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US-Hypothekenkredite: Verfügbarkeit erreicht höchsten Stand seit 2022

Der amerikanische Hypothekenmarkt lockert sich spürbar – der Kreditverfügbarkeitsindex klettert auf den höchsten Stand seit vier Jahren.

US-Hypothekenkredite: Verfügbarkeit erreicht höchsten Stand seit 2022

Die Verfügbarkeit von Hypothekarkrediten in den USA ist im Juli auf den höchsten Stand seit vier Jahren gestiegen. Das geht aus aktuellen Daten der Mortgage Bankers Association (MBA) hervor. Der sogenannte Mortgage Credit Availability Index (MCAI) legte um 2,5 Prozent auf 108,4 zu.

Der MCAI misst die Kreditvergabestandards im amerikanischen Hypothekenmarkt. Steigt der Index, deuten lockerere Kreditbedingungen auf eine einfachere Kreditvergabe hin. Rückgänge hingegen signalisieren eine Verschärfung der Standards. Der Referenzwert des Index wurde im März 2012 auf 100 festgelegt.

Konventionelle und staatliche Kredite legen zu

Innerhalb des Gesamtindex entwickelten sich die einzelnen Segmente unterschiedlich stark. Der konventionelle MCAI stieg um 3,0 Prozent, während der staatliche MCAI um 1,8 Prozent zulegte. Innerhalb der konventionellen Kategorie war der Jumbo-MCAI mit einem Plus von 4,2 Prozent der stärkste Treiber. Der Conforming-MCAI hingegen gab leicht um 0,2 Prozent nach.

Joel Kan, Vizepräsident und stellvertretender Chefökonom der Mortgage Bankers Association, erklärte die Hintergründe des Anstiegs: „Die Kreditverfügbarkeit stieg im Juni auf den höchsten Stand seit Juli 2022, da eine größere Verfügbarkeit und erweiterte Richtlinien für variabel verzinsliche Hypotheken (ARM) und vereinfachte Refinanzierungskredite – darunter einige mit geringeren Dokumentationsanforderungen – den Großteil des Anstiegs vorantrieben."

Jumbo-Kredite auf höchstem Stand seit 2020

Besonders auffällig ist die Entwicklung im Jumbo-Segment. Der Jumbo-Kreditindex ist laut MBA in fast jedem Monat dieses Jahres gewachsen und hat inzwischen seinen höchsten Stand seit dem Jahr 2020 erreicht. Jumbo-Kredite sind Hypothekendarlehen, die bestimmte Kreditobergrenzen überschreiten und daher nicht von staatlich geförderten Institutionen angekauft werden können.

Laut Kan machen sogenannte Non-QM-Kreditprogramme weiterhin einen erheblichen Teil des Wachstums aus. Non-QM steht für „Non-Qualified Mortgage" – also Hypothekendarlehen, die nicht den standardisierten Anforderungen der US-Regulierungsbehörden entsprechen und häufig flexiblere Vergabekriterien aufweisen, etwa geringere Dokumentationsanforderungen.

Für deutsche Anleger und Beobachter des US-Immobilienmarktes ist diese Entwicklung ein wichtiges Signal. Lockerere Kreditstandards können die Nachfrage nach Immobilien ankurbeln und sich positiv auf den Wohnungsmarkt auswirken. Gleichzeitig beobachten Marktexperten solche Entwicklungen genau, da zu lockere Kreditvergabe in der Vergangenheit – wie etwa in der Finanzkrise 2008 – zu erheblichen Risiken geführt hat.

Die Mortgage Bankers Association hat den Index unter Verwendung von Daten von ICE Mortgage Technology erstellt. Die MBA ist eine der führenden Branchenorganisationen der US-amerikanischen Immobilienfinanzierungsbranche und gilt als wichtige Datenquelle für den amerikanischen Hypothekenmarkt.

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