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US-Hausverkäufe im Juni schwach – Preise auf Rekordhoch

Hohe Hypothekenzinsen und ein knappes Angebot bremsen den US-Immobilienmarkt – der Medianpreis klettert auf ein Allzeithoch.

US-Hausverkäufe im Juni schwach – Preise auf Rekordhoch

Der amerikanische Immobilienmarkt sendet im Juni gemischte Signale: Die Verkäufe von Bestandsimmobilien sind gegenüber dem Vormonat deutlich zurückgegangen, während die Preise gleichzeitig ein neues Allzeithoch erreichten. Laut der National Association of Realtors (NAR) sanken die Verkäufe im Juni um 2,4 % gegenüber Mai auf saisonbereinigte 4,09 Millionen Einheiten auf Jahresbasis. Immobilienanalysten hatten hingegen einen leichten Zuwachs erwartet.

Im Jahresvergleich zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Gegenüber dem Vorjahresmonat lagen die Verkäufe um 2,8 % höher. Die aktuellen Zahlen beziehen sich auf abgeschlossene Verkäufe, also Verträge, die wahrscheinlich bereits im Mai unterzeichnet wurden – zu einem Zeitpunkt, als die Hypothekenzinsen noch weiter anzogen.

Zinsen und Angebotsknappheit belasten den Markt

Als wesentlicher Belastungsfaktor gelten die gestiegenen Hypothekenzinsen für 30-jährige Festzinsdarlehen, die laut Bericht Anfang März stark zu steigen begannen. Das knappe Angebot verschärft die Lage zusätzlich: Ende Juni standen lediglich 1,56 Millionen Einheiten zum Verkauf – ein Rückgang von 0,6 % gegenüber Mai. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht das einem Plus von 1,3 %, doch der Bestand bleibt strukturell niedrig.

Beim aktuellen Verkaufstempo reicht das Angebot für 4,6 Monate. Als ausgeglichen gilt ein Markt erst bei einem Angebot von sechs Monaten. Solange das Angebot knapp bleibt, steigen die Preise weiter – eine klassische Marktdynamik, die sich auch im Juni deutlich zeigte.

Der Medianpreis einer im Juni verkauften Bestandsimmobilie erreichte 440.600 US-Dollar – ein Anstieg von 1,8 % gegenüber dem Vorjahr und der höchste jemals verzeichnete Wert. Historisch ist der Juni ohnehin der stärkste Monat sowohl für Verkäufe als auch für die Preisentwicklung auf dem US-Immobilienmarkt.

Luxussegment boomt, Einstiegsmarkt schwächelt

Besonders auffällig ist die Zweiteilung des Marktes nach Preissegmenten. Während günstigere Immobilien kaum Nachfrage verzeichnen, boomt das obere Marktsegment deutlich:

  • Häuser unter 100.000 USD: Verkäufe -1,7 % im Jahresvergleich
  • Segment 100.000–250.000 USD: Verkäufe +weniger als 1 % im Jahresvergleich
  • Segment 750.000–1 Million USD: Verkäufe +knapp 14 % im Jahresvergleich
  • Immobilien über 1 Million USD: Verkäufe +18 % im Jahresvergleich

Diese Entwicklung zeigt, dass vor allem wohlhabende Käufer – oft unabhängig von Hypothekenzinsen – weiterhin aktiv am Markt sind, während Normalverdiener durch die Kombination aus hohen Zinsen und Rekordpreisen zunehmend verdrängt werden.

Erstkäufer gewinnen leicht an Bedeutung

Regional betrachtet gingen die Hausverkäufe im Juni im Vergleich zum Vormonat in allen Landesteilen zurück – mit Ausnahme des Nordostens der USA. Ein Viertel aller Transaktionen wurden als Barkäufe abgewickelt, nach 29 % im Vorjahr. Der Anteil der Erstkäufer stieg hingegen auf 33 % der Gesamtverkäufe, gegenüber 30 % vor einem Jahr – ein leicht positives Signal für die Zugänglichkeit des Marktes für neue Käufergruppen.

Für deutsche Anleger und Beobachter des US-Immobilienmarktes verdeutlichen die Daten, wie stark steigende Zinsen und strukturelle Angebotsengpässe selbst den weltgrößten Immobilienmarkt belasten können – eine Dynamik, die auch hierzulande bekannt ist.

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