US-Futures steigen nach Trump-Kehrtwende bei Grönland-Zöllen
Die US-Aktienmärkte zeigen sich erleichtert: Nach der Rücknahme von Zolldrohungen durch Präsident Trump gegen europäische Länder steigen die Futures deutlich. Anleger richten den Fokus nun auf wichtige Wirtschaftsdaten und die kommende Fed-Sitzung.

US-Aktienindex-Futures verzeichneten am Donnerstagmorgen deutliche Gewinne und signalisierten eine Fortsetzung der positiven Stimmung an der Wall Street. Die Erleichterung folgt auf Präsident Donald Trumps Rückzieher von Zolldrohungen gegen europäische Länder, was die Sorgen vor einem neuen globalen Handelskrieg vorerst dämpfte.
Markterholung nach Grönland-Entspannung
Bereits am Mittwoch hatten sich die wichtigsten US-Indizes erholt, wobei der S&P 500 seinen stärksten Tagesgewinn seit zwei Monaten verzeichnete. Auslöser war Trumps Verzicht auf Zölle als Druckmittel zur Übernahme Grönlands. Der Präsident deutete stattdessen an, dass eine Einigung über das dänische Territorium in Reichweite sei. Die S&P 500 E-Minis stiegen um 0,60 Prozent, die Nasdaq 100 E-Minis legten um 0,87 Prozent zu, während die Dow E-Minis um 0,41 Prozent zulegten. Der CBOE Volatility Index, oft als "Angst-Barometer" der Wall Street bezeichnet, fiel weiter von seinem Zweimonatshoch.
Transatlantische Spannungen bleiben bestehen
Trotz der Entspannung im Grönland-Konflikt bleiben die transatlantischen Beziehungen angespannt. Trumps kritische Rede in Davos gegenüber Europa sorgte für weitere Irritationen. Beobachter sprechen von der tiefsten Kluft in der US-europäischen Allianz seit 80 Jahren. Besonders pikant: EZB-Präsidentin Christine Lagarde verließ demonstrativ eine Rede des US-Handelsministers Howard Lutnick, während US-Finanzminister Scott Bessent Dänemark als "irrelevant" bezeichnete.
Fokus auf Wirtschaftsdaten und Fed-Politik
Investoren richten ihre Aufmerksamkeit nun auf wichtige US-Wirtschaftsdaten, die im Tagesverlauf veröffentlicht werden. Dazu zählen die finale BIP-Lesung für das dritte Quartal, die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie der PCE-Index – die bevorzugte Inflationskennzahl der Federal Reserve. Diese Zahlen gewinnen besondere Bedeutung vor der kommenden Fed-Sitzung, bei der angesichts hartnäckiger Inflation und robuster Wirtschaftsdaten eine Beibehaltung der Zinsen erwartet wird.
Die Unsicherheit über die künftige Fed-Führung belastet zusätzlich. Trump erneuerte seine Kritik an Fed-Chef Jerome Powell und kündigte eine baldige Entscheidung über dessen Nachfolge an. Gleichzeitig mehrt sich Widerstand aus der Finanzwelt gegen interventionistische Maßnahmen: JPMorgan-CEO Jamie Dimon bezeichnete Trumps Vorschlag zur Deckelung von Kreditkartenzinsen als "wirtschaftliche Katastrophe".
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Zur AktienanalyseGemischte Quartalsergebnisse belasten Einzelwerte
Die laufende Berichtssaison für das vierte Quartal sorgt für unterschiedliche Kursbewegungen. GE Aerospace rutschte trotz übertroffener Gewinnprognosen leicht ins Minus, während Kinder Morgan um 0,5 Prozent zulegte. McCormick brach um 6 Prozent ein, nachdem das Unternehmen für 2026 niedrigere Gewinne prognostizierte. Procter & Gamble verfehlte die Umsatzerwartungen knapp und gab nach.
Positiv entwickelten sich die US-notierten Aktien von Alibaba Holdings mit einem Anstieg um 5 Prozent. Bloomberg News berichtete, dass der chinesische E-Commerce-Riese die Börsennotierung seiner Chipsparte T-Head vorbereitet. Venture Global sprang um 10,6 Prozent, nachdem ein Schiedsgericht in einem Streit mit dem spanischen Unternehmen Repsol zugunsten des LNG-Unternehmens entschieden hatte. Nach Börsenschluss wird Intel seine Zahlen vorlegen – die Aktie ist seit Jahresbeginn bereits um 47 Prozent gestiegen.


