US-Futures steigen nach schwachem Arbeitsmarktbericht im Juni
Enttäuschende Jobdaten dämpfen Fed-Zinserhöhungserwartungen und treiben US-Aktienfutures deutlich nach oben.

Die US-Aktienindex-Futures haben am Donnerstag ihre Gewinne weiter ausgebaut, nachdem der monatliche Arbeitsmarktbericht der US-Regierung schwächer als erwartet ausgefallen ist. Die enttäuschenden Jobdaten senkten die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) – und das beflügelte die Märkte spürbar.
Laut dem Bericht des US-Arbeitsministeriums schuf die amerikanische Wirtschaft im vergangenen Monat lediglich 57.000 neue Stellen. Ökonomen hatten im Vorfeld mit einem deutlich stärkeren Zuwachs von 110.000 Jobs gerechnet. Die tatsächliche Zahl blieb damit weit hinter den Erwartungen zurück – ein klares Signal für eine Abkühlung am Arbeitsmarkt.
Die Arbeitslosenquote lag bei 4,2 Prozent und entsprach damit in etwa den Prognosen, die einen Wert von 4,3 Prozent erwartet hatten. Dieser Wert blieb somit nahezu im Rahmen der Schätzungen und sorgte für keine zusätzliche Überraschung.
Deutliche Kursgewinne bei allen großen Futures-Kontrakten
Die Reaktion an den Terminmärkten fiel klar positiv aus. Um 08:30 Uhr ET – also kurz nach Veröffentlichung der Daten – verzeichneten alle wichtigen US-Futures-Kontrakte spürbare Zuwächse:
- Die Dow E-Minis stiegen um 196 Punkte oder 0,38 Prozent
- Die US-S&P 500 E-Minis legten um 30,5 Punkte oder 0,4 Prozent zu
- Die Nasdaq 100 E-Minis kletterten um 180 Punkte oder 0,6 Prozent
Besonders der technologielastige Nasdaq 100 profitierte überproportional von den Daten. Das ist wenig überraschend, denn Wachstums- und Technologiewerte reagieren besonders sensibel auf Zinserwartungen: Niedrigere Zinsen erhöhen den Barwert künftiger Unternehmensgewinne und machen Aktien im Vergleich zu Anleihen attraktiver.
Warum schwache Jobdaten die Börsen beflügeln
Für deutsche Anleger mag es zunächst paradox erscheinen, dass schlechte Wirtschaftsdaten zu steigenden Kursen führen. Der Zusammenhang erklärt sich jedoch durch die Geldpolitik: Ein schwacher Arbeitsmarkt signalisiert der Federal Reserve, dass die Wirtschaft weniger Gefahr läuft, zu überhitzen. Damit sinkt der Druck auf die Notenbank, die Leitzinsen weiter anzuheben oder hoch zu halten.
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Zur AktienanalyseHöhere Zinsen gelten generell als Belastung für Aktienmärkte, da sie Kredite verteuern, Unternehmensgewinne schmälern und Anleihen als Konkurrenzanlage attraktiver machen. Schwächere Arbeitsmarktdaten können daher – zumindest kurzfristig – als positive Nachricht für Aktienanleger interpretiert werden, sofern sie die Zinspolitik der Fed in eine lockerere Richtung lenken.
Die Märkte reagierten entsprechend: Die Aussicht auf eine weniger restriktive Geldpolitik trieb die Futures-Kurse quer durch alle großen US-Indizes nach oben und setzte damit ein klares Signal für den weiteren Handelstag.


