US-Dollar auf Wochenverlust-Kurs nach schwachen Jobdaten
Schwache Nonfarm-Payrolls belasten den Greenback, während der japanische Yen dank Interventionsdrohungen Tokios Stabilität findet.

Der US-Dollar hat am Freitag von seinen fast 13-Monats-Hochs nachgegeben und steuerte auf einen Wochenverlust von 0,7% zu. Auslöser waren schwächer als erwartet ausgefallene Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft (Nonfarm Payrolls) für Juni, die Fragen zur weiteren Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve aufwarfen. Der Dollar-Index weitete damit seine Verluste aus dem Übernachthandel aus und beendete eine zweiwöchige Gewinnserie.
Die enttäuschenden Arbeitsmarktdaten sorgten für einen spürbaren Rückgang der Wetten auf eine Zinserhöhung der Fed im weiteren Jahresverlauf. Damit kehrte sich der Trend beim Greenback um, nachdem dieser zu Beginn der Woche noch ein 13-Monats-Hoch markiert hatte. Ein US-Börsenfeiertag am Freitag sorgte zusätzlich für gedämpftes Handelsvolumen und begrenzte die Kursbewegungen.
Euro und Pfund profitierten von der Dollar-Schwäche und legten im Vormittagshandel jeweils um 0,2% zu. Auch asiatische Währungen verzeichneten Gewinne. Das Währungspaar AUD/USD – das als Barometer für die regionale Risikobereitschaft gilt – stieg um knapp 0,3%.
Fed-Chef Warsh warnt vor hartnäckiger Inflation
Trotz der Schwäche blieb der Dollar durch restriktive Signale der Fed gestützt. Fed-Vorsitzender Kevin Warsh warnte in dieser Woche, dass die Zentralbank angesichts zunehmender Anzeichen für hartnäckigen Preisdruck in den USA strikt an ihrem Inflationsziel von 2% festhalten werde. Diese Haltung verhinderte einen stärkeren Rückgang des Greenbacks.
Zusätzlich dämpften die fragilen Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran die Risikobereitschaft an den Märkten. Trotz gewisser Fortschritte bei den in dieser Woche in Katar geführten Verhandlungen hielten sich Anleger zurück, was zu geringen Bewegungen in risikoorientierten Märkten führte.
Japanischer Yen stabilisiert sich – Interventionsgefahr bleibt hoch
Der japanische Yen stand im besonderen Fokus der Marktteilnehmer. Das Währungspaar USD/JPY notierte am Freitag bei rund 161,16 Yen, nachdem es im Übernachthandel deutlich gefallen war. Der Yen erholte sich in dieser Woche von seinen schwächsten Ständen seit 40 Jahren, da die japanischen Behörden ihre Warnungen vor Devisenmarktinterventionen aufrechterhielten.
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Zur AktienanalyseLaut einem Reuters-Bericht ist Tokio zu einer gezielteren Kampagne übergegangen, um Spekulanten unter Druck zu setzen und den angeschlagenen Yen zu stützen – dabei wurde die frühere Gewohnheit aufgegeben, Interventionen im Voraus anzukündigen. Bemerkenswert: Die japanische Regierung hat in der Vergangenheit bereits direkt während US-Börsenfeiertagen interveniert, was die Marktteilnehmer am Freitag besonders wachsam hielt.
Der Yen gehört in diesem Jahr zu den asiatischen Währungen mit der schlechtesten Wertentwicklung. Hohe Ölpreise, eine große Zinsdifferenz zu den USA und Unsicherheiten rund um die japanische Fiskalpolitik veranlassten Händler dazu, weitgehend gegen die Währung zu wetten.
Analysten der OCBC-Bank dämpften jedoch übertriebene Erwartungen an die Wirksamkeit von Interventionen: „Während Interventionsrisiken Phasen der Volatilität und scharfe Korrekturen auslösen können, ist es unwahrscheinlich, dass verbale und tatsächliche Interventionen allein eine nachhaltige Trendwende bei USD/JPY bewirken, ohne dass sich die zugrunde liegenden makroökonomischen Fundamentaldaten ändern", schrieben die Analysten in einer Mitteilung. Für eine dauerhafte Yen-Erholung bräuchte es demnach vor allem eine Annäherung der Zinsniveaus zwischen Japan und den USA.


