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US-Dollar fällt unter Vorkriegsniveau – sicherer Hafen versagt

Der WSJ Dollar Index gibt zum dritten Mal in Folge nach und unterschreitet erstmals den Stand vom 27. Februar.

US-Dollar fällt unter Vorkriegsniveau – sicherer Hafen versagt

Der US-Dollar verliert weiter an Boden. Der WSJ Dollar Index, der den Greenback gegenüber einem Korb aus 16 Währungen misst, fällt nun den dritten Handelstag in Folge und notiert damit knapp unter dem Stand vom 27. Februar – also unter dem Niveau vor Beginn des Iran-Konflikts. Für Anleger ist das eine bemerkenswerte Entwicklung.

Historisch gilt der US-Dollar als klassischer „sicherer Hafen". In Zeiten geopolitischer Spannungen und militärischer Konflikte flüchteten Investoren traditionell in die amerikanische Währung, was den Dollar in der Regel stärkte. Dieses Mal jedoch zeigt sich ein völlig anderes Bild: Der Greenback schwächelt ausgerechnet dann, wenn Anleger eigentlich Schutz suchen.

Vorbelastung durch US-Politik

Der Grund für diese ungewöhnliche Entwicklung liegt in einer Reihe von politischen Entscheidungen aus Washington. Die Währung ging bereits geschwächt in den Konflikt – belastet durch den Handelskrieg von Präsident Trump sowie durch dessen wiederholte Drohungen gegen die Unabhängigkeit der US-Notenbank Federal Reserve. Beide Faktoren sorgten im Vorfeld für erhebliche Volatilität am Devisenmarkt.

Hinzu kommen geldpolitische Weichenstellungen: Eine Serie von Zinssenkungen der Fed im vergangenen Jahr hat den Dollar zusätzlich unter Druck gesetzt. Niedrigere Zinsen machen eine Währung für internationale Anleger in der Regel weniger attraktiv, da die Renditeerwartungen sinken.

Hedgefonds wetten gegen den Dollar

Ein weiterer belastender Faktor ist das Verhalten institutioneller Investoren. Hedgefonds und andere Marktteilnehmer haben ihre Short-Positionen auf den Dollar sprunghaft erhöht – das heißt, sie wetten gezielt auf einen weiteren Wertverlust der amerikanischen Währung. Dieser Anstieg der Leerverkäufe verstärkt den Abwärtsdruck auf den Greenback zusätzlich.

Die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, handelspolitischen Spannungen, geldpolitischer Lockerung und wachsendem Misstrauen gegenüber der institutionellen Unabhängigkeit der Fed zeichnet ein ungewöhnliches Bild. Der Dollar, einst verlässlicher Anker in stürmischen Zeiten, hat seinen Ruf als sicherer Hafen zumindest vorübergehend eingebüßt.

Für deutsche Privatanleger ist diese Entwicklung von besonderer Bedeutung: Ein schwächerer Dollar bedeutet in der Regel einen stärkeren Euro, was US-Investments in Euro gerechnet weniger wert macht. Wer in amerikanische Aktien oder Anleihen investiert ist, sollte die Wechselkursentwicklung daher genau im Blick behalten.

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