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US-Finanzministerium warnt Banken vor Yen-Intervention am Freitag

Washington bereitet offenbar koordinierte Devisenintervention vor, um den schwachen japanischen Yen gegenüber dem US-Dollar zu stützen.

• 2 Min
US-Finanzministerium warnt Banken vor Yen-Intervention am Freitag

Das US-Finanzministerium hat Großbanken am Freitag darüber informiert, dass es möglicherweise Devisengeschäfte tätigen wird, um den japanischen Yen zu stützen. Dies berichtete eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Die Nachricht wurde über die New York Fed – die als Agent des Ministeriums für Finanzmarktgeschäfte fungiert – an die betroffenen Institute übermittelt.

Einigen Banken wurde dabei die konkrete Anweisung erteilt, ausführbare Geschäfte vorzubereiten, um japanische Yen gegen Euro zu tauschen. Hintergrund: Die USA halten einen Teil ihrer Währungsreserven in Euro, was solche Transaktionen ermöglicht.

Yen erholt sich von Mehrjahrestiefs

Der Yen hatte am Donnerstagmorgen noch bei fast 164 gegenüber dem US-Dollar notiert – ein deutlich schwacher Wert, der Investoren und Notenbanken gleichermaßen alarmierte. Im jüngsten Handel festigte sich die japanische Währung auf über 160 zum US-Dollar. Devisenhändler gehen weitgehend davon aus, dass diese Gewinne Käufe durch japanische Behörden sowie Spekulationen über eine potenzielle US-Intervention widerspiegeln.

Die Entwicklung fügt sich in Erwartungen einer möglichen koordinierten internationalen Anstrengung zur Stärkung des Yen ein, an der sich auch die japanischen Behörden beteiligen würden. Koordinierte Deviseninterventionen mehrerer Länder sind selten, gelten aber als besonders wirksam, da sie ein starkes politisches Signal senden.

Japanische Finanzministerin hält sich bedeckt

Die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama lehnte am Freitag einen direkten Kommentar zu den Marktaktivitäten Japans ab. Sie verwies jedoch auf das internationale Bewusstsein für den Verfall des Yen und betonte, es sei bedeutsam, dass US-Finanzminister Scott Bessent bereits vor einer Unterbewertung des Yen gewarnt habe. Diese Aussage gilt Beobachtern als indirektes Signal für eine enge Abstimmung zwischen Washington und Tokio.

Kritischer äußerte sich James Malcolm, ein in London ansässiger Analyst bei JB Drax Honoré. Er warnte, dass die amerikanischen und japanischen Behörden das Risiko einer erfolglosen koordinierten Intervention eingingen. Als Beleg verwies er auf den Umfang der vermuteten japanischen Intervention, der auf bis zu 70 Milliarden US-Dollar geschätzt wird – im Vergleich zu der daraus resultierenden relativ begrenzten Aufwertung des Yen.

Hintergrund: Warum der Yen-Kurs so wichtig ist

Ein schwacher Yen hat weitreichende Folgen: Er verteuert Importe für Japan erheblich, treibt die Inflation an und belastet die Kaufkraft der japanischen Bevölkerung. Gleichzeitig profitieren japanische Exportkonzerne kurzfristig von einem niedrigen Yen-Kurs. Für internationale Investoren und Devisenmärkte ist der Yen als eine der wichtigsten Weltwährungen ein zentraler Indikator für die globale Finanzstabilität.

Die Situation verdeutlicht die Spannungen im internationalen Währungssystem: Während Japan jahrelang eine ultralockere Geldpolitik verfolgte, die den Yen unter Druck setzte, sehen sich die Behörden nun gezwungen, mit massiven Interventionen gegenzusteuern – mit bislang begrenztem Erfolg.

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