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US-Dollar als sicherer Hafen: Nahostkonflikt treibt Devisenmärkte

Eskalation im Nahen Osten befeuert Dollar-Nachfrage und sorgt für massive Flugausfälle weltweit.

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US-Dollar als sicherer Hafen: Nahostkonflikt treibt Devisenmärkte

Der US-Dollar konsolidiert auf erhöhtem Niveau, während die Eskalation des Nahostkonflikts die Energiemärkte erschüttert und Anleger in sichere Häfen treibt. Der Dollar-Index (DXY) notierte am Mittwoch bei 98,995 – nachdem er zuvor den stärksten Stand seit dem 28. November erreicht hatte. Laut der Bank ING hatte der Index am Vortag sogar 99,68 markiert.

Auslöser der Marktturbulenzen sind koordinierte US- und israelische Angriffe auf den Iran sowie die anschließende iranische Vergeltung. Der Konflikt bedroht die Energieflüsse durch die strategisch entscheidende Straße von Hormus, was die Rohölpreise stark nach oben getrieben hat. Die Angst vor einer neuen globalen Inflationswelle wächst.

Analysten äußern jedoch Zweifel, ob Investoren den Dollar über die Marken von 100,00 bis 100,35 treiben werden – die Hochs der vergangenen acht Monate. Eine klare Entspannung bei der Energieversorgung sei dafür Voraussetzung, so die Einschätzung von ING. Entscheidend werde sein, ob die Straße von Hormus zeitnah wieder geöffnet wird und ob Zentralbanken ihre Zinspolitik anpassen.

Zinssenkungserwartungen unter Druck

Die anhaltend hohen Energiepreise könnten die Markterwartungen für zwei Fed-Zinssenkungen in diesem Jahr weiter dämpfen. ING warnt, dass hartnäckiger Preisdruck die Handlungsspielräume der US-Notenbank einengt. Für deutsche Anleger ist das relevant, weil auch die Eurozone betroffen ist: Daten vom Dienstag zeigten eine unerwartet hohe Inflation im Februar – noch vor Beginn des Iran-Konflikts.

EUR/USD notierte 0,1 Prozent höher bei 1,1616, nachdem das Währungspaar zuvor den schwächsten Stand seit Ende November erreicht hatte. ING erwartet eine Unterstützung nahe 1,15, sofern die Wiedereröffnung der Straße von Hormus nur langsam voranschreitet. GBP/USD gewann ebenfalls 0,1 Prozent auf 1,3363, verharrte aber auf dem Tiefstand vom Dezember.

In Asien zeigte sich ein gemischtes Bild: USD/JPY fiel leicht auf 157,47, blieb aber nahe dem 5-Wochen-Hoch. Der chinesische Yuan schwächte sich ab – USD/CNY stieg um 0,2 Prozent auf 6,9128, den vierten Anstieg in Folge. Offizielle PMI-Daten zeigten eine Kontraktion der chinesischen Fabrikaktivität. Der risikosensitive australische Dollar verlor 0,3 Prozent auf 0,7026.

Massive Flugausfälle treffen Reisende weltweit

Parallel zur Unsicherheit an den Finanzmärkten sorgt der Konflikt für erhebliche Störungen im globalen Luftverkehr. Zehntausende Passagiere sind gestrandet, weil zahlreiche Fluggesellschaften Verbindungen zu wichtigen Drehkreuzen wie Dubai, Doha und Abu Dhabi sowie zu Zielen wie Tel Aviv, Beirut, Riad und Bagdad gestrichen haben.

Besonders betroffen ist die Lufthansa-Gruppe: Austrian Airlines und Brussels Airlines haben Flüge nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil und Teheran bis zum 8. März sowie nach Dubai, Abu Dhabi und Larnaca bis zum 6. März ausgesetzt. Air France, KLM und British Airways annullierten Verbindungen nach Riad, Dubai und Tel Aviv für Anfang März. Eine finnische Fluggesellschaft meidet den Luftraum von Irak, Iran, Syrien und Israel und strich Flüge nach Doha und Dubai bis zum 28. März.

Die Auswirkungen reichen weit: Eine nordische Airline verschob die Wiederaufnahme von Tel-Aviv-Flügen von Anfang April auf Mitte Juni. Die Flugpläne werden laufend angepasst, wobei viele Streichungen bis Mitte März oder länger andauern. Für Reisende empfiehlt sich, die aktuellen Hinweise der jeweiligen Fluggesellschaft zu verfolgen.

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