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US-Exporteure schließen LNG-Versorgungslücke nach Katar-Angriffen

Amerikanische LNG-Terminals fahren Rekordkapazitäten – doch Wartungsarbeiten und Hurrikan-Saison drohen die Lücke wieder zu öffnen.

US-Exporteure schließen LNG-Versorgungslücke nach Katar-Angriffen

Die Angriffe auf katarische LNG-Exportanlagen haben eine massive Versorgungslücke auf den globalen Flüssigerdgasmärkten hinterlassen. Laut QatarEnergy-CEO wurden dabei 17% der katarischen LNG-Exportkapazität vernichtet – mit Auswirkungen, die bis zu fünf Jahre andauern könnten. Da die Friedensgespräche mit dem Iran immer wieder ins Stocken geraten, bleibt eine rasche Instandsetzung der beschädigten Anlagen in weiter Ferne.

In diese Lücke sind US-amerikanische LNG-Exporteure gesprungen. Sie haben ihre Verflüssigungskapazitäten auf das Maximum hochgefahren und die Beladepläne der Schiffe gestrafft, um zusätzliche Mengen auf den Weltmarkt zu bringen. Das Ergebnis ist beeindruckend: In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 sind US-Exporteure auf dem besten Weg, eine Rekordmenge von 32,15 Millionen Tonnen LNG zu verladen – ein Anstieg von 28% gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2025.

Rekordexporte gleichen Katar-Ausfall mehr als aus

Die rund 7 Millionen Tonnen an zusätzlichem LNG, die die USA in diesem Jahr bisher verschifft haben, übersteigen sogar den Rückgang der katarischen Verladungen von 6,93 Millionen Tonnen im gleichen Zeitraum. Dies hat dazu beigetragen, dass die gesamten seegestützten LNG-Exportvolumina weltweit von Januar bis April mit etwas mehr als 149 Millionen Tonnen ein neues Allzeithoch erreichen – ein Plus von 6% gegenüber dem Vorjahr. Die USA stellen dabei einen Rekordanteil von 18% dieser globalen Mengen.

Entscheidend für diesen Exportboom war der rekordverdächtige Durchsatz der wichtigsten US-amerikanischen LNG-Terminals. Das Sabine-Pass-Terminal von Cheniere Energy in Louisiana bleibt der bedeutendste Exportknotenpunkt und verlud im ersten Quartal rund 25% aller US-LNG-Exporte, wie Daten von LSEG zeigen.

Die größte Wachstumsdynamik entfaltete jedoch das Plaquemines-LNG-Terminal von Venture Global. Die Anlage verzeichnete im Jahresvergleich einen Exportsprung von 240% und verlud im ersten Quartal fast 6,5 Millionen Tonnen LNG – verglichen mit weniger als 2 Millionen Tonnen im gleichen Zeitraum des Jahres 2025. Dieser Zuwachs von rund 4,5 Millionen Tonnen hob Plaquemines zur zweitgrößten US-Exporteinrichtung auf und trieb die gesamten vierteljährlichen US-Lieferungen erstmals über die Marke von 31 Millionen Tonnen.

Risiken durch Wartung und Hurrikan-Saison

Trotz der beeindruckenden Zahlen warnen Marktbeobachter vor einer möglichen Trendwende. Die US-Exportanlagen werden zu einem gewissen Zeitpunkt ihre Produktion für Wartungsarbeiten drosseln müssen. Hinzu kommen Wetterrisiken an den Verladestellen, sobald im Frühsommer die Hurrikan-Saison beginnt. Beides könnte die US-LNG-Exportvolumina spürbar reduzieren.

Sollte das eintreten, droht eine stärkere Verknappung auf den globalen LNG-Märkten als bisher beobachtet. Verunsicherte Käufer hatten in den vergangenen Monaten kaum eine andere Wahl, als weggefallene katarische Mengen kurzfristig durch US-amerikanisches LNG zu ersetzen, um ihren Gasbedarf zu decken. Für europäische und asiatische Importeure, die stark auf stabile LNG-Versorgung angewiesen sind, bleibt die Lage damit angespannt – insbesondere solange eine politische Lösung im Nahen Osten ausbleibt.

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