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US-Dollar stark vor Arbeitsmarktbericht – Yen unter Interventionsdruck

Der Dollar hält sich nahe 13-Monats-Hochs, während der Yen auf 40-Jahres-Tiefs verharrt und Tokio Interventionen vorbereitet.

US-Dollar stark vor Arbeitsmarktbericht – Yen unter Interventionsdruck

Der US-Dollar bewegte sich am Donnerstag nahe seiner jüngsten 13-Monats-Hochs und hielt sich damit in einer starken Position, bevor die mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht werden. Der Dollar-Index stabilisierte sich bei rund 101,39 Punkten – nahe seinem stärksten Stand seit Mai 2025. Gleichzeitig verharrte der japanische Yen auf 40-Jahres-Tiefs, was die Märkte in Alarmbereitschaft hinsichtlich möglicher staatlicher Interventionen Tokios versetzt.

Rückenwind erhielt der Dollar durch falkenhaft klingende Äußerungen von Fed-Vorsitzendem Kevin Warsh, der auf einem Forum der Europäischen Zentralbank am Mittwoch unmissverständlich klarstellte, dass er strikt am 2-Prozent-Inflationsziel der Fed festhalten werde. Er werde jeden „enttäuschen", der eine lockerere Geldpolitik erwarte. Diese Aussagen verstärkten die wachsende Marktüberzeugung, dass die US-Notenbank die Zinsen in diesem Jahr mindestens einmal anheben wird.

Fed-Unabhängigkeit und Zinsentscheidung im Juli

Warsh betonte zudem die Unabhängigkeit der Fed von Präsident Donald Trump, der die Zentralbank wiederholt zu Zinssenkungen aufgefordert hatte. Der neu ernannte Fed-Vorsitzende kündigte an, dass die Zentralbank auf ihrer Juli-Sitzung über eine mögliche Zinserhöhung entscheiden werde. Mehrere Fed-Entscheidungsträger hatten bereits während der Juni-Sitzung entsprechende Signale gesendet.

Die Erwartungen einer restriktiven Geldpolitik speisen sich vor allem aus der hartnäckigen US-Inflation der vergangenen Monate. Hohe Energiepreise und steigende Chipkosten tragen dabei zum allgemeinen Preisdruck bei. Neben der Inflation gilt der Arbeitsmarkt als entscheidender Faktor für künftige Zinsentscheidungen der Fed.

Die Daten zu den Nonfarm Payrolls – also den Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft – für den Monat Juni werden im späteren Verlauf des Donnerstags erwartet. Obwohl Analysten eine gewisse Abkühlung des Beschäftigungswachstums prognostizieren, überraschte der Bericht in den vergangenen drei Monaten konsistent nach oben. Ein robuster Arbeitsmarkt würde der Fed zusätzlichen Spielraum für Zinserhöhungen verschaffen.

Yen auf 40-Jahres-Tief – Tokio bereitet Gegenmaßnahmen vor

Der japanische Yen gehört zu den Währungen, die am stärksten unter den Spekulationen über US-Zinserhöhungen leiden. Das Währungspaar USD/JPY stabilisierte sich bei 162,53 Yen. Reuters berichtete, dass japanische Behörden eine gezieltere Kampagne vorbereiten, um Spekulanten ins Visier zu nehmen und die Landeswährung zu stützen.

Tokio hatte bereits bis Ende April und Anfang Mai zig Milliarden US-Dollar eingesetzt, um den Yen zu stützen – mit nur kurzfristiger Wirkung. Auch eine jüngste Zinserhöhung der Bank of Japan konnte der angeschlagenen Währung kaum dauerhaften Auftrieb verleihen. Die Märkte bleiben daher wachsam gegenüber weiteren Interventionen.

Auch andere Währungen zeigten nennenswerte Bewegungen: Der Euro legte um 0,1 Prozent zu, das britische Pfund gewann knapp 0,2 Prozent. Der australische Dollar bewegte sich nahe Dreimonatstiefs, nachdem Australien im Mai unerwartet das größte Handelsbilanzdefizit seit elf Jahren verzeichnet hatte. Sinkende Exporte von Gold und Eisenerz waren die Haupttreiber dieses Defizits, da die weltweite Rohstoffnachfrage durch wirtschaftliche Unsicherheiten rund um Zinserhöhungen und den Krieg im Nahen Osten belastet wurde.

Der chinesische Yuan fiel gegenüber dem Dollar um 0,1 Prozent und verharrte in einer engen Handelsspanne, während die People's Bank of China weiterhin konservative Mittelkursfixierungen vornahm. Das Währungspaar USD/SGD des Singapur-Dollars blieb unverändert.

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