US-Haushaltsdefizit im Juni steigt auf 120 Milliarden Dollar
Zollrückerstattungen nach Gerichtsurteil belasten den US-Haushalt massiv und kehren den Überschuss des Vorjahres um.

Das US-Haushaltsdefizit ist im Juni auf 120 Milliarden Dollar angestiegen – eine drastische Kehrtwende gegenüber dem Überschuss von 27 Milliarden Dollar im Juni 2025. Haupttreiber sind Rückerstattungen von Zöllen, die der Oberste Gerichtshof der USA als illegal eingestuft hatte. Das US-Finanzministerium gab die Zahlen am Montag bekannt.
Die Bruttozolleinnahmen beliefen sich im Juni auf 23,6 Milliarden Dollar. Dem standen jedoch Rückerstattungen von 49,2 Milliarden Dollar gegenüber, was zu einem Nettoabfluss von 25,6 Milliarden Dollar führte. Damit haben sich die Rückzahlungen gegenüber dem Mai mehr als verdoppelt – im Vormonat waren bereits 22 Milliarden Dollar erstattet worden, was zu einem leichten Nettoabfluss von 42 Millionen Dollar geführt hatte.
Hintergrund: Gerichtsentscheid gegen Trumps Zölle
Der Auslöser für die massiven Rückzahlungen liegt in einem Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA vom Februar. Das Gericht erklärte Trumps weitreichendste globale Zölle, die auf dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) basierten, für illegal. Daraufhin begannen die Rückerstattungen im Mai. Die bisher zurückgezahlten Beträge aus Mai und Juni summieren sich auf rund 71 Milliarden Dollar – das entspricht etwa 42 Prozent der infrage kommenden IEEPA-Zölle in Höhe von 166 Milliarden Dollar.
Ein Bundesrichter warnte zudem, dass die Berufung der Regierung gegen seine Anordnung zur vollständigen Rückerstattung aller illegalen Zölle die weiteren Zahlungen verzögere. Ein Vertreter des US-Finanzministeriums lehnte eine Stellungnahme zum künftigen Verlauf der Rückerstattungen ab.
Noch im Juni 2025 hatte US-Finanzminister Scott Bessent die damaligen Haushaltsergebnisse als Beweis gefeiert, dass die USA die „Früchte" von Trumps Zollagenda ernten würden. Damals meldete das Finanzministerium Nettozolleinnahmen von 26,6 Milliarden Dollar – die Zolleinnahmen hatten erstmals in einem Haushaltsjahr die Marke von 100 Milliarden Dollar überschritten. Die aktuelle Entwicklung stellt dieses Bild grundlegend in Frage.
Gesamteinnahmen sinken, Ausgaben steigen deutlich
Die Zollrückerstattungen belasteten auch die Gesamteinnahmen des Bundes erheblich. Im Juni sanken diese im Jahresvergleich um 31 Milliarden Dollar oder 6 Prozent auf 496 Milliarden Dollar – obwohl der Juni aufgrund vierteljährlicher Steuerfristen normalerweise ein einnahmenstarker Monat ist. Die Ausgaben kletterten auf 616 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 117 Milliarden Dollar oder 23 Prozent gegenüber dem gemeldeten Vorjahreswert. Das Finanzministerium wies jedoch darauf hin, dass die Ausgaben im Juni 2025 aufgrund kalendarischer Verschiebungen bei Sozialleistungen um 97 Milliarden Dollar niedriger ausgefallen waren. Auf bereinigter Basis stieg das Defizit im Juni um 53 Milliarden Dollar oder 79 Prozent gegenüber dem bereinigten Vorjahresdefizit von 67 Milliarden Dollar.
Auch die Zinsausgaben für die Staatsverschuldung stiegen deutlich: Die Bruttozinsausgaben des Finanzministeriums legten im Juni um 41 Milliarden Dollar oder 28 Prozent auf 185 Milliarden Dollar zu. Teilweise ausgeglichen wurde dies durch einen Anstieg der Zinseinnahmen der Bundestreuhandfonds um 10 Milliarden Dollar oder 17 Prozent auf 70 Milliarden Dollar.
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Zur AktienanalyseGesamtdefizit im laufenden Haushaltsjahr bei 1,367 Billionen Dollar
In den ersten neun Monaten des Haushaltsjahres 2026 stieg das Gesamtdefizit um 29 Milliarden Dollar oder 2 Prozent auf 1,367 Billionen Dollar. Die Einnahmen in diesem Zeitraum wuchsen um 143 Milliarden Dollar oder 4 Prozent auf 4,151 Billionen Dollar, während die Ausgaben um 172 Milliarden Dollar oder 3 Prozent auf 5,518 Billionen Dollar stiegen. Die Zolleinnahmen nach Rückerstattungen belaufen sich im bisherigen Haushaltsjahr auf insgesamt 163 Milliarden Dollar, verglichen mit 108 Milliarden Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Die Zollpolitik der Trump-Regierung befindet sich unterdessen im Wandel: Ein befristeter globaler Zoll von 10 Prozent läuft am 24. Juli aus. Die Regierung bereitet neue Abgaben vor – unter anderem mit Verweis auf mangelnde Durchsetzung von Gesetzen gegen Zwangsarbeit sowie industrielle Überkapazitäten.


