US-Immobilienmarkt: Steigende Hypothekenzinsen bremsen Kaufnachfrage
Schwebende Hausverkäufe sinken erstmals seit April, während Hypothekenzinsen auf 6,75 Prozent – den höchsten Stand seit Juli – klettern.

Der US-Immobilienmarkt zeigt erste Ermüdungserscheinungen: Die schwebenden Hausverkäufe fielen in der Woche bis zum 17. Mai im Vergleich zur Vorwoche um 1,1 Prozent, wie Daten des Immobilienunternehmens Redfin zeigen. Es ist der erste Rückgang seit Anfang April. Trotz dieses Rückschlags befinden sich die schwebenden Verkäufe weiterhin auf ihrem zweithöchsten Stand seit September 2022 – ein Zeichen dafür, dass der Markt trotz Gegenwind grundsätzlich aktiv bleibt.
Haupttreiber der schwächeren Nachfrage sind gestiegene Hypothekenzinsen. Der tägliche Durchschnitt der Hypothekenzinsen erreichte in dieser Woche 6,75 Prozent – der höchste Wert seit Juli. In diesem Umfeld gingen die Hypothekenanträge für Hauskäufe im Wochenvergleich um 4 Prozent zurück. Für deutsche Anleger und Beobachter des US-Immobilienmarkts verdeutlicht dies, wie sensibel die Kaufnachfrage auf Zinsbewegungen reagiert.
Gleichzeitig steigen die Preise weiter: Der mediane Angebotspreis erhöhte sich im Jahresvergleich um 1,4 Prozent. Auf der Angebotsseite gingen die Neuangebote im Wochenvergleich um 0,2 Prozent zurück – bereits die dritte Woche in Folge mit sinkenden Neuangeboten. Das knappe Angebot stützt die Preise trotz nachlassender Nachfrage.
Käufer mit stabilem Einkommen in der Verhandlungsposition
Redfin sieht in dem Zinsanstieg auch eine Chance für bestimmte Käufergruppen. Der sprunghafte Anstieg der Hypothekenzinsen könnte Hauskäufern mit stabilem Einkommen eine weitere Gelegenheit bieten, den Preis einer Immobilie nach unten zu verhandeln und Zugeständnisse von den Verkäufern zu erhalten. In einem Markt, in dem Verkäufer zunehmend kompromissbereit werden, verschiebt sich die Verhandlungsmacht schrittweise zugunsten der Käufer.
Unterdessen berichten sich die Stornierungen von Hauskaufverträgen auf einem rückläufigen Niveau. Etwas mehr als 47.000 US-Immobilienkaufverträge scheiterten im April – das entspricht 13,4 Prozent der in diesem Monat unter Vertrag genommenen Häuser. Im Vergleich zum Vormonat ist das ein leichter Rückgang.
Redfin erklärt diesen Trend damit, dass Käufer und Verkäufer nach mehreren Jahren der Volatilität ein klareres Bild der Bedingungen am Immobilienmarkt gewinnen. Mehr Verkäufer haben sich damit abgefunden, dass ein Käufermarkt herrscht, und sind zunehmend bereit, die Preise zu senken und Zugeständnisse zu machen, um Abschlüsse zu sichern. Die Käufer ihrerseits haben sich stärker an die hohen Wohnkosten gewöhnt und neigen weniger dazu, aufgrund eines Preisschocks vom Kauf zurückzutreten.
Freihandelsabkommen zwischen Großbritannien und dem Golf-Kooperationsrat
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Zur AktienanalyseAbseits des US-Immobilienmarkts rückt ein weiteres Thema in den Fokus der Finanzmärkte: Ein mögliches Freihandelsabkommen zwischen Großbritannien und den Ländern des Golf-Kooperationsrates – darunter Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Junaid Ansari von der in Kuwait ansässigen Kamco Invest bezeichnet das Abkommen als Win-Win-Situation für beide Seiten.
Das Abkommen könnte laut Ansari dazu beitragen, die Handels- und Geschäftsbeziehungen zu stärken und gleichzeitig Türen in den Bereichen Technologie, Biowissenschaften, Pharma, Logistik, Künstliche Intelligenz und Finanzdienstleistungen zu öffnen. Darüber hinaus könnte es den Volkswirtschaften am Golf helfen, den US-Zolldruck und die kriegsbedingten Störungen im Nahen Osten auszugleichen. Für internationale Investoren eröffnet ein solches Abkommen potenziell neue Wachstumsperspektiven in einer wirtschaftlich bedeutenden Region.


