US-Börsen steigen: Schwacher Jobbericht dämpft Zinserhöhungsängste
Enttäuschende Arbeitsmarktdaten beruhigen Anleger – Dow, S&P 500 und Nasdaq legen am Donnerstag zu.

Die wichtigsten US-Aktienindizes haben am Donnerstag im frühen Handel zugelegt. Auslöser war ein schwächer als erwartet ausgefallener Arbeitsmarktbericht für den Monat Juni, der die Sorgen der Anleger vor baldigen Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) spürbar dämpfte.
Der Dow Jones Industrial Average, der als Blue-Chip-Index die 30 bedeutendsten börsennotierten US-Unternehmen abbildet, stieg um 0,6 Prozent. Der breiter gefasste Referenzindex S&P 500 legte um 0,5 Prozent zu, während der technologielastige Nasdaq Composite ein Plus von 0,4 Prozent verzeichnete.
Jobdaten weit unter den Erwartungen
Der Kern der Marktbewegung liegt in den enttäuschenden Beschäftigungszahlen: US-Arbeitgeber schufen im Juni lediglich 57.000 neue Stellen. Ökonomen hatten im Vorfeld mit rund 115.000 neuen Jobs gerechnet – die tatsächliche Zahl lag damit um mehr als die Hälfte unter den Prognosen. Das ist eine deutliche Verfehlung der Erwartungen und signalisiert eine spürbare Abkühlung am amerikanischen Arbeitsmarkt.
Für Anleger sind Arbeitsmarktdaten aus den USA von zentraler Bedeutung, da die Federal Reserve ihre Zinsentscheidungen maßgeblich an der Entwicklung von Beschäftigung und Inflation ausrichtet. Ein robuster Arbeitsmarkt erhöht den Druck auf die Fed, die Zinsen anzuheben, um einer möglichen Überhitzung der Wirtschaft entgegenzuwirken. Schwache Jobdaten hingegen reduzieren diesen Druck – und das ist es, was die Märkte am Donnerstag positiv aufnahmen.
Märkte bleiben am Freitag wegen Unabhängigkeitstag geschlossen
Zu beachten ist, dass die US-Börsen am Freitag wegen des amerikanischen Unabhängigkeitstags (Independence Day) geschlossen bleiben. Der Handelstag am Donnerstag war damit der letzte Handelstag der Woche für US-Investoren. Dies kann dazu beitragen, dass Anleger Positionen vor dem langen Wochenende anpassen und die Handelsvolumina entsprechend schwanken.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Privatanleger sind die US-Arbeitsmarktdaten ebenfalls von hoher Relevanz. Die Zinspolitik der Fed beeinflusst nicht nur die Wall Street, sondern wirkt sich über Wechselkurse, globale Kapitalströme und die Stimmung an internationalen Märkten auch auf den DAX und europäische Indizes aus. Steigende US-Zinsen machen US-Anleihen attraktiver und können Kapital aus Schwellenländern und Europa abziehen.
Die Reaktion der Märkte auf den schwachen Jobbericht verdeutlicht einmal mehr das aktuelle Marktparadoxon: Schlechte Wirtschaftsnachrichten werden von Anlegern oft positiv aufgenommen, wenn sie die Erwartung einer weniger restriktiven Geldpolitik stützen. Solange die Zinspolitik der Fed im Fokus der Märkte steht, dürften Arbeitsmarktberichte zu den meistbeachteten Wirtschaftsdaten weltweit zählen.

