US-Hypothekenzinsen erreichen Neunmonatshoch – Inflation treibt Renditen
Steigende Ölpreise durch den Iran-Krieg schüren Inflationssorgen und treiben die US-Hypothekenzinsen auf den höchsten Stand seit neun Monaten.

Der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige festverzinsliche Hypotheken in den USA ist in der Woche bis zum 22. Mai um 9 Basispunkte auf 6,65 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Stand seit August 2025, wie die Mortgage Bankers Association (MBA) am Mittwoch mitteilte. Als Haupttreiber gilt der Iran-Krieg, der die Ölpreise auf hohem Niveau hält und damit Inflationsängste befeuert.
Die steigenden Energiepreise schlagen sich direkt auf die Renditen der US-Staatsanleihen nieder, an denen sich Hypothekenzinsen maßgeblich orientieren. Zuletzt lagen die Hypothekenzinsen im August 2025 auf einem ähnlich hohen Niveau – kurz bevor die US-Notenbank Federal Reserve eine Serie von Zinssenkungen einleitete, um einer Schwächung des Arbeitsmarktes entgegenzuwirken.
Inflation zieht deutlich an – Fed erwägt Zinserhöhung
Während sich der US-Arbeitsmarkt seither stabilisiert hat und die Arbeitslosenquote unverändert bei 4,3 Prozent liegt, hat die Inflation spürbar angezogen. Die Verbraucherpreise stiegen im April um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr – ein deutlicher Sprung gegenüber den 2,9 Prozent, die noch im August verzeichnet wurden.
Besorgt darüber, dass der Preisanstieg nicht nur auf vorübergehend höhere Energiekosten zurückzuführen ist, sondern hartnäckiger sein könnte, erwägt eine wachsende Zahl von Fed-Vertretern nun sogar eine Zinserhöhung. Das steht in scharfem Kontrast zu den Erwartungen vieler Marktteilnehmer, die noch vor wenigen Monaten mit weiteren Zinssenkungen gerechnet hatten. Die Finanzmärkte preisen inzwischen die Möglichkeit einer Zinserhöhung durch die Fed bis zum Jahresende ein.
Die gestiegenen Hypothekenzinsen hinterlassen bereits deutliche Spuren am Immobilienmarkt. Die Hypothekenanträge fielen gegenüber der Vorwoche um 8,5 Prozent, wie die MBA berichtete. Dieser Rückgang ist vor allem auf einen deutlichen Einbruch bei den Refinanzierungsanträgen zurückzuführen – ein klares Zeichen dafür, dass viele Hausbesitzer bei diesen Zinsniveaus von einer Umschuldung absehen.
Neuer Fed-Chef Warsh – Trump erwartet sinkende Zinsen
Der jüngste Zinsanstieg fällt zeitlich mit dem Amtsantritt von Kevin Warsh als neuem Vorsitzenden der Federal Reserve zusammen. Warsh tritt die Nachfolge von Jerome Powell an, den Präsident Donald Trump wiederholt dafür kritisiert hatte, die Zinsen zu hoch zu halten. Nur wenige Stunden nach Warschs Vereidigung in einer Zeremonie im Weißen Haus erklärte Trump öffentlich, er erwarte sinkende Zinsen.
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Zur AktienanalyseDie Märkte sehen das jedoch anders: Statt sinkender Zinsen wird nun eine mögliche Zinserhöhung eingepreist. Für deutsche Anleger und Beobachter ist dabei wichtig zu verstehen, dass US-Hypothekenzinsen zwar lose an den kurzfristigen Leitzins der Fed gekoppelt sind, sich aber wesentlich enger an der Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen orientieren.
Einen leichten Hoffnungsschimmer gab es zuletzt an den Anleihemärkten: Die Renditen von US-Staatsanleihen sind in dieser Woche gesunken, nachdem Hoffnungen auf eine Einigung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus aufgekeimt sind. Eine solche Einigung könnte die Ölpreise dämpfen und damit den Inflationsdruck mildern – was wiederum den Weg für niedrigere Hypothekenzinsen ebnen würde.


