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US-Hafenstreik kostet Wirtschaft Milliarden täglich

Blockierte Lieferketten und massive Auswirkungen auf Automobilindustrie

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US-Hafenstreik kostet Wirtschaft Milliarden täglich

Der seit Dienstag andauernde Streik der US-Hafenarbeiter an der Ost- und Golfküste hat bereits erhebliche Auswirkungen auf die US-Wirtschaft und könnte laut Schätzungen bis zu fünf Milliarden US-Dollar pro Tag kosten. Vor den Präsidentschaftswahlen sorgt der Streik für erhebliche Unruhe. Das Weiße Haus hat bisher darauf verzichtet, seine Befugnisse zur Beendigung des Arbeitskampfes einzusetzen, hat aber Druck auf die Arbeitgeber ausgeübt, um eine schnelle Einigung zu erreichen. Präsident Joe Biden forderte die United States Maritime Alliance (USMX), die Reedereien in ausländischem Besitz vertritt, auf, den Verhandlungstisch wieder aufzusuchen und der Gewerkschaft International Longshoremen’s Association (ILA) ein faires Angebot zu unterbreiten.

Karine Jean-Pierre, Sprecherin des Weißen Hauses, betonte, dass die Reedereien seit der Corona-Pandemie Rekordgewinne verzeichnen, in einigen Fällen mit Gewinnanstiegen von über 800 Prozent. Sie forderte eine angemessene Lohnerhöhung für die Hafenarbeiter, die 77 Prozent mehr Gehalt verlangen. Arbeitsministerin Julie Su kritisierte die Arbeitgeberseite dafür, kein Angebot vorgelegt zu haben, das die Opferbereitschaft der Arbeitnehmer und ihren Beitrag zum Unternehmenserfolg widerspiegelt. Die Gewerkschaft ILA, die rund 45.000 Hafenarbeiter vertritt, verhandelte mit der USMX über einen neuen Sechsjahresvertrag. Nach Ablauf der Frist am 30. September trat der Arbeitskampf in Kraft.

Die Regierung schloss wiederholt aus, im Falle eines Scheiterns die Bundesbefugnisse zur Streikbeendigung zu nutzen, obwohl der US-Präsident grundsätzlich das Recht dazu hätte. Der Streik hat bereits die Hälfte des Seetransports des Landes lahmgelegt, was zu erheblichen Beeinträchtigungen der Lieferketten führt. Schätzungen von Analysten der Bank JP Morgan zufolge könnte der Streik die US-Wirtschaft täglich etwa fünf Milliarden Dollar kosten.

Alle Warenströme, von Lebensmitteln über Bekleidung bis hin zu Autotransporten, sind betroffen. Insbesondere europäische Automobilhersteller wie BMW und Volkswagen stehen im Fokus, da die vom Streik betroffenen Häfen im vergangenen Jahr 34 Prozent des gesamten US-Handels mit Kraftfahrzeugen und -teilen abgewickelt haben. Sollten sich die Arbeitsniederlegungen über mehrere Wochen erstrecken, könnten die Auswirkungen für die Branche erheblich sein. Dan Levy, Analyst bei Barclays, unterstrich die besondere Abhängigkeit europäischer Autohersteller von den Häfen Baltimore für Importe und südöstlichen Häfen wie Charleston für Exporte, da der Großteil ihrer US-Produktion in dieser Region erfolgt.

Unternehmen wie BMW, Volkswagen und Volvo Cars arbeiten derzeit an Notfallplänen, um die Auswirkungen des Streiks abzufedern. Ein Mangel an Teilen könnte einige Autobauer dazu zwingen, die Produktion herunterzufahren. Manche Analysten sehen darin jedoch auch eine potenzielle Entlastung für Autobauer mit hohen Auftragsbeständen, wie beispielsweise Stellantis.

USAStreik LogistikHandelWirtschaft

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