US-Bundesstaaten erzielen über 28 Milliarden Dollar Cannabis-Steuereinnahmen
Ein neuer Bericht zeigt: Legales Marihuana spült Milliarden in US-Staatskassen – 2025 war das bisher erfolgreichste Jahr.

US-Bundesstaaten haben seit dem Start der ersten legalen Cannabismärkte vor über einem Jahrzehnt insgesamt mehr als 28,4 Milliarden US-Dollar an Steuereinnahmen aus dem Verkauf von Marihuana zu Genusszwecken generiert. Das geht aus einem neuen Bericht des Marijuana Policy Project (MPP) hervor, einer der führenden Interessengruppen für die Cannabis-Legalisierung in den USA. Die Zahlen unterstreichen, wie bedeutend der legale Cannabismarkt für die Finanzierung öffentlicher Aufgaben geworden ist.
Besonders bemerkenswert: Allein im Jahr 2025 flossen mehr als 4,5 Milliarden US-Dollar aus dem Verkauf von Cannabis an Erwachsene in die Staatskassen – der bisher höchste Jahreswert seit der Verabschiedung der ersten Legalisierungsgesetze durch die Wähler im Jahr 2012. Damit wurde der bisherige Rekord aus dem Jahr 2024 von 4,4 Milliarden US-Dollar übertroffen.
Kalifornien führt die Rangliste an
Im Jahr 2025 nahmen sieben Bundesstaaten jeweils mehr als 200 Millionen US-Dollar an Cannabis-Steuern ein. Drei davon übertrafen sogar die Marke von einer halben Milliarde Dollar. Spitzenreiter ist Kalifornien mit über einer Milliarde US-Dollar allein im Jahr 2025. Die vollständige Rangliste der Steuereinnahmen pro Bundesstaat für 2025 zeigt die enorme Bandbreite:
- Kalifornien: 1.049.136.426 $
- Illinois: 552.644.272 $
- Michigan: 507.275.129 $
- Washington: 495.814.160 $
- Massachusetts: 290.599.658 $
- Arizona: 246.722.756 $
- Colorado: 220.884.560 $
- Nevada: 157.913.273 $
- New York: 173.363.400 $
- Oregon: 143.680.856 $
- Missouri: 137.437.293 $
- Maryland: 90.396.740 $
- New Jersey: 78.475.863 $
- Montana: 74.570.927 $
- New Mexico: 74.570.927 $
- Connecticut: 41.856.403 $
- Vermont: 29.663.047 $
- Rhode Island: 17.308.477 $
- Delaware: 3.112.599 $ (Verkaufsstart August 2025)
- Minnesota: 2.001.026 $ (Schätzung, Verkaufsstart September 2025)
Der MPP-Bericht weist darauf hin, dass diese Zahlen ausschließlich Steuereinnahmen aus dem Freizeitkonsum von Cannabis umfassen. Nicht berücksichtigt sind Einnahmen aus dem Verkauf von medizinischem Marihuana, Lizenz- und Antragsgebühren für Cannabisunternehmen sowie Einkommenssteuern von Branchenmitarbeitern. Auch Steuerzahlungen an Bundesbehörden und Kommunen sind in der Analyse nicht enthalten.
Cannabis-Steuern überholen in einigen Staaten die Alkoholsteuer
Adam J. Smith, Exekutivdirektor von MPP, ordnet die Zahlen politisch ein: „In einer Zeit, in der der Druck auf die Staatshaushalte wächst, sorgen Steuern auf Cannabis für Erwachsene für Entlastung." Er betont zudem, dass legale Märkte für Erwachsene zu „starken Wirtschaftsmotoren" geworden seien, die landesweit Tausende neuer Arbeitsplätze und Möglichkeiten für kleine Unternehmen schaffen.
Gleichzeitig warnt Smith vor einer zu hohen Steuerbelastung: „Eine Überbesteuerung von legalem Cannabis kann kontraproduktiv sein, da sie die Konsumenten zurück in den unregulierten, unsicheren und unversteuerten illegalen Markt treibt." Dies sei sowohl für die Staatshaushalte als auch für die öffentliche Gesundheit und Sicherheit schädlich.
Laut MPP-Bericht machen Cannabis-Steuern in Staaten mit reifen Märkten oft zwischen 0,25 und 1,5 Prozent des gesamten Staatshaushalts aus. In mehreren Bundesstaaten übersteigen die Einnahmen aus Cannabis-Steuern mittlerweile sogar die Einnahmen aus Alkoholsteuern. Die Mittel wurden für eine Vielzahl öffentlicher Zwecke eingesetzt – darunter Bildung, Schulbau, Wohnungsbau, Straßen, Veteranendienste, Suchtbehandlung und die Tilgung von Vorstrafen im Zusammenhang mit Cannabis.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseErster Umsatzrückgang seit Marktstart
Trotz der Rekordsteuereinnahmen gibt es auch eine Schattenseite: Eine separate Wirtschaftsanalyse von Vangst und Whitney Economics, die ebenfalls im Juni 2026 veröffentlicht wurde, zeigt, dass die Branche im Jahr 2025 erstmals seit dem Start der staatlichen Freizeitcannabismärkte im Jahr 2014 einen Rückgang der nationalen Gesamtverkaufserlöse im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete. Die Steuereinnahmen stiegen also, während die absoluten Umsätze sanken – ein Hinweis darauf, dass Marktreife und Preisdruck die Branche zunehmend prägen.
Smith hebt abschließend auch die gesellschaftliche Dimension der Legalisierung hervor: „Das Ende der Prohibition hat Hunderttausenden von Menschen das Trauma von Verhaftung und Inhaftierung erspart, während Daten zeigen, dass der Cannabiskonsum unter Jugendlichen in den meisten legalen Bundesstaaten tatsächlich zurückgegangen ist."


