US-Dollar erreicht historisches Tief bei institutionellen Investoren
Bank of America meldet Rekord-Untergewichtung des Greenback in globalen Portfolios

Institutionelle Investoren reduzieren ihre Dollar-Positionen so stark wie nie zuvor. Laut der aktuellen Devisen- und Zinsstimmungsumfrage der Bank of America (BofA) hat die Untergewichtung des US-Dollars ein historisches Rekordtief erreicht. Die Positionierung gegenüber dem Greenback fiel unter die bisherigen Tiefstände vom April 2025 und markiert damit neue Negativrekorde seit Beginn der Datenerhebung im Januar 2012.
Die Umfrage wurde zwischen dem 6. und 11. Februar unter 42 Fondsmanagern durchgeführt, die zusammen ein Vermögen von 702 Milliarden US-Dollar verwalten. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Intensivierung der bärischen Stimmung gegenüber dem Dollar. Bemerkenswert ist, dass diese negative Haltung anhält, obwohl die Sorgen um die Unabhängigkeit der Federal Reserve nach der Nominierung von Warsh als neuem Fed-Chef merklich nachgelassen haben.
Anleger suchen Alternativen zum Dollar
Wie die BofA-Strategen unter der Leitung von Ralf Preusser feststellten, führte die Entspannung der Fed-Sorgen "nicht zu einer größeren Nachfrage nach dem Dollar oder erneuter Optimismus hinsichtlich US-Vermögenswerte". Die meisten befragten Fondsmanager bevorzugen es nun, entweder ihre Devisen-Hedge-Quoten zu erhöhen oder ihre Engagements in US-Vermögenswerte aktiv zu reduzieren.
Besonders aufschlussreich: 87 Prozent der Befragten erwarten weitere Reduzierungen des Dollar-Anteils an den globalen Reserven. Eine kleine, aber wachsende Gruppe antizipiert sogar einen beschleunigten Rückgang der Dollar-Dominanz im internationalen Währungssystem.
Short-Positionen nehmen zu
Short-USD-Positionen gewinnen zunehmend an Bedeutung bei den sogenannten "Crowded Trades" – also den am stärksten besetzten Handelspositionen. Zwar bleibt Long-Risk weiterhin die am häufigsten genannte überfüllte Position, doch Dollar-Wetten auf fallende Kurse holen deutlich auf. Der Dollar-Index-Futures notierte zum Wochenende 0,1 Prozent höher bei 96,915 Punkten, was auf einen Wochenverlust von rund 0,6 Prozent hindeutete.
Die BofA weist darauf hin, dass die meisten Umfrageantworten vor der Veröffentlichung des jüngsten positiven US-Arbeitsmarktberichts eingegangen sind. Diese robusten Beschäftigungsdaten "könnten die bärische Stimmung etwas abschwächen", so die Analysten. Die Widerstandsfähigkeit der US-Konjunkturdaten und eine mögliche Neubewertung der Fed-Politik werden als primäre kurzfristige Rückenwinde für den Dollar angesehen.
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Zur AktienanalyseEuropa profitiert bei Anleihen
Es bleibt unklar, ob die reduzierte US-Exposition zu einer nachhaltigen Outperformance der Eurozone führen wird. Potenzielle Vorteile dürften jedoch vor allem dem festverzinslichen Segment zugutekommen. Ein wachsender Anteil der Investoren glaubt, dass Kapitalflüsse aus den USA in den Euroraum bei Anleihen an Dynamik gewinnen werden. Das Verhältnis von Kern-Europa-Duration zu US-Duration hat bereits Höchststände seit 2013 erreicht.
Parallel dazu hat sich die Stimmung gegenüber der Kern-Europa-Duration trotz gestiegener Engagements bärischer entwickelt. In den Schwellenländern bleiben die Investoren zwar insgesamt konstruktiv, doch zeigen sich erste Anzeichen für eine Abschwächung des extremen Optimismus. Während die EM-Währungsexposition neue Höchststände nach der COVID-Pandemie erreichte, erhöhten die Befragten ihre Barbestände und reduzierten zuvor starke Übergewichtungen bei Lokalwährungsanleihen und Fremdwährungsschulden.


