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US-Finanzministerium gründet Support-Zentrum: 9,3 Millionen Studentenkredite in Verzug

Das US-Finanzministerium startet ein Online-Portal für säumige Kreditnehmer, nachdem neue Daten einen Anstieg der Defaults um rund 50 Prozent zeigen.

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US-Finanzministerium gründet Support-Zentrum: 9,3 Millionen Studentenkredite in Verzug

Die Trump-Administration hat am Mittwoch die Einrichtung eines „Default Loans Support Center" angekündigt. Das neue Online-Portal soll verschuldeten Kreditnehmern Informationen und Optionen an die Hand geben, um ihre Studienkredite wieder auf Kurs zu bringen. Grundlage der Ankündigung ist eine Pressemitteilung des US-Finanzministeriums (U. S. Department of the Treasury). Der Schritt fällt in eine Phase, in der immer mehr Studenten-Kreditnehmer mit ihren Zahlungen in Verzug geraten.

9,3 Millionen Kreditnehmer im Verzug

Die Dimension des Problems zeigt sich in den Zahlen: Stand 30. Juni befanden sich rund 9,3 Millionen Kreditnehmer von Bundesstudienkrediten im Default. Zum gleichen Zeitpunkt des Jahres 2016 waren es etwa 6,2 Millionen. Das entspricht einem Anstieg von rund 50 Prozent über das letzte Jahrzehnt. Die Daten stammen aus neuen Erhebungen des Bildungsministeriums, die Anfang dieses Monats veröffentlicht wurden. Als im Default befindlich gilt, wer mindestens 270 Tage lang keine geplante Zahlung geleistet hat – eine Frist, die in den USA als Schwelle für den endgültigen Zahlungsverzug definiert ist.

Für den Anstieg nennt die Quelle mehrere Ursachen. Eine zentrale Rolle spielt das Ende der Zahlungspause aus der COVID-Ära. Hinzu kommt die Beendigung des SAVE-Plans der Biden-Administration, der Millionen von Kreditnehmern sehr niedrige monatliche Raten ermöglicht hatte. Beide Maßnahmen hatten den Zahlungsdruck über Jahre hinweg spürbar gedämpft. Nun fallen diese Entlastungen weg, während zugleich die Arbeitslosenquote unter jüngeren Hochschulabsolventen steigt.

Finanzministerium übernimmt die Eintreibung

Die neue Anlaufstelle ist Teil einer größeren strategischen Neuausrichtung. Bereits im März hatte die Administration angekündigt, das Finanzministerium mit der Eintreibung von ausstehenden Studenten-Krediten zu beauftragen. Präsident Donald Trump hatte zudem versprochen, das Bildungsministerium abzubauen und seine Befugnisse auf andere Bundesbehörden sowie auf die Bundesstaaten zu übertragen. Mit dem Support Center erhält die Zuständigkeit des Finanzministeriums nun eine sichtbare operative Komponente.

Das Finanzministerium war allerdings schon in der Vergangenheit an Bemühungen zur Eintreibung von Studenten-Krediten beteiligt. Das Ministerium selbst stellte in einem archivierten Blogbeitrag aus dem Jahr 2016 fest, dass es Kredite zu niedrigeren Raten eintrieb als private Unternehmen. Dieser Beitrag ist über die Wayback Machine des Internet Archive einsehbar. Die damalige Selbsteinschätzung dürfte für Beobachter ein wichtiger Referenzpunkt sein, wenn es um die Frage geht, wie wirksam die nun ausgeweitete Eintreibung durch eine Bundesbehörde ausfallen kann.

Für deutsche Anleger ist der Vorgang vor allem aus zwei Gründen von Interesse. Erstens zeigt er, wie stark die US-Haushalts- und Konsumperspektive von der Entwicklung der privaten Verschuldung abhängt. Zweitens verdeutlicht er die Tragweite institutioneller Umbauten in Washington: Wenn Aufsicht und Eintreibung zwischen Behörden verschoben werden, verändern sich Bearbeitungszeiten, Ausfallquoten und damit auch die Erwartungen an künftige Kreditausfälle. Anders als in Deutschland, wo die Studienfinanzierung stark staatlich-zuschussorientiert geprägt ist, handelt es sich bei den USA um ein System, in dem zurückzuzahlende Kredite eine zentrale Rolle spielen.

Die entscheidende Frage bleibt, wie viele der 9,3 Millionen Betroffenen das neue Portal tatsächlich nutzen werden. Ob Information und Beratung ausreichen, um einen Trend zu brechen, der sich über ein Jahrzehnt aufgebaut hat, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Klar ist: Das Ende der Pandemie-Entlastungen wirkt jetzt unmittelbar auf die Bilanzen der betroffenen Haushalte.

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