US-Investor setzt auf deutsche Aktien trotz Krisen
John Goetz sieht langfristige Chancen in Auto- und Chemiewerten

Der US-Vermögensverwalter John Goetz, Chefstratege bei Pzena, sieht in schlechten Nachrichten eine besondere Gelegenheit für Investitionen. Obwohl sich zuletzt in Deutschland und global eine Fülle negativer Nachrichten aus Wirtschaft und Politik häuften, schätzt er deutsche Aktien weiterhin als vielversprechend ein. Sein Augenmerk liegt dabei insbesondere auf den Sektoren Automobil und Chemie, wobei Unternehmen wie Volkswagen und Mercedes zu seinen Favoriten zählen. Goetz betont, dass die derzeitige Unsicherheit und schlechte Nachrichten für ihn keine Hindernisse darstellen. Im Gegenteil, er verfolgt eine sogenannte Value-Investment-Strategie, die auf langfristig unterbewertete Aktien setzt.
Volkswagen steht dabei besonders im Fokus des US-Investors, obwohl der Konzern stark von den Schwankungen auf dem chinesischen Markt und den Herausforderungen im Bereich E-Mobilität betroffen ist. Goetz verweist darauf, dass VW gegen die chinesische Konkurrenz bei Elektroautos kaum Chancen habe und auch in Deutschland mit Überkapazitäten kämpfe. Trotzdem erwägt er, seinen Anteil an VW-Aktien zu vergrößern, da er überzeugt ist, dass diese schlechten Nachrichten bereits in den Aktienkursen eingepreist sind.
Neben Volkswagen ist Pzena auch in andere deutsche Autobauer investiert, darunter Mercedes und Daimler Truck. Conti, eine weitere Position, wurde in diesem Jahr ins Portfolio aufgenommen. Im Bereich Chemie hat Goetz bereits während der Pandemie Anteile an BASF erworben und ist ebenfalls bei Bayer engagiert. Bayer leidet zwar unter den Auswirkungen des Monsanto-Deals und der damit verbundenen Klagen, doch Goetz sieht darin langfristig eine Chance.
Goetz nimmt die aktuelle pessimistische Stimmung in der deutschen Wirtschaft als Beleg für günstige Investitionsmöglichkeiten. Die tiefen Bewertungen deutscher Aktien, wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis von VW unter vier, unterstreichen für ihn die Attraktivität des Marktes. Selbst wenn die Aktienkurse vorerst niedrig bleiben, rechnet er auf lange Sicht mit einer Erholung und einem Gewinn.
In anderen Ländern, insbesondere China, findet Goetz ebenfalls interessante Investitionsmöglichkeiten. So hat Pzena Anteile an Unternehmen wie Alibaba und Haier Smart Home. Der Taiwankonflikt und die damit verbundenen Unsicherheiten im chinesischen Markt machen für Goetz solche Aktien besonders attraktiv. Zugleich steht er Tech-Werten und den sogenannten „Glorreichen Sieben“ der US-Technologiewelt kritisch gegenüber. Google und Microsoft hatte Pzena einst im Portfolio, doch inzwischen hält Goetz diese Aktien für überbewertet und zu teuer.
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Zur AktienanalyseTrotz des Verzichts auf Big-Tech-Investitionen und der damit verpassten Kursgewinne vertraut Goetz weiterhin auf seinen Value-Ansatz, den auch seine Anleger unterstützen.


