US-Dollar steigt: Zinserwartungen und Trump-Xi-Gipfel im Fokus
Starke Inflationsdaten treiben den Dollar nach oben, während Anleger den Handelsgipfel zwischen Trump und Xi Jinping genau beobachten.

Der US-Dollar hat am Donnerstag Auftrieb erhalten – gestützt durch gestiegene Renditen von US-Staatsanleihen und wachsende Erwartungen an Zinserhöhungen der Federal Reserve. Gleichzeitig richtete sich der globale Fokus auf einen zweitägigen Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping, der die Finanzmärkte in Atem hält.
Xi erklärte Trump, dass die Handelsgespräche Fortschritte machten. Gleichzeitig warnte er jedoch, dass Unstimmigkeiten über Taiwan die bilateralen Beziehungen auf einen „gefährlichen Pfad" führen könnten. Trump selbst bezeichnete das Treffen als möglicherweise den „größten Gipfel aller Zeiten" – eine Formulierung, die die hohen Erwartungen der Märkte widerspiegelt.
Gegenüber einem Währungskorb notierte der US-Dollar zuletzt bei 98,48 – ein Plus von mehr als 0,6 % in der bisherigen Woche. Der Euro blieb mit 1,1714 Dollar kaum verändert und steuerte auf einen Wochenverlust von 0,6 % zu, was dem stärksten Rückgang seit zwei Monaten entspräche. Das Britische Pfund notierte bei 1,3524 Dollar und verzeichnete einen Wochenverlust von rund 0,8 %, was teilweise auf politische Turbulenzen im Inland zurückzuführen war.
Yuan auf Mehrjahreshoch – Behörden bremsen Aufwertung
Besonders im Blickpunkt stand der chinesische Yuan: Chinas Onshore-Yuan behauptete sich nahe dem Dreijahreshoch von 6,7840 pro Dollar, das er zu Beginn der Handelssitzung erreicht hatte. Das Offshore-Pendant legte sogar auf 6,7817 pro Dollar zu – den stärksten Stand seit mehr als drei Jahren. Händler hatten die Währung im Vorfeld des Gipfels in Erwartung von Handelsabkommen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt nach oben getrieben.
Analysten von Barclays erklärten, sie erwarteten, dass der Yuan kurzfristig stabil bleibe, was „auch dazu beitragen würde, den Weg für die Gespräche zwischen den USA und China zu ebnen". Gleichzeitig wiesen sie darauf hin: „Der Widerstand der Behörden durch Fixings und Interventionen deutet jedoch auf eine begrenzte Geduld gegenüber einer schnellen Aufwertung hin."
Gegenüber dem japanischen Yen gab der Dollar anfängliche Gewinne wieder ab und notierte mit 157,87 etwas schwächer. Die japanische Währung erhielt Unterstützung durch Äußerungen von Kazuyuki Masu, Mitglied des Vorstands der Bank of Japan. Er erklärte, die Zentralbank solle die Zinsen zeitnah anheben, sofern es keine klaren Anzeichen für eine wirtschaftliche Abschwächung gebe.
Inflationsdaten befeuern Zinserhöhungserwartungen
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Zur AktienanalyseDer Greenback wurde maßgeblich durch Anzeichen eines erneuten Inflationsdrucks in den USA gestützt. Daten vom Mittwoch zeigten, dass die US-Erzeugerpreise im April den stärksten Anstieg seit vier Jahren verzeichneten. Dies folgte auf Zahlen vom Dienstag, die einen weiteren soliden Anstieg der Verbraucherpreise auswiesen – die jährliche Inflationsrate stieg so schnell wie seit drei Jahren nicht mehr.
„Die Inflationsdaten, die wir diese Woche erhalten haben, werden von den FOMC-Mitgliedern, einschließlich des künftigen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh, sicher nicht begrüßt", sagte Carol Kong, Währungsstrategin bei der Commonwealth Bank of Australia. Der US-Senat hatte Warsh am Mittwoch als neuen Fed-Vorsitzenden bestätigt und damit den 56-jährigen Juristen und Finanzexperten an die Spitze der US-Notenbank gestellt.
Kong prognostiziert konkrete Konsequenzen für die Geldpolitik: „Wir prognostizieren, dass der FOMC ab Dezember dieses Jahres einen Straffungszyklus einleiten muss, und wir rechnen derzeit mit drei Zinserhöhungen in diesem Zyklus." Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Märkte inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 31,8 % für eine Zinserhöhung ein – ein Zeichen dafür, dass die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik deutlich gestiegen sind.

