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US-Dollar fällt nach USA-Iran-Friedensabkommen auf 10-Tage-Tief

Ein Rahmenplan zur Beendigung des Krieges und Wiedereröffnung der Straße von Hormus belastet den Greenback und die Ölpreise.

US-Dollar fällt nach USA-Iran-Friedensabkommen auf 10-Tage-Tief

US-amerikanische und iranische Regierungsvertreter haben sich am Sonntag auf einen Rahmenplan für ein Abkommen geeinigt, das den Krieg zwischen beiden Ländern beenden, die US-Blockade gegen den Iran aufheben und die Straße von Hormus wiedereröffnen soll. Die Absichtserklärung soll am Freitag offiziell in der Schweiz unterzeichnet werden. Die Nachricht löste unmittelbare Reaktionen an den Devisenmärkten aus und ließ den US-Dollar auf den schwächsten Stand seit dem 5. Juni fallen.

Der Dollar-Index, der den Greenback gegenüber einem Korb von Währungen einschließlich Yen und Euro misst, verlor 0,1% und notierte bei 99,395. Gleichzeitig brachen die Ölpreise ein: Brent-Rohöl-Futures fielen um mehr als 4% auf 83,82 US-Dollar. Die nachlassenden geopolitischen Spannungen und die damit verbundenen Inflationssorgen setzten den als sicherer Hafen geltenden Dollar unter Druck.

Der Euro legte um bis zu 0,5% auf 1,1622 Dollar zu, das Pfund Sterling festigte sich um 0,4% auf 1,3459 Dollar. Beide Währungen notierten damit nahe ihrem stärksten Stand seit dem 5. Juni. Der risikosensitive Australische Dollar stieg um fast 0,7% auf 0,7087 Dollar, während der Neuseeland-Dollar um 0,6% auf 0,5863 Dollar zulegte.

Vorsicht trotz Friedenshoffnung

Trotz der positiven Signale mahnen Marktbeobachter zur Zurückhaltung. „Ich denke, wir werden im Laufe der nächsten Handelstage einen Rückgang des US-Dollars sehen. Wir werden wahrscheinlich erleben, dass einige der Risikowährungen wie der Australische Dollar und der Yen etwas aufwerten. Aber ich glaube nicht, dass wir massive Bewegungen sehen werden", sagte Nick Twidale, Chef-Marktstratege bei ATFX Global in Sydney.

Twidale wies zudem auf die praktischen Herausforderungen hin: „Es wird viel Abwarten geben, wie schnell die Meerenge wirklich wiedereröffnet wird und wie lange es dauern wird, bis die Ölströme sich tatsächlich normalisieren. Es wird sicherlich eher Monate als Wochen dauern." Die Zukunft des iranischen Atomprogramms bleibt darüber hinaus Gegenstand weiterer Verhandlungen, was die Märkte zusätzlich in Wartestellung hält.

Der japanische Yen schwächte sich auf bis zu 160,225 ab und verharrte damit weiterhin um die Marke von 160, die weithin als rote Linie für potenzielle offizielle Interventionen gilt. Diese Schwelle wird von Marktteilnehmern genau beobachtet, da sie in der Vergangenheit Interventionen der Bank of Japan ausgelöst hat.

Zentralbanken im Fokus: Fed, BoJ und RBA entscheiden diese Woche

Die wichtigsten Zentralbanken der Welt stehen in dieser Woche vor richtungsweisenden Zinsentscheidungen. Die Federal Reserve wird am Mittwoch erwartet, die Zinsen in der aktuellen Spanne von 3,5% bis 3,75% zu belassen. Alle Augen richten sich dabei auf die Grundsatzerklärung und die Pressekonferenz des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh, der Signale über den künftigen geldpolitischen Kurs aussenden wird.

Anleger haben ihre Wetten auf eine Zinserhöhung in diesem Jahr bereits deutlich reduziert. Laut dem CME FedWatch Tool wird eine Zinserhöhung im Dezember nun mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 50% eingepreist – verglichen mit über 70% noch vor einer Woche. Das Friedensabkommen könnte die Inflationsdynamik grundlegend verändern und damit den Handlungsdruck auf die Notenbanken verringern.

„Die Verhandlungen über Aspekte des Abkommens dauern an, aber zweifellos werden die Zentralbanker – zumindest vorerst – aufatmen, da die Aufwärtsrisiken für die Inflation scheinbar zurückgehen und nicht zum zentralen Szenario werden", sagte Prashant Newnaha, leitender Zinsstratege bei TD Securities in Singapur.

Die Reserve Bank of Australia (RBA) wird die Zinssätze am Dienstag voraussichtlich stabil bei 4,35% belassen, nachdem sie in diesem Jahr bereits dreimal erhöht hat. Die Bank of Japan hingegen dürfte bei ihrer zweitägigen Sitzung, die am Dienstag endet, die Zinsen auf 1% anheben – ein 31-Jahres-Hoch. Zudem wird erwartet, dass sie ihre Bereitschaft signalisiert, die Kreditkosten weiter zu erhöhen, um Inflationsrisiken zu bekämpfen – auch trotz des sich abzeichnenden Friedensabkommens.

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