US-Dollar-Erholung gebremst: Fed-Unabhängigkeit und Zinssenkungswetten belasten Greenback
Währungsstrategen erwarten trotz kurzer Erholung weiteren Dollar-Rückgang im Jahresverlauf.

Der US-Dollar steht vor einer Phase der Unsicherheit. Laut einer aktuellen Reuters-Umfrage unter Währungsstrategen wird die jüngste Erholung des Greenback nur von kurzer Dauer sein. Die Experten rechnen damit, dass sich der Dollar zunächst stabilisiert, bevor er im späteren Jahresverlauf seinen breiteren Abwärtstrend fortsetzt.
Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump ist der Dollar um fast 11% gefallen. Trumps wiederholte Forderungen nach deutlich niedrigeren Zinsen und seine jüngst geäußerte Gleichgültigkeit gegenüber einem schwächeren Dollar haben den Rückgang beschleunigt. Die Nominierung des ehemaligen Fed-Gouverneurs Kevin Warsh als neuer Fed-Vorsitzender am vergangenen Freitag brachte dem Dollar zwar eine kurze Verschnaufpause, doch die grundlegenden Bedenken bleiben bestehen.
Markt zweifelt an Fed-Unabhängigkeit
Die Umfrage, die zwischen dem 30. Januar und 4. Februar durchgeführt wurde, zeigt kaum eine Änderung der mittelfristigen Erwartungen. Für den Euro prognostizieren die Strategen ein Niveau von 1,18 Dollar Ende Februar und 1,185 Dollar in drei Monaten. Die Sechs-Monats-Prognose liegt bei 1,20 Dollar, die Ein-Jahres-Prognose bei 1,21 Dollar – die höchsten Werte in Reuters-Umfragen seit September 2021.
"Der Dollar wird wahrscheinlich den größten Teil des Jahres, einschließlich der nächsten Wochen, unruhig sein", erklärt Jane Foley, Leiterin des Devisenresearch bei der Rabobank. "Wir glauben immer noch nicht, dass der Markt die Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit der Fed vollständig ausgeräumt hat."
Zinssenkungen trotz hartnäckiger Inflation
Bemerkenswert ist die Position der Marktteilnehmer: 48 von 50 befragten Strategen erwarten, dass die Netto-Short-Positionierung gegen den Dollar bis Ende Februar bestehen bleibt – eine Haltung, die seit mindestens April letzten Jahres unverändert ist. Dies unterstreicht das mangelnde Vertrauen in die Stärke des Greenback.
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Zur AktienanalyseTrotz einer Inflationsrate über 2% seit fast fünf Jahren – die längste Periode seit den frühen 1990er Jahren – preisen Händler von Zins-Futures weiterhin zwei Zinssenkungen für dieses Jahr ein. Die Europäische Zentralbank hingegen wird voraussichtlich ihren Einlagensatz das ganze Jahr über konstant halten, was den relativen Zinsvorteil des Dollars weiter schmälern könnte.
Die Regierung hat ihren Wunsch nach niedrigeren Zinsen trotz hartnäckiger Inflation deutlich zum Ausdruck gebracht. Diese politische Einflussnahme auf die Geldpolitik nährt die Zweifel der Marktteilnehmer an der Unabhängigkeit der Federal Reserve und belastet den Dollar nachhaltig.


