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US-Futures geben nach starkem Quartal nach – Warsh-Rede im Fokus

Nach einer beeindruckenden Technologie-Rallye im zweiten Quartal dämpfen Iran-Sorgen und Fed-Erwartungen die Stimmung an der Wall Street.

US-Futures geben nach starkem Quartal nach – Warsh-Rede im Fokus

Die US-Aktienfutures haben am frühen Mittwoch nachgegeben. Auslöser war eine wachsende Vorsicht rund um die Friedensgespräche mit dem Iran, die nach einem starken zweiten Quartal für einen Rücksetzer sorgte. Die Futures drehten ins Minus, nachdem sie zunächst noch unverändert gehandelt worden waren.

Konkret fiel der Iran-Vorbehalt ins Gewicht: Teheran erklärte, man werde sich nicht direkt mit hochrangigen US-Gesandten treffen, die nach einem jüngsten Wiederaufflammen der Feindseligkeiten nach Katar gereist waren. Diese Entwicklung warf Fragen darüber auf, wie nah Washington und Teheran einem umfassenderen Friedensabkommen tatsächlich sind.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Die S&P 500 Futures fielen um 0,3 % auf 7.525,50 Punkte (Stand 02:37 Uhr ET). Die Nasdaq 100 Futures sanken um 0,4 % auf 30.390,0 Punkte, während die Dow Jones Futures um 0,3 % auf 52.512,0 Punkte nachgaben.

Warsh-Rede als zentrales Ereignis des Tages

Der Fokus der Märkte richtet sich nun auf eine bevorstehende Rede von Fed-Vorsitzendem Kevin Warsh am Mittwoch. Warsh spricht auf einem Forum der Europäischen Zentralbank in Portugal – es ist sein erster öffentlicher Auftritt nach seiner ersten Fed-Sitzung Mitte Juni. Anleger erhoffen sich weitere Hinweise auf die künftige Zinsentwicklung, insbesondere nachdem die Zentralbank bei ihrer Juni-Sitzung falkenhafte Töne angeschlagen hatte.

Es wird nicht erwartet, dass Warsh eine klare Forward Guidance geben wird, da er signalisiert hat, die Kommunikation der Zentralbank einschränken zu wollen. Dennoch werden Investoren jede Aussage zur Inflation und zur Wirtschaft genau verfolgen. Das Juni-Protokoll der Fed zeigte bereits eine wachsende Zahl von Entscheidungsträgern, die eine Zinserhöhung im weiteren Jahresverlauf befürworten.

Die Rede erfolgt zudem nach positiven Arbeitsmarktdaten vom Dienstag. Anzeichen für eine Widerstandsfähigkeit des Arbeitsmarktes geben der Fed mehr Spielraum, die Zinsen beizubehalten oder sogar anzuheben. Die Inflation erwies sich in den vergangenen Monaten ebenfalls als hartnäckig – zum großen Teil bedingt durch höhere Energiepreise infolge des US-israelischen Krieges gegen den Iran.

Nike unter Druck, KI-Aktien mit starkem Quartal

Unter den wichtigsten vorbörslichen Bewegungen verlor Nike (NYSE: NKE) fast 3 %. Die Sportartikelmarke verzeichnete zwar starke Gewinne, prognostizierte jedoch für die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatzrückgang – das belastete die Aktie deutlich.

Trotz des schwachen Starts in den Mittwoch blickt die Wall Street auf ein bemerkenswert starkes zweites Quartal zurück. Der S&P 500 stieg am Dienstag um 0,8 % und legte im Juni-Quartal um fast 15 % zu. Der Nasdaq Composite kletterte um 1,5 % und verzeichnete im Quartal sogar einen Sprung von 21,4 %, während der Dow Jones Industrial Average um 0,3 % stieg und ein Quartalsplus von 12,9 % markierte.

Die Gewinne wurden vor allem von KI- und Technologiewerten getragen. Anleger wetten weiterhin darauf, dass die massiven Ausgaben für künstliche Intelligenz in den kommenden Monaten anhalten werden. Gegen Ende Juni geriet der KI-Handel jedoch ins Stocken, als falkenhafte Signale der Fed eine Welle von Gewinnmitnahmen auslösten.

Zudem zeichnete sich zuletzt eine Divergenz im KI-Sektor ab: Während Chiphersteller als klare Gewinner des Ausgabenbooms gelten, konnten die größten Investoren in diese Technologie an der Wall Street noch keine klaren, substanziellen Renditen auf ihre Investitionen vorweisen. Steigende Chipkosten trugen ebenfalls zu den Inflationssorgen bei – insbesondere nachdem Apple (NASDAQ: AAPL) im Juni die Preise für mehrere Geräte angehoben hatte.

Neben der Warsh-Rede richtet sich der Blick in dieser Woche auch auf die wichtigen Daten zu den Nonfarm Payrolls, den Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft. Diese gelten als wichtiger Indikator für den Zustand der US-Wirtschaft und könnten weitere Hinweise auf den künftigen Zinskurs der Fed liefern.

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