US-Futures steigen: Tech-Erholung dank Amazon und Microsoft
Starke Quartalszahlen von Amazon und Microsoft treiben US-Aktienfutures nach oben – trotz eines schwachen Julis für den Technologiesektor.

Die US-Aktienfutures haben ihre Gewinne am frühen Freitagmorgen weiter ausgebaut. Technologiewerte stehen vor einer fortgesetzten Erholung, gestützt durch positive Quartalszahlen und Schnäppchenjäger, die nach einem schwachen Juli einstiegen. Gegen 02:30 Uhr ET (06:30 Uhr MEZ) stieg der S&P 500 Future um 0,47% auf 7.508,0 Punkte, während der Nasdaq 100 Future um 1,2% auf 28.440,0 Punkte kletterte. Der Dow Jones Future legte um 0,44% auf 52.611,0 Punkte zu.
Rückenwind erhielten die Märkte auch aus Asien: Der südkoreanische KOSPI erholte sich um bis zu 20% von seinem heftigen Ausverkauf im Juli. Zusätzlich stützten geopolitische Entspannungssignale die Stimmung – darunter Berichte über Verhandlungen zwischen dem Iran und dem Oman über die Straße von Hormus sowie die Ankündigung eines Abrüstungsabkommens im Gazastreifen durch US-Präsident Donald Trump. Schwächer als erwartet ausgefallene Daten zum PCE-Preisindex – dem bevorzugten Inflationsmaß der US-Notenbank Federal Reserve – trugen ebenfalls dazu bei, Zinssorgen zu zerstreuen.
Amazon glänzt mit starkem AWS-Wachstum
Der klare Gewinner im nachbörslichen Handel war Amazon. Die Aktie des E-Commerce- und Cloud-Riesen stieg um 9,4%, nachdem das Unternehmen für das Juni-Quartal einen Gewinn über den Erwartungen gemeldet hatte. Besonders die Cloud-Sparte AWS stach hervor: Sie verzeichnete das schnellste Wachstum seit 18 Quartalen und stärkte das Vertrauen in Amazons Ambitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Das Unternehmen betonte zudem, dass sowohl das Geschäft mit KI-Chips als auch mit kundenspezifischen Chips rasant an Dynamik gewinne.
Die starken Amazon-Zahlen folgten auf einen optimistischen Quartalsbericht von Microsoft am Mittwoch. Dieser hatte bereits dazu beigetragen, Sorgen über überhöhte Investitionsausgaben für KI zu zerstreuen und Kapital zurück in die gebeutelten Technologie- und Halbleiterwerte zu lenken. Am Donnerstag schnellte der Philadelphia Semiconductor Index daraufhin um beeindruckende 8,2% nach oben.
Apple enttäuscht mit schwachem Ausblick
Auf der Verliererseite stand Apple. Die Aktie des iPhone-Herstellers gab im nachbörslichen Handel um über 6% nach. Enttäuschende Verkaufszahlen in China und ein schleppender Umsatz im Dienstleistungsbereich überschatteten die starken iPhone-Verkäufe. Apples Prognose für das Umsatzwachstum im laufenden Quartal – zwischen 9% und 11% im Jahresvergleich – lag zudem unter dem Wall-Street-Konsens von 12%. Als Ursache nannte das Unternehmen wachsende Lieferkettenprobleme durch steigende Speicher- und Komponentenkosten, da die enorme KI-Nachfrage weltweit die Kapazitäten verknappt.
Die Wall-Street-Indizes hatten am Donnerstag bereits kräftige Gewinne verbucht: Der S&P 500 stieg um 1,7%, der Dow Jones Industrial Average um 1,2% und der Nasdaq Composite um 2,8%. Anleger ignorierten dabei weitgehend einen Rückgang von 8% bei Meta Platforms, nachdem das Unternehmen seine Prognose für die jährlichen Investitionsausgaben angesichts fortgesetzter KI-Ausgaben angehoben hatte.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseJuli bleibt ein schwieriger Monat für Tech-Investoren
Trotz der jüngsten Erholung bleibt der Juli für die Wall Street insgesamt ein Verlustmonat. Der S&P 500 steuerte auf ein Minus von 0,8% für den Monat zu, der Dow Jones gab um 0,2% nach. Am stärksten traf es den technologielastigen Nasdaq, der im Juli mit einem Rückgang von 4,2% der mit Abstand schwächste Performer war. Hintergrund war ein massiver Abverkauf bei Technologie- und Halbleiteraktien zu Beginn des Monats, der die Bewertungen in diesen Sektoren über weite Strecken des Monats unter Druck gesetzt hatte.
Für deutsche Anleger bleibt die Entwicklung an der Wall Street ein wichtiger Gradmesser: Die Stärke oder Schwäche der großen US-Technologiewerte beeinflusst regelmäßig auch europäische Indizes wie den DAX, in dem zahlreiche exportorientierte Unternehmen mit enger Verflechtung zum US-Markt notiert sind.


