US-Iran-Eskalation, Oracle-Kapitalplan und SpaceX-IPO im Fokus
Militärische Spannungen zwischen den USA und dem Iran, Oracles 20-Milliarden-Dollar-Finanzierungsplan und SpaceX-Börsengang bewegen die Märkte.

Die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich deutlich verschärft. Das US Central Command bestätigte, dass die USA auf Anweisung von Präsident Donald Trump mehrere Ziele im Iran angegriffen haben. Trump hatte Reportern zuvor angekündigt, Teheran „sehr hart" anzugreifen – eine Aussage, die den Aktienmarkt am Mittwoch stark belastete und dem Dow Jones Industrial Average den schlechtesten Handelstag des Jahres bescherte.
Iranische Staatsmedien berichteten daraufhin, dass der Iran Ziele in Kuwait und Bahrain angegriffen habe, die US-Streitkräften gehören. Trotz der offensichtlichen Eskalation tendierten die Ölpreise am Morgen schwächer. Marktbeobachter erklären dies damit, dass Anleger weiterhin Trumps Behauptungen Glauben schenken, ein Abkommen zur Beendigung des Krieges sei nahe – obwohl sich diese Aussagen bisher wiederholt als haltlos erwiesen haben. Trump erklärte zudem, die niedrigeren Ölpreise seien das Ergebnis davon, dass die USA heimlich mehr als 100 Millionen Barrel Öl durch die Straße von Hormus transportiert hätten.
Trotz der angespannten Lage notierten Aktien-Futures vor Handelsbeginn fester, angeführt von einer Erholung bei Chip-Aktien.
Inflation und Erzeugerpreise im Blick
Auf der Konjunkturseite stiegen die Verbraucherpreise im vergangenen Monat laut einem Regierungsindex mit der höchsten Jahresrate seit drei Jahren. Energie und Flugpreise verzeichneten dabei besonders starke Zuwächse im Jahresvergleich. Trump kommentierte die Daten überraschend mit den Worten „Ich liebe die Inflation" und fügte hinzu, sie würde „wie ein Stein fallen", sobald der Iran-Krieg beendet sei.
Laut CNBC könnten diese ungewöhnlichen Kommentare eine gute Nachricht für den neu ernannten Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh sein. Weitere Inflationsdaten wurden um 8:30 Uhr ET mit der Veröffentlichung des Erzeugerpreisindex für Mai erwartet, der die Großhandelsinflation abbildet. Von Dow Jones befragte Ökonomen rechneten damit, dass die Kernrate im Monatsvergleich um 0,7 Prozent steigen würde.
Oracle plant Milliarden-Kapitalerhöhung für KI-Ausbau
Oracle übertraf im vierten Geschäftsquartal die Erwartungen der Wall Street sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn und hob seine Gewinnprognose an. Dennoch brach die Aktie im nachbörslichen Handel um rund 8 Prozent ein. Grund: Das Softwareunternehmen gab bekannt, zusätzlich zu den bereits im Geschäftsjahr 2026 aufgenommenen zweistelligen Milliardenbeträgen weitere 20 Milliarden Dollar an Eigen- und Fremdkapital für den Ausbau seiner Künstlichen-Intelligenz-Infrastruktur aufnehmen zu müssen.
Die Finanzierungspläne verstärkten bei Anlegern die Sorge, ob die KI-Nachfrage ausreicht, um so viel neues Kapital zu rechtfertigen. Durch den Kursrückgang drohte die Oracle-Aktie, für das laufende Jahr ins Minus zu rutschen. Zum Börsenschluss am Mittwoch lagen die Papiere im Jahr 2026 noch rund 3 Prozent im Plus – und damit deutlich hinter dem S&P-500-Zuwachs von etwa 6 Prozent im gleichen Zeitraum.
SpaceX-IPO und Palantir-CEO im Fokus
Senatorin Elizabeth Warren forderte die US-Börsenaufsicht SEC auf, den geplanten Börsengang von SpaceX zu verschieben. In einem Brief an die Behörde äußerte die demokratische Senatorin aus Massachusetts Bedenken hinsichtlich der Bewertung und der Unternehmensführung. Konkret verwies sie auf möglicherweise „unzutreffende oder irreführende" Buchführungen im Zusammenhang mit der jüngsten Übernahme von xAI, einem weiteren von Elon Musk geführten Unternehmen. Warren kritisierte zudem, Musk verfüge als Mehrheitsaktionär über eine „einzigartig unkontrollierte" Macht. Händler von Perpetual Futures signalisierten unterdessen, dass die SpaceX-Aktie an ihrem ersten Handelstag eine zweistellige Aufwärtsbewegung erleben könnte. Der Optionshandel für SpaceX soll in der darauffolgenden Woche beginnen.
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Zur AktienanalysePalantir-CEO Alex Karp äußerte sich gegenüber CNBC kritisch gegenüber den führenden KI-Laboren. Er erklärte, Unternehmenskunden seien mit diesen „unzufrieden", da sie glaubten, die Labore verstünden ihre Geschäfte nicht und konzentrierten sich stattdessen auf sogenanntes „Tokenmaxxing" – ein Begriff, der das Durchlaufen von KI-Token beschreibt, um Produktivität vorzutäuschen. Karp behauptete zudem, dass die meisten öffentlichen Projekte des KI-Unternehmens Anthropic „auf Palantir laufen".
100.000-Dollar-Studium wird Realität
Sechzehn Colleges und Universitäten in den USA werden im nächsten Schuljahr einen Listenpreis von über 100.000 Dollar haben. Das geht aus exklusiv mit CNBC geteilten Daten von The Princeton Review hervor. Die Entwicklung verdeutlicht den anhaltenden Trend stark steigender Studienkosten in den Vereinigten Staaten und dürfte die Debatte über die Finanzierbarkeit von Hochschulbildung weiter anheizen.


