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US-Dollar stabilisiert sich trotz schwindender Friedenshoffnungen im Nahen Osten

Optimismus über ein mögliches Iran-Abkommen weicht Skepsis – Ölpreise, Währungen und Anleihen reagieren nervös.

US-Dollar stabilisiert sich trotz schwindender Friedenshoffnungen im Nahen Osten

Der US-Dollar hat sich am Dienstag stabilisiert, nachdem schwindende Hoffnungen auf ein schnelles Friedensabkommen mit dem Iran die Risikobereitschaft an den Märkten gedämpft hatten. Gegenüber einem Währungskorb notierte der Dollar bei 99,031. Der Euro gab leicht auf 1,163 Dollar nach, nachdem er am Montag noch um 0,3 Prozent gestiegen war.

Auslöser für den Stimmungsumschwung waren Äußerungen von US-Außenminister Marco Rubio, wonach die Aushandlung eines Abkommens mit dem Iran „einige Tage dauern" könnte. Dies kam einen Tag nachdem die US-Streitkräfte nach Angaben Washingtons Verteidigungsschläge im Süden Irans durchgeführt hatten. Die Kombination aus militärischer Eskalation und diplomatischer Unsicherheit belastete die Märkte spürbar.

Die Aussicht auf ein Friedensabkommen hatte die Ölpreise in dieser Woche zunächst unter 100 Dollar pro Barrel gehalten, den Druck auf Schwellenländerwährungen gemildert und die Risikobereitschaft leicht gestärkt. Doch dieser Optimismus erwies sich als fragil.

Experten warnen vor voreiligem Optimismus

Charu Chanana, Chef-Anlagestratege bei Saxo in Singapur, ordnete die Marktbewegungen ein: „Die Märkte preisen zu Recht einen gewissen Optimismus ein, denn schon ein Weg zur Wiedereröffnung von Hormus senkt das extreme Tail-Risiko in Bezug auf Öl, Inflation und das globale Wachstum." Gleichzeitig mahnte sie zur Vorsicht: „Ich würde positive Verhandlungsgeräusche noch nicht mit einer dauerhaften Deeskalation verwechseln."

Chanana betonte, der eigentliche Test sei nicht der Schlagzeilen-Deal, sondern ob sich Tanker frei bewegen könnten, die Versicherungsprämien sänken und sich die Energieströme normalisierten. „Bis dahin dürfte dies ein Stop-and-Go-Risk-on-Handel bleiben", so die Expertin.

Der Australische Dollar, der oft als Indikator für die globale Risikobereitschaft gilt, notierte 0,23 Prozent niedriger bei 0,7158 Dollar, nachdem er am Montag noch um 0,65 Prozent zugelegt hatte. Der Neuseeland-Dollar verlor 0,42 Prozent auf 0,5848 Dollar – auch im Vorfeld der Zinsentscheidung der neuseeländischen Zentralbank am Mittwoch. Eine Reuters-Umfrage unter 29 Ökonomen ergab, dass 28 von ihnen keine Änderung der Zinsen erwarten. Der japanische Yen notierte bei 158,99 pro US-Dollar.

Ölpreise erholen sich teilweise – Normalisierung bleibt fern

Die Brent-Rohöl-Futures stiegen zu Handelsbeginn am Dienstag um 1,5 Prozent auf 97,76 Dollar pro Barrel, nachdem sie am Montag infolge der Nachrichten über die US-Angriffe um 7 Prozent gefallen waren. Die US-Märkte holten zudem den Rückgang der globalen Anleiherenditen nach, da sie nach einem Feiertag erst am Dienstag wieder öffneten. Die Renditen von US-Staatsanleihen fielen daraufhin kräftig.

Analysten rechnen jedoch nicht damit, dass die Energiepreise in absehbarer Zeit auf das Vorkriegsniveau zurückkehren werden – selbst bei einer kurzfristigen diplomatischen Lösung. Die Normalisierung der Lieferketten werde Zeit in Anspruch nehmen, was die Inflations- und Zinssorgen aufrechterhalten dürfte.

Die Strategen der OCBC-Bank erklärten in einer Mitteilung: „Wir erwarten weiterhin einen langsamen Rückgang der Ölpreise, selbst wenn diese in der zweiten Jahreshälfte 2026 nachhaltig unter 100 Dollar pro Barrel fallen sollten." Dies deute darauf hin, dass die Unterstützung des US-Dollars durch die Terms of Trade nicht so schnell schwinden sollte.

Kein Argument für Dollar-Pessimismus

Die OCBC-Strategen verwiesen zudem auf das widerstandsfähige US-Wachstum und den KI-getriebenen Inflationsdruck, der die Rhetorik der US-Notenbank Federal Reserve in eine restriktivere Richtung gelenkt habe. „Es gibt kein starkes Argument für eine pessimistische Haltung gegenüber dem US-Dollar", hieß es in der Mitteilung.

Für deutsche Anleger und Exporteure bleibt die Lage damit angespannt: Ein starker Dollar, hohe Energiepreise und anhaltende geopolitische Unsicherheit im Nahen Osten belasten die Planungssicherheit. Solange keine nachhaltige Deeskalation erkennbar ist, dürften die Märkte weiterhin auf jeden neuen Schlagzeilen reagieren – in beide Richtungen.

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