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US-Dollar auf Sechswochenhoch – Zinserhöhung und Iran-Krieg treiben Märkte

Geopolitische Unsicherheit und Inflationsängste stärken den Dollar, während der Yen erneut unter Druck gerät.

US-Dollar auf Sechswochenhoch – Zinserhöhung und Iran-Krieg treiben Märkte

Der US-Dollar notiert nahe einem Sechswochenhoch und zeigt sich stabil, während Anleger weltweit die Konsequenzen des Iran-Krieges für die Geldpolitik einpreisen. Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Konflikts im Nahen Osten schürt Inflationsängste und hat einen globalen Ausverkauf von Anleihen ausgelöst. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe erreichte dabei den höchsten Stand seit 2007.

US-Präsident Donald Trump erklärte, die Vereinigten Staaten müssten den Iran möglicherweise erneut angreifen, deutete jedoch gleichzeitig an, dass der Iran ein Abkommen zur Beendigung des Krieges anstrebe. Der Konflikt hat die Energiepreise massiv in die Höhe getrieben: Brent-Rohöl-Futures notierten im frühen Handel bei 110,80 US-Dollar pro Barrel – deutlich über dem Niveau vor Kriegsbeginn Ende Februar. Die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Versorgungsrouten für Öl und andere Rohstoffe weltweit, ist faktisch weiterhin geschlossen.

Drastische Kehrtwende bei Fed-Zinserwartungen

Der Dollar-Index, der den Greenback gegenüber einem Korb wichtiger Währungen misst, notierte stabil bei 99,306. Im Monatsverlauf hat der Index bereits mehr als 1% zugelegt – getragen von der Nachfrage nach sicheren Häfen und veränderten Zinserwartungen. Händler preisen laut dem CME FedWatch Tool nun eine Wahrscheinlichkeit von über 50% für eine Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve im Dezember ein. Das ist eine drastische Kehrtwende: Vor Ausbruch des Krieges hatten die Märkte noch zwei Zinssenkungen bis Jahresende erwartet.

Carol Kong, Währungsstrategin bei der Commonwealth Bank of Australia, rechnet mit einem „falkenhaften" Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung, das den Dollar weiter stützen dürfte. Sie verwies darauf, dass seit der April-Sitzung der US-Notenbank mehr Entscheidungsträger öffentlich vor hoher Inflation gewarnt haben. „Wir gehen weiterhin davon aus, dass der FOMC im Dezember einen Straffungszyklus einleiten wird", sagte Kong. Der Fokus der Anleger richtet sich nun auf das Fed-Sitzungsprotokoll, das im Laufe des Tages veröffentlicht werden soll.

Euro und Pfund unter Druck – Yen nähert sich Interventionszone

Auch andere wichtige Währungen spüren den Gegenwind durch den starken Dollar. Der Euro notierte zuletzt bei 1,1608 US-Dollar, nachdem er in der vorangegangenen Handelssitzung seinen niedrigsten Stand seit dem 8. April markiert hatte. Das britische Pfund lag bei 1,3398 US-Dollar und damit in der Nähe eines Sechswochentiefs, das es Anfang der Woche erreicht hatte. Der australische Dollar, der häufig als Barometer für die globale Risikostimmung gilt, verlor 0,14% auf 0,7097 US-Dollar, während der neuseeländische Dollar um 0,24% auf 0,5822 US-Dollar nachgab.

Besonders im Fokus steht der japanische Yen, der durch den Dollaranstieg erneut in die Nähe der kritischen Marke von 160 Yen pro Dollar gedrückt wurde. Zuletzt notierte er bei 159,03 Yen je US-Dollar – dem schwächsten Stand seit dem 30. April. Dieses Niveau hatte die japanischen Behörden im vergangenen Monat zu ihrer ersten Devisenmarktintervention seit fast zwei Jahren veranlasst. Tokio war Ende April und Anfang Mai in mehreren Runden eingeschritten, um den Yen-Verfall zu bremsen, doch die Wirkung hielt nicht lange an.

Christopher Wong, Währungsstratege bei OCBC, mahnt zur Vorsicht: „Kurzfristig ist die übermäßige Volatilität entscheidend, während 160/161 die zu beobachtende Marke bleibt." Er ergänzte, das Interventionsrisiko dürfte die Märkte zwar vorsichtiger machen, den Dollar/Yen-Kurs weiter nach oben zu treiben. „Doch solange die Renditen der US-Staatsanleihen und der breite US-Dollar nicht nachgeben, dürften offizielle Maßnahmen die Bewegung eher nur vorübergehend verlangsamen als umkehren", so Wong.

Der im April vereinbarte fragile Waffenstillstand zwischen dem Iran und den USA hat zwar weitgehend Bestand, doch die Märkte bleiben nervös. Solange die Straße von Hormus geschlossen bleibt und die geopolitische Lage ungelöst ist, dürften Inflationsdruck und Nachfrage nach sicheren Häfen den Dollar weiter stützen – auf Kosten von Risikowährungen und dem japanischen Yen.

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