KI-Unternehmen Anthropic geriet in die Schlagzeilen: Ein Kunde reichte eine Bundesklage ein und behauptete, das Unternehmen habe Verbraucher über die Nutzungslimits seiner Premium-Abonnements getäuscht. Die Klage strebt den Status einer Sammelklage an. Anthropic ist der Entwickler des KI-Assistenten Claude und gilt als einer der bedeutendsten Wettbewerber von OpenAI.

Aus der Konsumgüterbranche kommen derweil gemischte Signale: Nach Jahren explosiven Wachstums verlangsamt sich der Absatz von Luxushandtaschen. Zwar sind Käufer weiterhin von teuren Taschen fasziniert, doch ihr Geschmack verändert sich in einer Weise, die sich negativ auf die Gewinne der großen Luxuskonzerne auswirken könnte.

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