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US-Energieminister Wright stellt IEA Ultimatum für Klimapolitik-Kurswechsel

Washington droht mit Austritt aus Internationaler Energieagentur bei Festhalten an Netto-Null-Zielen

US-Energieminister Wright stellt IEA Ultimatum für Klimapolitik-Kurswechsel

US-Energieminister Chris Wright hat der Internationalen Energieagentur (IEA) ein einjähriges Ultimatum gestellt: Die Organisation soll ihre auf Netto-Null-Emissionen ausgerichtete Klimaagenda aufgeben – andernfalls drohen die USA mit ihrem Austritt als Mitglied. Die Ankündigung erfolgte am Donnerstag in Paris und markiert einen radikalen Kurswechsel in der amerikanischen Energiepolitik.

Wright bezeichnete die Netto-Null-Strategie bis 2050 als "destruktive Illusion" und kündigte an, dass die USA "allen verfügbaren Druck" ausüben würden, um die IEA von dieser Agenda abzubringen. Die Kritik richtet sich gegen die im Pariser Klimaabkommen von 2015 vereinbarten Ziele, die eine drastische Reduzierung der Verbrennung fossiler Brennstoffe vorsehen. Fast 200 Länder hatten sich damals zur Begrenzung der globalen Erwärmung verpflichtet.

Der US-Energieminister betonte gleichzeitig, dass ein Austritt nicht das primäre Ziel sei. Wright äußerte Bedenken, dass China im Falle eines amerikanischen Rückzugs mehr Einfluss auf die Agentur gewinnen könnte. "Es besteht immer das Risiko, weshalb unser Ziel nicht der Austritt ist", erklärte er.

Geheime Unterstützung für fossile Brennstoffe

Nach Wrights Aussagen würden viele Länder hinter verschlossenen Türen der US-Position zustimmen. Diese Nationen wollten von den Netto-Null-Zielen abrücken und die Produktion sowie den Verbrauch fossiler Brennstoffe wie Gas und Öl weiter steigern. "Wir sehen durchaus viele Nationen, die zumindest privat davon sprechen, wieder wettbewerbsfähig werden zu wollen, ihre Länder reindustrialisieren zu wollen und ein starkes Militär anzustreben", so der Minister.

Besonders europäische Politiker dürften jedoch öffentlich nicht von ihren grünen Positionen abrücken, prognostizierte Wright. "Eine Reihe europäischer Nationen haben ihre politischen Plattformen und ihren Wunsch, in irgendeinem Bereich der Welt relevant zu sein, auf eine Netto-Null-Agenda gesetzt", sagte er. Nur die "kalte, harte Realität", der Aufstand der Bevölkerung und die Abwahl politischer Parteien könnten die Dinge ändern.

Warnung vor unzureichendem Klimaschutz

Unabhängige Berater der Europäischen Union warnten erst am Dienstag, dass die EU nicht auf den sich verschlechternden Klimawandel vorbereitet sei. Die Gemeinschaft müsse dringend ihre Investitionen zum Schutz von Menschen und Infrastruktur erhöhen. Die Vereinten Nationen stellten fest, dass die aktuellen nationalen Klimazusagen der Länder – selbst bei vollständiger Umsetzung – in diesem Jahrhundert zu einer globalen Erwärmung von 2,3 bis 2,5 Grad Celsius führen würden.

Die Forderungen der US-Regierung stehen im direkten Widerspruch zu den wissenschaftlichen Empfehlungen internationaler Klimaexperten. Die IEA hatte in den vergangenen Jahren wiederholt betont, dass ein rascher Ausstieg aus fossilen Brennstoffen notwendig sei, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels abzuwenden. Das amerikanische Ultimatum dürfte die Spannungen zwischen den USA und ihren europäischen Partnern in der Energie- und Klimapolitik weiter verschärfen.

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