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US-Farmer geraten in Bedrängnis

Preisverfall, steigende Kosten und drohende Absatzkrise belasten Maschinenbauer und Märkte

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US-Farmer geraten in Bedrängnis

Die US-Landwirtschaft steht vor einer schwierigen Saison, die weitreichende Folgen für Landwirte und Maschinenbauer haben könnte. Hohe Investitionskosten, stagnierende oder sinkende Erzeugerpreise und steigende Kosten für Betriebsmittel verschärfen die Lage. Besonders spürbar sind die Auswirkungen bei Soja, einem der wichtigsten Exportprodukte der Vereinigten Staaten. China, traditionell Hauptabnehmer, hat angekündigt, in diesem Jahr nahezu keine US-Sojabohnen zu importieren. Damit könnten bis zu 25 Millionen Tonnen ohne Absatzmöglichkeit bleiben – ein schwerer Schlag für eine Branche, in der Soja allein ein Drittel des Anbaus ausmacht.

Die Abhängigkeit vom Export nach China macht sich damit besonders deutlich bemerkbar. Während Mais und Weizen ebenfalls große Anteile der Anbauflächen belegen, herrscht auf den Märkten Überangebot. Seit den Rekordhöchstständen 2022 sind die Preise wieder auf das Niveau von 2020 zurückgefallen. Gleichzeitig stiegen die Kosten für Dünger erheblich. In mehreren Anbaugebieten sind die Preise für Schwefel und Phosphat laut Bloomberg um bis zu ein Drittel höher als im Vorjahr. Vertreter des Sojaverbandes ASA sprechen von einer angespannten Lage: Die Erlöse seien niedrig, die Kosten dagegen massiv gestiegen.

Trotz dieser Entwicklung zeigen die Aktienkurse der großen Landmaschinenhersteller bislang noch keine dramatischen Einbrüche. John Deere und AGCO, die Muttergesellschaft des Traktorproduzenten Fendt, können sich bisher halten. Der Grund dafür liegt in massiven staatlichen Hilfszahlungen. Für 2025 sind Subventionen in Höhe von 35 Milliarden Dollar vorgesehen – siebenmal mehr als im Vorjahr und selbst höher als in der Pandemiezeit. Diese Hilfen stabilisieren die Branche kurzfristig, verdecken aber die wachsenden strukturellen Probleme.

Die Verschuldung der US-Landwirtschaft hat sich seit 2005 verdreifacht und liegt nun bei 600 Milliarden Dollar. Immobilien- und Betriebsschulden belasten die Betriebe zunehmend. Laut einem Bericht der Federal Reserve Bank of Kansas City verschlechterten sich im zweiten Quartal die Kreditbedingungen spürbar. Die Zahl der Insolvenzen nimmt ebenfalls zu. Damit wächst die Sorge, dass die staatlichen Hilfen nur eine Atempause verschaffen und eine Insolvenzwelle ohne weiteres Eingreifen kaum noch aufzuhalten sein wird.

Auch die Maschinenbauer spüren die Unsicherheit. Während im vergangenen Jahr noch die Mehrheit der Analysten eine Kaufempfehlung für die AGCO-Aktie aussprach, raten inzwischen nur noch wenige Experten zum Einstieg. Der bereinigte Nettogewinn von AGCO sank zuletzt um nahezu die Hälfte, bei John Deere um mehr als ein Viertel. Die Zurückhaltung an den Märkten deutet darauf hin, dass auch die Ausrüster nicht mehr lange von der angespannten Lage der Landwirtschaft abgekoppelt bleiben dürften.

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