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US-Eierproduzenten zahlen 3,3 Millionen Dollar wegen Preisabsprachen

Drei der größten US-Eierkonzerne einigen sich mit dem Justizministerium und 17 Bundesstaaten auf einen Vergleich.

US-Eierproduzenten zahlen 3,3 Millionen Dollar wegen Preisabsprachen

Cal-Maine Foods, Versova und Hickman's Egg Ranch – drei der größten Eiererzeuger der USA – haben sich mit dem US-Justizministerium (DOJ) und einer Koalition aus 17 Bundesstaaten auf einen Vergleich geeinigt. Der Vergleich sieht Strafzahlungen in Höhe von insgesamt 3,3 Millionen US-Dollar vor. Im Mittelpunkt der Vorwürfe steht die mutmaßliche Manipulation des US-amerikanischen Eierpreisindex zwischen Juni 2022 und März 2025.

Den Unternehmen wird vorgeworfen, gemeinsam den täglichen Eierpreisindex des Marktforschungsunternehmens Urner Barry beeinflusst zu haben. Dieser Index gilt als maßgeblicher Referenzwert für Großhandelsverträge in der gesamten US-Eierbranche. Durch koordiniertes, aggressives Bieten auf einer Großhandelsbörse sollen die Konzerne den Benchmark-Preis künstlich in die Höhe getrieben haben – mit direkten Folgen für Einzelhändler und Verbraucher.

Besonders brisant: Laut Gerichtsdokumenten soll es am 19. Dezember 2022 ein Telefonat zwischen Führungskräften gegeben haben, in dem Strategien zur Hochhaltung der Preise vor der Weihnachtssaison besprochen wurden. Ein mutmaßlicher Mittäter soll dabei vorgeschlagen haben, die Gruppe solle „bieten wie man in Chicago wählt – früh und oft". Das DOJ verweist zudem darauf, dass die Eierpreisnotierungen nach Einleitung der Ermittlungen im März 2025 deutlich zurückgingen.

Vergleichskonditionen im Detail

Die finanzielle Aufteilung des Vergleichs gestaltet sich wie folgt: Cal-Maine Foods zahlt 1,5 Millionen Dollar, Hickman's Egg Ranch 1 Million Dollar und Versova 800.000 Dollar. Zusammen ergibt das die vereinbarte Gesamtsumme von 3,3 Millionen Dollar.

Über die Geldstrafen hinaus verpflichten sich die Unternehmen zur Spende von rund 53 Millionen Eiern an Lebensmittelbanken und gemeinnützige Organisationen. Auf Basis aktueller Einzelhandelspreise von etwa 2,19 US-Dollar pro Dutzend entspricht dies einem geschätzten Warenwert von rund 9,7 Millionen Dollar. Zusätzlich müssen alle drei Konzerne umfassende Kartellrechts-Compliance-Programme einführen und eigene Compliance-Beauftragte benennen.

Unternehmen bestreiten Fehlverhalten

Trotz der Einigung betonen Cal-Maine Foods und Versova, kein Unrecht begangen zu haben. Beide Unternehmen bezeichneten die Vorwürfe als haltlos und erklärten, ihr Verhalten sei stets rechtmäßig gewesen. Die historisch hohen Eierpreise – die Anfang 2025 Rekordwerte von über 6 US-Dollar pro Dutzend erreichten – seien in erster Linie auf legitime Marktfaktoren zurückzuführen, insbesondere auf die wiederkehrenden und schweren Ausbrüche der Vogelgrippe (Aviäre Influenza).

Die Vogelgrippe hat die US-Eierbranche über mehrere Jahre hinweg stark belastet: Millionen von Legehennen mussten gekeult werden, was zu erheblichen Angebotsengpässen führte. Versova wies zudem darauf hin, dass ein Großteil seines Geschäfts auf sogenannten „getreidebasierten Verträgen" basiere, bei denen die Preise an die schwankenden Futterkosten gekoppelt seien. Mantiqueira USA, das Hickman's Egg Ranch im November übernommen hat, erklärte, das beanstandete Verhalten liege vor dem Zeitpunkt der Übernahme.

Hintergrund: Eierpreise als Symbol der US-Inflation

Die Ermittlungen fanden vor dem Hintergrund einer intensiven öffentlichen Debatte über Lebensmittelinflation in den USA statt. Im Februar 2023 meldete das Bureau of Labor Statistics, dass die Einzelhandelspreise für ein Dutzend Eier der Güteklasse A im Jahresvergleich um 150 Prozent gestiegen waren – der größte jemals verzeichnete Jahresanstieg. Eierpreise wurden damit zu einem Symbol der Erschwinglichkeitskrise nach der Covid-19-Pandemie.

Während Ökonomen und Branchenvertreter die angebotseitigen Schocks durch die Vogelgrippe als Hauptursache der Preissteigerungen anführen, deutet die DOJ-Untersuchung darauf hin, dass auch unternehmerisches Fehlverhalten zur finanziellen Belastung amerikanischer Haushalte beigetragen haben könnte.

An der Koalition der beteiligten Bundesstaaten sind insgesamt 17 US-Staaten beteiligt, darunter Kalifornien, Texas, New York, Florida und Pennsylvania. Die breite geografische Beteiligung unterstreicht das landesweite Ausmaß der mutmaßlichen Preismanipulation. Der Vergleich bedarf noch der endgültigen Genehmigung durch ein Bundesgericht.

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