US-Haushaltsdefizit sinkt im Mai um 7 Prozent
Kalendereffekte bei Sozialleistungen drücken das Defizit auf 293 Milliarden Dollar – bereinigt steigt es jedoch um 32 Prozent.

Das US-Haushaltsdefizit ist im Mai um 23 Milliarden Dollar bzw. 7 Prozent auf 293 Milliarden Dollar gesunken. Das teilte das US-Finanzministerium am Mittwoch mit. Als Hauptgrund nannte die Behörde kalendarische Verschiebungen bei Sozialleistungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Die Gesamteinnahmen des Bundes sanken im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um 36 Milliarden Dollar bzw. 10 Prozent auf 336 Milliarden Dollar. Gleichzeitig gingen die Ausgaben um 59 Milliarden Dollar bzw. 9 Prozent auf 628 Milliarden Dollar zurück. Beide Seiten der Haushaltsbilanz zeigten damit deutliche Rückgänge.
Zollrückerstattungen belasten die Einnahmen
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den Zolleinnahmen. Die Rückerstattungen von Zöllen beliefen sich im Mai auf 21,97 Milliarden Dollar, während die Bruttozolleinnahmen insgesamt 21,93 Milliarden Dollar erreichten. Dies führte laut Finanzministerium zu Netto-Zollabflüssen in Höhe von 42 Millionen Dollar für diesen Monat – ein ungewöhnlicher Vorgang, bei dem Rückzahlungen die Einnahmen überstiegen.
Hintergrund dieser Entwicklung ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA. Das Gericht hatte im Februar Zölle in Höhe von rund 166 Milliarden Dollar für rechtswidrig erklärt, die auf Basis des International Emergency Economic Powers Act erhoben worden waren. Daraufhin begann die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde mit der Rückerstattung dieser Beträge an betroffene Unternehmen und Importeure.
Vor diesem Urteil hatten sich die Zölle zu einer bedeutenden monatlichen Einnahmequelle für das Finanzministerium entwickelt. Ende des vergangenen Jahres hatten die monatlichen Zolleinnahmen den niedrigen 30-Milliarden-Dollar-Bereich erreicht. Der Wegfall dieser Einnahmen stellt eine erhebliche Belastung für den Bundeshaushalt dar.
Bereinigtes Defizit zeigt deutlichen Anstieg
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Zur AktienanalyseDas nominale Minus von 7 Prozent täuscht über die tatsächliche Haushaltslage hinweg. Berücksichtigt man die kalendarischen Verschiebungen einiger Zahlungen vom Juni 2025 in den Mai jenes Jahres, ergibt sich ein bereinigtes Bild: Das adjustierte Haushaltsdefizit für Mai entspricht einem Anstieg von 71 Milliarden Dollar bzw. 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Finanzministerium selbst wies auf diesen bereinigten Vergleichswert hin.
Für deutsche Anleger und Beobachter der US-Wirtschaft ist diese Entwicklung von Bedeutung, da das strukturelle Haushaltsdefizit der USA ein zentraler Faktor für die Entwicklung des US-Dollars, der Anleiherenditen und damit auch der globalen Kapitalmärkte ist. Ein bereinigter Anstieg des Defizits um 32 Prozent signalisiert, dass der fiskalische Druck auf die US-Bundesfinanzen trotz des nominalen Rückgangs weiter zunimmt.


