US-Börsen uneinheitlich nach schwachen Arbeitsmarktdaten im Juni
Enttäuschende Jobzahlen für Juni lassen Anleger Fed-Zinserhöhung im Juli weniger fürchten – Technologiewerte unter Druck.

Die US-Börsen haben am Donnerstag uneinheitlich geschlossen und damit eine feiertagsbedingt verkürzte Handelswoche beendet. Auslöser war ein deutlich schwächer als erwartet ausgefallener US-Arbeitsmarktbericht für Juni, der Anleger dazu veranlasste, ihre Wetten auf eine baldige Zinserhöhung der Federal Reserve zurückzuschrauben.
Der Dow Jones Industrial Average legte kräftig zu und stieg um 594,83 Punkte oder 1,14 Prozent auf 52.900,07 Zähler. Der S&P 500 hingegen veränderte sich kaum und schloss bei 7.483,24 Punkten. Der technologielastige Nasdaq Composite gab um 207,36 Punkte oder 0,80 Prozent auf 25.832,67 Zähler nach. An der New York Stock Exchange (NYSE) standen vorläufigen Daten zufolge 1.667 Gewinner 1.057 Verlierern gegenüber.
Arbeitsmarkt schwächer als erwartet
Das US-Arbeitsministerium meldete für Juni lediglich 57.000 neu geschaffene Stellen – ein deutlicher Rückgang gegenüber den Erwartungen. Ökonomen, die vom Wall Street Journal befragt worden waren, hatten im Schnitt mit rund 115.000 neuen Jobs gerechnet. Damit wurde nicht einmal die Hälfte des Konsenswertes erreicht. Zudem lag der Wert auch unter dem nach unten revidierten Mai-Ergebnis von 129.000 Stellen.
Mit diesem Ergebnis endete eine dreimonatige Serie, in der die US-Wirtschaft jeweils mehr als 100.000 neue Arbeitsplätze geschaffen hatte. Für Anleger und Ökonomen ist dies ein wichtiges Signal für die Stärke der weltgrößten Volkswirtschaft und die künftige Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve.
Die Arbeitslosenquote sank zwar leicht von 4,3 auf 4,2 Prozent, doch Ökonomen warnten vor einer voreiligen Interpretation dieses Rückgangs. Der Rückgang sei weitgehend darauf zurückzuführen, dass Menschen aus dem Erwerbsleben ausscheiden – und nicht auf einen erstarkenden Arbeitsmarkt. Die Erwerbsquote fiel auf 61,5 Prozent, den niedrigsten Stand seit Anfang 2021.
Fed-Zinserhöhung im Juli unwahrscheinlicher
Die schwachen Jobdaten hatten unmittelbare Auswirkungen auf die Zinserwartungen der Marktteilnehmer. Händler reduzierten ihre Wetten auf eine Zinserhöhung bei der Juli-Sitzung der Fed deutlich. Laut CME Group sank die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Juli auf rund 20 Prozent. Auch die Wahrscheinlichkeit für höhere Zinsen bis zum Jahresende rutschte auf etwa 78 Prozent ab.
Für deutsche Anleger ist die US-Geldpolitik von besonderer Bedeutung, da Entscheidungen der Fed regelmäßig Auswirkungen auf globale Kapitalmärkte, den Euro-Dollar-Kurs und die Bewertung international aufgestellter Unternehmen haben.
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Zur AktienanalyseTechnologiewerte unter besonderem Druck
Neben den Arbeitsmarktdaten belasteten zwei weitere Faktoren insbesondere den Technologiesektor. Ein Kursrutsch bei asiatischen Speicherchipherstellern zog den gesamten Halbleitersektor nach unten: Der PHLX Semiconductor Index verlor 5,4 Prozent. Zusätzlich belastete ein Bloomberg-Bericht über den geplanten Aufbau eines eigenen Cloud-Geschäfts durch Meta Platforms die Stimmung unter Technologiewerten.
Die Divergenz zwischen dem starken Anstieg des Dow Jones und den Verlusten im Nasdaq verdeutlicht, wie unterschiedlich die Sektoren auf das aktuelle Marktumfeld reagieren. Während klassische Industriewerte im Dow von den sinkenden Zinserwartungen profitierten, lasteten sektorspezifische Nachrichten auf den Technologietiteln im Nasdaq.


