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US-Energieminister fordert Verdoppelung der Ölproduktion

Chris Wright kritisiert auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos die EU-Klimapolitik scharf und fordert eine massive Ausweitung der globalen Ölförderung. Die europäischen Nachhaltigkeitsregeln seien Handelshemmnisse.

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US-Energieminister fordert Verdoppelung der Ölproduktion

US-Energieminister Chris Wright hat auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos eine deutliche Kehrtwende in der globalen Energiepolitik gefordert. Die Welt müsse die Ölproduktion mehr als verdoppeln, erklärte Wright am Donnerstag. Damit stellte er sich gegen den bisherigen Kurs des Forums, das traditionell kohlenstoffarme Energiestrategien favorisiert.

Jahrzehntelange Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen

Gemeinsam mit Vicki Hollub, CEO des Ölkonzerns Occidental Petroleum, betonte Wright, dass die Welt noch für Jahrzehnte auf Öl angewiesen bleiben werde. Die aktuelle globale Ölversorgung liegt laut Internationaler Energieagentur bei 107,4 Millionen Barrel pro Tag. Diese Menge müsse nach Wrights Einschätzung deutlich gesteigert werden, um den weltweiten Energiebedarf zu decken.

Scharfe Kritik an EU-Nachhaltigkeitsregeln

Besonders kritisch äußerte sich der Energieminister zu den europäischen Unternehmensvorschriften. Die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) und der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) stellten erhebliche Risiken für die transatlantische Energiekooperation dar. "Wir arbeiten mit unseren Kollegen hier in Europa daran, diese Barrieren zu beseitigen", so Wright.

Die CSDDD verpflichtet große Unternehmen zur Offenlegung ihrer Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Der CBAM belastet Importe aus Ländern mit geringerer CO2-Bepreisung zusätzlich. Besonders problematisch sieht Wright die EU-Anforderungen zur Überwachung und Meldung von Methanemissionen bei Öl- und Gasimporten.

LNG als Ersatz für russisches Gas

Die USA seien durch ihre erhöhte Erdgasproduktion und Investitionen in LNG-Exportterminals in der Lage, die russischen Gasimporte Europas zu ersetzen. Nach dem Ukraine-Konflikt 2022 hatte Europa seine Abhängigkeit von russischem Gas stark reduziert. Wright sieht die europäischen Umweltauflagen jedoch als Hindernis für eine verstärkte Zusammenarbeit.

Kalifornien als abschreckendes Beispiel

Als warnendes Beispiel nannte Wright die Energiepolitik Kaliforniens, die er mit der europäischen verglich. Die strengen Regulierungen hätten zu deutlich höheren Energiepreisen für die Verbraucher geführt. Occidental Petroleum zog sich bereits 2014 aus dem Bundesstaat zurück – laut CEO Hollub eine direkte Folge der Regulierungen.

Die Zahlen sind dramatisch: Kaliforniens Rohölproduktion ist von 1,1 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 1985 auf nur noch 300.000 Barrel pro Tag im Jahr 2024 gesunken. Gleichzeitig sollen zwei Raffinerien stillgelegt werden, die zusammen 17 Prozent der Benzinproduktionskapazität des Staates ausmachen.

Gesetzliche Gegenmaßnahmen

Als Reaktion auf die drohende Versorgungskrise verabschiedeten kalifornische Gesetzgeber im September ein Gesetz, das den Bau tausender neuer Bohrlöcher ermöglichen soll. Ziel ist es, Raffinerien günstiger mit Rohöl zu versorgen und die Verbraucherpreise zu stabilisieren. Die geografische Isolation von den Raffineriezentren an der Golfküste macht Kalifornien besonders anfällig für Preisschwankungen.

EU-Reaktion steht aus

Die Europäische Union hat bislang nicht auf Wrights Kritik reagiert. Investoren hatten zuletzt bereits Bedenken geäußert, dass eine Abschwächung der Transparenzregeln es schwieriger mache, Unternehmen zu identifizieren, die sich glaubhaft dekarbonisieren. Die EU hatte den Umfang ihrer Offenlegungsregeln zur Nachhaltigkeit nach monatelangem Druck von Unternehmen und Regierungen kürzlich reduziert.

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