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US-Einzelhandelsumsätze brechen im Juli so stark ein wie seit 14 Monaten nicht

Der US-Einzelhandel verzeichnete im Juli den ersten Rückgang seit neun Monaten – und schürt damit Zinssenkungshoffnungen.

US-Einzelhandelsumsätze brechen im Juli so stark ein wie seit 14 Monaten nicht

Die US-Einzelhandelsumsätze sind im Juli um 0,6 % gesunken und haben damit den ersten monatlichen Rückgang seit neun Monaten markiert. Das teilte das US-Handelsministerium am Freitag mit. Es handelt sich zugleich um das größte Minus seit 14 Monaten – ein deutliches Signal für eine Abkühlung des amerikanischen Konsums.

Der Rückgang überraschte die Märkte erheblich. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten im Schnitt noch mit einem leichten Anstieg von 0,1 % gerechnet. Im Vormonat Juni hatte es noch ein Plus von 0,2 % gegeben. Im Jahresvergleich lagen die Umsätze jedoch weiterhin um 5,0 % über dem Niveau des Vorjahresmonats Juli.

Wer zog den Einzelhandel nach unten?

Besonders stark belastet wurde die Gesamtzahl durch den Versand- und Online-Handel, der mit einem Minus von 2,2 % den größten Rückgang aller Kategorien verzeichnete. Kfz- und Teilehändler meldeten einen Einnahmerückgang von 1,8 %. Elektronik- und Haushaltsgerätegeschäfte verbuchten ein Minus von 0,5 %, während die Umsätze an Tankstellen infolge niedrigerer Benzinpreise um 0,9 % zurückgingen.

Das Handelsministerium erklärte den Rückgang teilweise mit dem veränderten Termin des Amazon Prime Day, der in diesem Jahr von Juli auf Juni vorverlegt worden war. Dadurch entfiel ein wichtiger Umsatztreiber für den Juli. Hinzu kamen konkurrierende Werbeaktionen anderer Einzelhändler, die ebenfalls in den Juni vorgezogen wurden. Auch der nachlassende Effekt hoher Steuerrückerstattungen trug laut Ministerium zu dem Rückgang bei.

Ökonomen sehen Zeichen einer Konsumverlangsamung

Sal Guatieri, Senior Economist bei BMO Capital Markets, ordnete die Daten klar ein: „Dies deutet auf eine erhebliche Verlangsamung des Wachstums der realen Konsumausgaben im dritten Quartal hin." Er ergänzte: „Dies erhöht zusammen mit einem schwächeren Arbeitsmarktbericht und einer gedämpften Kerninflation der Verbraucherpreise die Wahrscheinlichkeit, dass der Offenmarktausschuss (FOMC) im September erneut geduldig bleibt."

Die schwachen Einzelhandelsdaten reihen sich in eine Reihe von Signalen ein, die auf eine Abkühlung der US-Wirtschaft hindeuten. Neben den Umsatzrückgängen im Einzelhandel hatten zuletzt auch Berichte über Arbeitsplatzverluste und moderate Inflationswerte die Erwartungen an den Finanzmärkten geprägt. Ökonomen wiesen zudem darauf hin, dass Verbraucher angesichts anhaltend hoher Preise bei ihren Einkäufen zunehmend wählerischer werden.

An den Finanzmärkten verstärkten die Daten die Erwartung, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Zinssätze bei ihrer September-Sitzung nicht anheben wird. Voraussetzung bleibt allerdings, dass die Preis- und Beschäftigungsdaten für August keine positiven Überraschungen liefern. Für deutsche Anleger ist diese Entwicklung bedeutsam, da die Zinspolitik der Fed maßgeblichen Einfluss auf globale Kapitalmärkte, den Euro-Dollar-Kurs und damit auch auf europäische Exportwerte hat.

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