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US-Iran-Abkommen beflügelt Märkte: Öl fällt, Aktien steigen

Berichte über ein mögliches US-Iran-Memorandum zur Beendigung des Golfkonflikts sorgen für kräftige Kursgewinne weltweit.

US-Iran-Abkommen beflügelt Märkte: Öl fällt, Aktien steigen

Berichte über ein mögliches einseitiges Memorandum zwischen den USA und dem Iran haben die globalen Finanzmärkte am Mittwoch deutlich bewegt. Der Ölpreis gab stark nach, während Aktienindizes weltweit kräftig zulegten. Laut einem Bericht von Axios stehen beide Seiten kurz vor einer Einigung, die unter anderem die Deblockierung der Straße von Hormus vorsehen würde.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor angekündigt, seine Operation zur Wiederöffnung des Schiffsverkehrs im Golf – das sogenannte „Project Freedom" – zu pausieren. Den Berichten zufolge erwarten die USA innerhalb der nächsten 48 Stunden iranische Reaktionen zu den Kernpunkten des Abkommens. Der Brentölpreis fiel in der Folge zeitweise auf nur 100 US-Dollar pro Barrel.

Globale Aktienmärkte auf Rekordjagd

Der MSCI All-Country World Index erreichte am Mittwoch ein Allzeithoch. Europäische Aktien kletterten nach der Eröffnung auf ein Zwei-Wochen-Hoch, und auch die Wall-Street-Futures zeigten sich vor Handelsbeginn im Plus. Bereits am Dienstag hatten neu heraufgestufte Schätzungen für KI-Ausgaben die Wall Street und die globalen Börsen beflügelt – die Friedenshoffnungen kamen also zu einem ohnehin positiven Marktumfeld hinzu.

Besonders auffällig war die Entwicklung in Asien: Der südkoreanische KOSPI überschritt erstmals die Marke von 7.000 Punkten. Eine Rally bei Halbleiteraktien ließ Samsung Electronics um 12 Prozent nach oben schnellen, womit das Unternehmen dem sogenannten Billionen-Dollar-Club beitrat.

Auch an der Wall Street gab es bemerkenswerte Einzelwerte: Intel sprang um 13 Prozent nach oben, nachdem Berichte bekannt wurden, wonach das Unternehmen in Gesprächen mit Apple stehe, um die Hauptprozessoren für dessen Geräte zu fertigen. AMD legte im nachbörslichen Handel sogar um 16 Prozent zu, nachdem der Chiphersteller als jüngster in der Branche seine Nachfrageprognosen angehoben hatte.

Anleihemärkte unter Druck – Renditen auf Mehrjahreshochs

Während Aktien feierten, gerieten langlaufende Staatsanleihen erneut unter Druck. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen überstieg am Dienstag kurzzeitig die Marke von 5 Prozent – zum mindestens achten Mal in den letzten drei Jahren näherte sie sich diesem Niveau, bevor sie wieder zurückwich. Für Anleger stellt sich damit die Frage, was Renditen von über 5 Prozent bei langlaufenden Anleihen in einem unsicheren Marktumfeld bedeuten.

Auch britische Staatsanleihen, sogenannte Gilts, standen unter Druck. Die langfristigen britischen Kreditkosten erreichten den höchsten Stand seit 1998. Dies geschieht im Vorfeld der britischen Kommunalwahlen am Donnerstag, bei denen ein schlechtes Abschneiden der regierenden Labour-Partei von Premierminister Keir Starmer den politischen Druck auf ihn erhöhen könnte.

Am Devisenmarkt legte der japanische Yen am Mittwoch erneut zu – bereits zum mindestens vierten Mal innerhalb der vergangenen Woche. Die japanische Währung erreichte dabei einen Kurs von 155 Yen pro US-Dollar, bevor ein Teil der Gewinne wieder abgegeben wurde. Die Kombination aus geopolitischer Entspannung, starker KI-Nachfrage und Bewegungen an den Anleihemärkten sorgt damit für ein vielschichtiges Bild an den globalen Finanzmärkten.

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