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US-Dollar steigt nach Warsh-Nominierung – Handelsdeal mit Indien belastet Ölpreise

Fed-Nominierung und Handelsnachrichten treiben Dollar auf Zweimonatshoch – Gold verzeichnet historischen Einbruch

US-Dollar steigt nach Warsh-Nominierung – Handelsdeal mit Indien belastet Ölpreise

Der US-Dollar hat am Montag deutlich zugelegt und die starke Performance vom Freitag fortgesetzt. Der Dollar-Index kletterte um 0,7 Prozent auf 97,65 Punkte, nachdem er bereits am Freitag um ein Prozent gestiegen war. Damit verzeichnete die US-Währung die erste zweitägige Gewinnsträhne seit Mitte Januar.

Auslöser der Dollar-Stärke war die Nominierung von Kevin Warsh zum neuen Fed-Vorsitzenden durch US-Präsident Donald Trump. Der ehemalige Fed-Gouverneur gilt zwar mehrheitlich als Befürworter niedrigerer Zinsen, wird jedoch auch als Kritiker der expansiven Geldpolitik gesehen. Analysten von Wells Fargo dämpften allerdings Erwartungen einer drastischen Bilanzreduzierung, da das aktuelle "Ample Reserve"-System tief im Finanzsystem verankert sei.

Handelsdeal mit Indien bewegt Märkte

Zusätzlichen Auftrieb erhielt der Dollar durch einen überraschenden Handelsdeal zwischen den USA und Indien. Premierminister Narendra Modi stimmte zu, den Kauf von russischem Öl einzustellen und stattdessen amerikanische sowie möglicherweise venezolanische Produkte zu beziehen. Im Gegenzug senken die USA ihren reziproken Zolltarif von 25 auf 18 Prozent. Indien verpflichtete sich zudem, amerikanische Waren im Wert von über 500 Milliarden Dollar zu kaufen.

Die Ölpreise reagierten mit deutlichen Verlusten auf die Nachricht. Brent-Futures fielen um 4,2 Prozent auf 66,41 Dollar je Barrel, während WTI-Futures um 4,5 Prozent auf 62,25 Dollar absackten. Zusätzlichen Druck erzeugten Trumps Aussagen über "ernsthafte Gespräche" mit dem Iran.

Wall Street im Plus – defensive Rotation erkennbar

Die US-Börsen schlossen am Montag im grünen Bereich. Der Dow Jones Industrial Average legte um 1,1 Prozent auf 49.407,66 Punkte zu – der stärkste Handelstag seit dem 21. Januar. Der S&P 500 gewann 0,6 Prozent auf 6.978,65 Punkte, während der Nasdaq Composite ebenfalls um 0,6 Prozent auf 23.592,11 Punkte zulegte.

Marktstrategen beobachteten eine "defensive Rotation" am Aktienmarkt. Konsumgüteraktien zeigten sich stark, während KI-Werte wie Nvidia etwas nachließen. Apple profitierte von seiner begrenzten KI-Exposition, während Pepsi, Coca-Cola und Walmart zulegten.

Edelmetalle unter Druck

Der festere Dollar belastete die Edelmetallmärkte erheblich. Spotgold verzeichnete seinen schlechtesten Handelstag seit Jahrzehnten, während Silber den größten Tagesrückgang seiner Geschichte erlebte. Gewinnmitnahmen nach den starken Anstiegen der Vormonate verstärkten den Abwärtsdruck.

Euro fällt von Wochenhoch zurück

In Europa gab EUR/USD um 0,5 Prozent auf 1,1785 nach, nachdem das Währungspaar in der Vorwoche noch an der 1,20er-Marke gekratzt hatte. Deutsche Einzelhandelsumsätze stiegen im Dezember leicht um 0,1 Prozent. Der HCOB Manufacturing PMI für die Eurozone verbesserte sich im Januar auf 49,5 Punkte.

Die Europäische Zentralbank wird auf ihrer Sitzung diese Woche voraussichtlich die Zinsen unverändert lassen. ING-Analysten merkten an, dass die Wahrscheinlichkeit einer verbalen Intervention der EZB zum Eurokurs sinke, da EUR/USD nicht mehr bei 1,20 notiere. Auch die Bank of England dürfte am Donnerstag keine Zinsänderung vornehmen.

Asiatische Währungen gemischt

USD/JPY stieg auf 155,63, nachdem Japans Premierministerin Sanae Takaichi in einer Wahlkampfrede die Vorteile einer schwächeren Währung betonte und damit Erwartungen einer Währungsintervention dämpfte. Der australische Dollar fiel um 0,3 Prozent auf 0,6943, während die Märkte auf die morgige Sitzung der Reserve Bank of Australia blicken, bei der eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte erwartet wird.

Berichtssaison geht weiter

Die Quartalszahlen-Saison setzt sich diese Woche fort. Walt Disney meldete zwar gute Umsätze und Gewinne für das Weihnachtsquartal, warnte jedoch vor rückläufigen internationalen Besucherzahlen. In dieser Woche werden über 100 S&P 500-Unternehmen ihre Zahlen vorlegen, darunter Amazon und Alphabet. Oracle kündigte an, 2026 zwischen 45 und 50 Milliarden Dollar aufzunehmen, um seine KI- und Cloud-Infrastruktur auszubauen.

Der US-Arbeitsmarktbericht für Januar, ursprünglich im Fokus der Woche, wurde aufgrund des teilweisen Regierungsstillstands verschoben. Das U.S. Bureau of Labor Statistics nannte keinen neuen Veröffentlichungstermin.

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