US-Futures steigen trotz Iran-Krieg und Ölpreisschwankungen
Waffenstillstandshoffnungen und neue Trump-Ultimaten sorgen für widersprüchliche Signale an den globalen Finanzmärkten.

Die US-Aktienindex-Futures tendieren am Montag leicht fester, während Anleger widersprüchliche Signale aus dem Nahen Osten verarbeiten. Bis 04:09 Uhr ET legten die S&P 500-Futures um 16 Punkte oder 0,2% zu, die Nasdaq 100-Futures stiegen um 109 Punkte oder 0,5%, und die Dow Jones-Futures kletterten um 33 Punkte oder 0,1%. Die Märkte wägen dabei Hoffnungen auf einen möglichen Waffenstillstand im Iran-Krieg gegen die anhaltenden Kämpfe und ein neues Ultimatum von US-Präsident Donald Trump ab.
Die Vorwoche schloss die Wall Street noch positiv ab: Der Dow Jones Industrial Average stieg um 3%, der S&P 500 gewann 3,4% und der technologielastige Nasdaq Composite legte sogar um 4,44% zu. Dennoch bleiben die Märkte nervös. „Der Nachrichtenfluss und das Narrativ zum Iran scheinen sich stündlich zu ändern, mit dramatischen Entwicklungen vor Ort, starken Schwankungen in Trumps Rhetorik und neuen Fristen", so die Analysten von Vital Knowledge in einer Mitteilung an ihre Kunden.
Rahmenplan für Waffenstillstand im Umlauf
Laut Berichten mehrerer Medien haben der Iran und die USA einen Rahmenplan zur Beendigung der Feindseligkeiten und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus erhalten. Der Plan wurde demnach von Pakistan, Ägypten und der Türkei ausgearbeitet und über Nacht an beide Seiten übermittelt. Er sieht einen zweistufigen Ansatz vor: zunächst einen sofortigen Waffenstillstand, gefolgt von einem umfassenderen Gesamtabkommen.
„Alle Elemente müssen heute vereinbart werden", zitierte Reuters eine mit den Vorschlägen vertraute Quelle. Die anfängliche Verständigung sei als Absichtserklärung strukturiert, die elektronisch über Pakistan finalisiert werden solle – das einzige Kommunikationsland in den Gesprächen. Pakistans Armeechef Feldmarschall Asim Munir stand laut Berichten die gesamte Nacht in Kontakt mit US-Vizepräsident JD Vance, Sondergesandtem Steve Witkoff und dem iranischen Außenminister Abbas Araqchi. Axios berichtete zudem, dass über einen möglichen 45-tägigen Waffenstillstand als erste Phase eines dauerhaften Friedensdeals diskutiert werde.
Parallel dazu verschärfte Trump seinen Ton: In Social-Media-Posts und Medieninterviews am Wochenende drohte er, die USA würden iranische Energieanlagen angreifen, falls die Straße von Hormus nicht bis Dienstagabend für den Tankerverkehr freigegeben werde. Durch diese Meerenge fließt etwa ein Fünftel des weltweiten Öls. Der Iran wies das Ultimatum zurück.
Kämpfe eskalieren – IRGC-Geheimdienstchef getötet
Trotz der Verhandlungssignale haben sich die Kämpfe im Nahen Osten intensiviert. Iranische Staatsmedien meldeten am Montag den Tod von Majid Khademi, dem Geheimdienstchef der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC). Spätere Berichte gaben an, er sei bei einem Angriff getötet worden, für den die Garden die USA und Israel verantwortlich machten. Am frühen Montag wurden mehrere Luftangriffe rund um Teheran gemeldet, auch in Wohngebieten. Das israelische Militär erklärte, eine neue Angriffswelle gegen das iranische Regime in Teheran durchgeführt zu haben. Der Iran reagierte mit vier Raketenwellen in Richtung Israel. Behörden in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Kuwait meldeten, ihre Luftabwehrsysteme hätten ankommende Angriffe abgefangen.
Ölpreis unter Druck – Gold erholt sich
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Zur AktienanalyseDie Ölpreise reagierten auf die gemischten Nachrichten mit starken Schwankungen. Die Brent-Rohöl-Futures, die globale Benchmark, lagen zuletzt um 0,5% niedriger bei 108,54 US-Dollar pro Barrel, nachdem sie zuvor kurzzeitig über 110 US-Dollar gestiegen waren. Vor Beginn des gemeinsamen Angriffs der USA und Israels auf den Iran Ende Februar wurde Brent noch bei rund 70 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus droht weltweit den Inflationsdruck zu erhöhen und das Wirtschaftswachstum zu bremsen. Die Goldpreise hingegen erholten sich von frühen Verlusten – das Edelmetall hatte in der Vorwoche bereits um 4% zugelegt.
Paramount sichert sich 24 Milliarden Dollar für Warner-Deal
Abseits des Kriegsgeschehens sorgt ein milliardenschwerer Medien-Deal für Aufmerksamkeit: Paramount Skydance hat sich laut einem Bericht des Wall Street Journal Eigenkapitalzusagen in Höhe von rund 24 Milliarden US-Dollar von drei Staatsfonds aus der Golfregion gesichert. Damit soll die 81 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme von Warner Bros. Discovery unterstützt werden. Der Public Investment Fund Saudi-Arabiens soll etwa 10 Milliarden US-Dollar beisteuern, hinzu kommen Zusagen der Qatar Investment Authority und der in Abu Dhabi ansässigen L'imad Holding Co. Die Übernahme, die Vermögenswerte wie HBO und CNN umfasst, wird derzeit in Europa regulatorisch geprüft und könnte bereits im Juli abgeschlossen werden.


