US-Dollar bleibt gestützt solange Straße von Hormus geschlossen bleibt
Goldman Sachs sieht den Greenback trotz fallender Ölpreise kurzfristig gut unterstützt – zwei globale Themen begünstigen den Dollar.

Der US-Dollar dürfte laut einer aktuellen Analyse von Goldman Sachs kurzfristig gut unterstützt bleiben – trotz des jüngsten Rückgangs der Ölpreise. Die Analysten verweisen auf zwei zentrale globale Themen, die den Greenback weiterhin stützen: den anhaltenden Investitionsboom im Bereich der künstlichen Intelligenz sowie Störungen der weltweiten Energieversorgung. Beide Faktoren spielen dem Dollar in die Hände.
Nachlassende Sorgen über eine schwere weltweite Ölknappheit haben zwar dazu beigetragen, die Erwartungen an ein deutliches Auseinanderlaufen des globalen Wachstums zu begrenzen. Das hat den Aufwärtsdruck auf den Dollar teilweise verringert. Dennoch sehen die Goldman-Sachs-Analysten die allgemeinen Rahmenbedingungen für den Greenback weiterhin als günstig an.
Straße von Hormus als entscheidender Faktor
Ein zentrales Element der Analyse ist die geopolitische Lage rund um die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den globalen Ölhandel. Die Märkte reagieren derzeit sensibel auf Schlagzeilen über einen potenziellen Waffenstillstand und laufende Verhandlungen in der Region. Goldman Sachs kommt zu dem Schluss, dass der Dollar wahrscheinlich gestützt bleibt, solange die Verhandlungen andauern und die Straße von Hormus nur teilweise passierbar ist – selbst wenn eine breitere Einigung in greifbare Nähe rückt.
Die USA befinden sich dabei in einer vergleichsweise komfortablen Position: Im Vergleich zu anderen großen Volkswirtschaften sind sie von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Energieengpässe relativ isoliert. Diese Dynamik stärkt den Dollar gegenüber anderen Währungen und verleiht dem Greenback strukturellen Rückhalt.
Federal Reserve und Zinsdifferenzen im Fokus
Die jüngsten Rückgänge der Ölpreise haben auch die Markterwartungen für zusätzliche Zinserhöhungen der Federal Reserve gedämpft – und das unmittelbar vor der geldpolitischen Sitzung in der nächsten Woche. Investoren messen dem Risiko einer weiteren Straffung durch die Fed in den kommenden Sitzungen eine geringere Prämie bei. Das begrenzt zwar den Aufwärtsdruck auf den Dollar, hebt ihn aber nicht auf.
Interessant ist dabei der Wandel in den Treibern der Devisenmärkte: Zu Beginn des Jahres waren globale Faktoren wie Rohstoffpreise und Aktienmärkte die primären Kräfte hinter den Währungsbewegungen. In jüngster Zeit haben inländische Faktoren – insbesondere Zinsdifferenzen zwischen den großen Volkswirtschaften – eine wichtigere Rolle übernommen. Dieser Wechsel ist für Devisenanleger von erheblicher Bedeutung.
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Zur AktienanalyseGeringerer Rohstoffschock dämpft Volatilität
Goldman Sachs hält fest, dass ein geringerer Rohstoffschock den Spielraum für große Wachstumsdivergenz zwischen den führenden Volkswirtschaften einschränken würde. Das wiederum würde das Potenzial für eine stark steigende Devisenvolatilität verringern. Die wachsenden Erwartungen, dass ein etwaiger Ölmangel geringer ausfallen könnte als ursprünglich befürchtet, haben bereits dazu beigetragen, die Volatilität an den Devisenmärkten einzudämmen.
Für deutsche Anleger und Unternehmen mit internationalen Geschäftsbeziehungen bleibt die Entwicklung des Euro-Dollar-Kurses damit eng an die geopolitische Lage im Nahen Osten und die Energiemärkte geknüpft. Solange die Unsicherheit rund um die Straße von Hormus anhält, dürfte der Dollar seinen strukturellen Vorteil gegenüber dem Euro und anderen Währungen behalten.


