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US-Einfamilienhausbau fällt im Mai auf Achtmonatstief

Höhere Hypothekenzinsen und gestiegene Baukosten belasten den amerikanischen Wohnungsmarkt spürbar.

US-Einfamilienhausbau fällt im Mai auf Achtmonatstief

Der Bau von Einfamilienhäusern in den USA ist im Mai auf den niedrigsten Stand seit acht Monaten gesunken. Die Baubeginne für Einfamilienhäuser gingen um 1,9 % auf eine saisonbereinigte Jahresrate von 882.000 Einheiten zurück. Das geht aus Daten hervor, die das Census Bureau des US-Handelsministeriums am Dienstag veröffentlichte. Der Wert markiert das schwächste Ergebnis seit September des Vorjahres.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat fiel der Rückgang noch deutlicher aus: Der Bau von Einfamilienhäusern sank um 6,7 %. Einfamilienhäuser machen den Großteil der gesamten Wohnungsbautätigkeit in den USA aus, weshalb diese Zahlen als wichtiger Indikator für die Gesundheit des amerikanischen Immobilienmarktes gelten.

Hypothekenzinsen als zentraler Belastungsfaktor

Ein wesentlicher Treiber der Schwäche sind gestiegene Hypothekenzinsen. Der Zinssatz für 30-jährige Festzins-Hypotheken – das in den USA mit Abstand gängigste Finanzierungsmodell – ist seit Ende Februar um mehr als 50 Basispunkte gestiegen. Als Ursache gilt der Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran, der die Ölpreise in die Höhe trieb und damit Inflation sowie Renditen von Staatsanleihen ansteigen ließ.

Am vergangenen Sonntag gaben Washington und Teheran bekannt, eine Einigung erzielt zu haben, um den Krieg zu beenden und die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt für den Öltransport, deren Sperrung maßgeblich zur Energiepreisinflation beigetragen hatte.

Zölle und strukturelle Schwäche belasten zusätzlich

Bereits vor Kriegsbeginn stand der US-Wohnungsmarkt unter erheblichem Druck. Importzölle verteuerten die Preise für Baumaterialien und Haushaltsgeräte, was die Baukosten für Projektentwickler und Eigenheimkäufer gleichermaßen erhöhte. Die Wohnungsbauinvestitionen – zu denen auch der Hausbau zählt – sind inzwischen seit fünf Quartalen in Folge rückläufig, was auf eine anhaltende strukturelle Schwäche im Sektor hindeutet.

Ein leicht positives Signal liefern die Baugenehmigungen, die als Frühindikator für künftige Bautätigkeit gelten. Die Genehmigungen für Einfamilienhäuser stiegen im Mai um 0,6 % auf eine Rate von 886.000 Einheiten. Im Jahresvergleich lagen sie allerdings noch immer 1,8 % im Minus, was den übergeordneten Abwärtstrend bestätigt.

Für deutsche Anleger und Beobachter sind diese Daten relevant, da der US-Immobilienmarkt ein wichtiger Konjunkturindikator für die weltgrößte Volkswirtschaft ist. Ein anhaltend schwacher Wohnungsbau kann Auswirkungen auf Baustoffhersteller, Finanzinstitute und den privaten Konsum haben – und damit auch auf international aufgestellte Unternehmen und Aktienmärkte weltweit.

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