US-Fluggesellschaften müssen leistungsorientierte Piloteneinstellung nachweisen
FAA verlangt Zertifizierung nach Trump-Anordnung gegen Diversitätsprogramme

Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) hat am Freitag eine weitreichende Anordnung erlassen: Alle amerikanischen Fluggesellschaften müssen künftig bescheinigen, dass sie Piloten ausschließlich nach dem Leistungsprinzip einstellen. Bei Nichteinhaltung drohen bundesstaatliche Untersuchungen.
Verkehrsminister Sean Duffy begründete die Maßnahme mit dem Ziel, "Vorwürfen nachzugehen, wonach Fluggesellschaften Einstellungen aufgrund von ethnischer Herkunft und Geschlecht vornehmen". Die neue Richtlinie verpflichte alle US-Carrier zur Zertifizierung, dass solche Praktiken beendet seien. Konkrete Beweise für die Einstellung unqualifizierter Piloten durch US-Fluggesellschaften gibt es jedoch nicht.
Die Anordnung steht im direkten Zusammenhang mit Präsident Donald Trumps Durchführungsverordnungen vom Januar 2025, die Diversitäts-, Gerechtigkeits- und Inklusionsprogramme (DEI) in den USA abschaffen sollen. Die Trump-Regierung übt zudem Druck auf den Privatsektor aus, sich dieser Initiative anzuschließen.
Branche betont Sicherheitsstandards
Airlines for America, der Branchenverband großer US-Carrier wie American Airlines, United Airlines, Delta Air Lines und Southwest Airlines, reagierte umgehend auf die FAA-Anordnung. "Sicherheit ist und bleibt die oberste Priorität für US-Fluggesellschaften", erklärte die Organisation. Die Mitgliedsunternehmen würden alle bundesstaatlichen Vorschriften und Gesetze einhalten, einschließlich jener zu Qualifikationen, Ausbildung und Lizenzierung.
Die FAA selbst betonte in ihrer Mitteilung, die Fluggesellschaften müssten "sicherstellen, dass die Einstellung von Piloten ausschließlich leistungsorientiert erfolgt, um ihrer Verpflichtung nachzukommen, das höchstmögliche Maß an Sicherheit zu gewährleisten".
Historisch männlich dominierte Branche
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Zur AktienanalyseDie US-Pilotenbranche war traditionell stark von weißen Männern geprägt. United Airlines hatte 2021 ein ambitioniertes Diversitätsziel formuliert: Bis 2030 sollten 5.000 neue Piloten ausgebildet werden, mindestens die Hälfte davon Frauen oder People of Color. Damals stellten Frauen nur etwa 7 Prozent der rund 12.000 United-Piloten, People of Color 13 Prozent. Die Fluggesellschaft lehnte am Freitag eine Stellungnahme zu den neuen FAA-Anforderungen ab.
Parallel zur aktuellen Anordnung machte die FAA bereits drei Wochen nach Amtsantritt der Trump-Regierung eine Entscheidung aus dem Jahr 2021 rückgängig: Die unter Präsident Joe Biden eingeführte Umbenennung von "Notice to Airmen" in "Notices to Air Missions" (NOTAMs) wurde revidiert. Die ursprüngliche Bezeichnung gilt nun wieder.


