US-Inflation steigt auf 4,2 Prozent und erhöht Druck auf Trump
Neue Inflationsdaten belasten die Trump-Regierung fünf Monate vor den Midterm-Wahlen politisch erheblich.

Die US-Inflation hat sich im vergangenen Monat deutlich beschleunigt und stellt die Trump-Regierung vor wachsende politische Probleme. Der jährliche Verbraucherpreisindex stieg um 4,2 Prozent – das schnellste Wachstumstempo seit drei Jahren. Die Daten wurden am Mittwoch veröffentlicht und kommen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Fünf Monate vor den Midterm-Wahlen kämpft das Weiße Haus bereits mit den wirtschaftlichen Folgen des laufenden Iran-Krieges.
Die Zahlen gelten als politisch hochbrisant – nicht nur für Trump selbst, sondern für alle Republikaner, die bei den Kongresswahlen auf dem Stimmzettel stehen. Die Lebenshaltungskosten sind eines der zentralen Themen, das Wähler direkt im Alltag spüren. Dennoch wischte Trump die Sorgen der Bevölkerung beiseite und rief im Oval Office aus: „Ich liebe die Inflation." Eine Aussage, die Demokraten im Wahlkampf mit Sicherheit nutzen werden.
Trump beharrte darauf, dass die Inflation nach dem Ende des Iran-Krieges „wie ein Stein fallen" würde. „Die Zahlen waren großartig", sagte der Präsident und zeigte sich unbeeindruckt von der Kritik. Analysten und politische Beobachter sehen das jedoch anders: Sollte die Inflation weiter so stark steigen wie zuletzt, dürfte der Druck auf das Weiße Haus zunehmen, im Iran-Konflikt einem Abkommen zuzustimmen – auch wenn dieses hinter den ursprünglichen Zielen zurückbleibt.
Fed-Chef Warsh vor schwieriger Premiere
Die steigenden Preise stellen auch eine direkte Herausforderung für Kevin Warsh dar, den neuen Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve. Trump hatte Warsh für die Leitung der Zentralbank ausgewählt. Bei seiner ersten geldpolitischen Sitzung in diesem Monat wird Warsh voraussichtlich den Leitzins unverändert lassen – und damit den Forderungen des Präsidenten nach niedrigeren Kreditkosten trotzen. Sollte die Inflation weiter anziehen, könnte Warsh sogar gezwungen sein, die Zinsen anzuheben.
Parallel zu den Inflationsdaten führten die USA eine neue Runde von Luftschlägen gegen den Iran durch. Trump verfolgt das Ziel, Teheran zur Unterzeichnung eines Abkommens zu zwingen, das einen verlängerten Waffenstillstand, die Öffnung der Straße von Hormus und die Aufnahme von Atomgesprächen umfassen soll. Das Weiße Haus betont, dass der Kriegsverlauf nicht von innenpolitischen wirtschaftlichen Erwägungen abhänge – doch die Inflationsdaten erhöhen den Handlungsdruck spürbar.
Weitere Personalentscheidungen sorgen für Schlagzeilen: Trumps Kandidat für die Leitung des Bureau of Labor Statistics distanzierte sich von den Behauptungen des Präsidenten, die Behörde habe Wirtschaftsdaten manipuliert. Zudem hat der Präsident angedeutet, das Handelsabkommen mit Kanada und Mexiko aus dem Jahr 2020 nicht zu verlängern.
Trump lobt Citigroup – und verwirrt die Wall Street
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Zur AktienanalyseFür Verwirrung an der Wall Street sorgte ein ungewöhnlicher Post Trumps auf Truth Social. Der Präsident gratulierte der Citigroup und ihrer Vorstandsvorsitzenden Jane Fraser dazu, im ersten Quartal den ersten Platz in der Transaktionsberatung belegt zu haben. „Wow! CITI wurde im ersten Quartal auf Platz 1 im M&A-Beratungsmarkt nach Wert eingestuft", schrieb Trump. „Herzlichen Glückwunsch an Jane F. und ALL ihre großartigen Leute. Großes Comeback für CITI!!!"
Die meisten der viel beachteten League Tables der Wall Street ordnen die Citigroup jedoch hinter Goldman Sachs, Morgan Stanley und JPMorgan Chase ein. Eine mögliche Erklärung: Fox-Business-Moderatorin Maria Bartiromo hatte Citi in ihrer Sendung am Mittwoch dafür gelobt, die M&A-Rangliste im Energiesektor anzuführen – ohne eine Quelle zu nennen. Trumps Post erschien rund 30 Minuten nach dem Ende von Bartiromos Sendung. Ein konkurrierender Banker kommentierte trocken: „Das ist eine Möglichkeit, es an die Spitze der League Tables zu schaffen. Man lässt es sich einfach von Trump erfinden."
Ebenfalls im Fokus der Märkte: Der bevorstehende Börsengang von SpaceX, der laut Beobachtern in Bezug auf Größe, Struktur und Strategie beispiellos ist. Er soll Milliarden US-Dollar privater Ersparnisse an die Ambitionen von Elon Musk binden und Millionen von Privatanlegern direkt betreffen.


