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US-Erdgas steigt zum Auslaufen des Juli-Kontrakts

Hitzeprognosen für Anfang Juli und hohe LNG-Exportströme treiben die US-Erdgas-Futures nach oben.

US-Erdgas steigt zum Auslaufen des Juli-Kontrakts

Die US-Erdgas-Futures haben am letzten Handelstag des Juli-Kontrakts zugelegt. Ausschlaggebend waren Wetterprognosen, die für die erste Juliwoche weiterhin überdurchschnittliche Temperaturen vorhersagen. Hohe Temperaturen steigern typischerweise den Energiebedarf für Klimaanlagen und damit die Nachfrage nach Erdgas zur Stromerzeugung.

Ein besonderer Faktor am heutigen Handelstag war die sinkende Liquidität kurz vor dem Verfallstermin des Juli-Kontrakts. In solchen Phasen können bereits Einzeltransaktionen den Markt spürbar bewegen, was die Preisausschläge verstärkt. Dieses Phänomen ist an Terminmärkten rund um Kontraktverfalltage ein bekanntes Muster.

Starke LNG-Exporte stützen den Markt

Auch der August-Kontrakt, der an der Benchmark Henry Hub aktiver gehandelt wird, verzeichnete Gewinne. Der Henry Hub im US-Bundesstaat Louisiana gilt als wichtigster Preisreferenzpunkt für Erdgas in den Vereinigten Staaten und damit als globaler Maßstab für den Markt.

Zusätzlichen Auftrieb erhielten die Preise durch anhaltend hohe Zuflüsse zu den Exportterminals für Flüssigerdgas (LNG) an der US-Golfküste. LNG – also auf etwa minus 162 Grad Celsius abgekühltes und dadurch verflüssigtes Erdgas – wird von dort per Schiff in alle Welt exportiert, insbesondere nach Europa und Asien. Hohe Exportmengen entziehen dem heimischen US-Markt Angebot und stützen so die Inlandspreise.

Die US-Golfküste hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der bedeutendsten LNG-Exportzentren weltweit entwickelt. Anlagen wie der Phillips 66 Lake Charles Manufacturing Complex im louisianischen Westlake stehen exemplarisch für die industrielle Infrastruktur, die diesen Boom trägt. Die gestiegenen LNG-Ströme aus dieser Region sind ein struktureller Faktor, der den US-Erdgasmarkt zunehmend mit den globalen Energiemärkten verknüpft.

Bedeutung für deutsche Anleger

Für deutsche Privatanleger ist der US-Erdgasmarkt aus mehreren Gründen relevant. Zum einen beeinflusst das globale LNG-Angebot aus den USA direkt die europäischen Gaspreise, da Europa seit dem Rückgang russischer Lieferungen verstärkt auf amerikanisches LNG angewiesen ist. Zum anderen bieten Erdgas-Futures und entsprechende Zertifikate auch hierzulande Möglichkeiten zur Partizipation an Preisbewegungen.

Die Kombination aus Hitzewelle, Kontraktverfall und hohen LNG-Exporten zeigt, wie vielschichtig die Einflussfaktoren auf den Erdgaspreis sind. Anleger sollten diese Zusammenhänge im Blick behalten, insbesondere in den Sommermonaten, wenn Wetterextreme die Energienachfrage kurzfristig stark beeinflussen können.

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