US-Börsen steigen: KI-Aktien erholen sich trotz Iran-Spannungen
Nasdaq, Dow Jones und S&P 500 legen deutlich zu, während Ölpreise trotz Trumps Drohung gegen den Iran nachgeben.

Die wichtigsten US-Aktienindizes haben am Donnerstag kräftig zugelegt. Der technologielastige Nasdaq Composite stieg um 1,1 %, der Blue-Chip-Index Dow Jones Industrial Average um 0,9 % und der breite Referenzindex S&P 500 um 0,8 %. Treiber der Erholung waren vor allem KI-bezogene Aktien, die nach den Verlusten des Vortages wieder Boden gutmachten.
Am Mittwoch hatten die drei Hauptindizes noch zwischen 1,6 % und 2,0 % verloren. Auslöser waren eskalierende Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie neue Inflationsdaten, die den Einfluss des Konflikts auf die Preise verdeutlichten. Der Verbraucherpreisindex verzeichnete dabei die höchste jährliche Inflationsrate seit drei Jahren – ein deutliches Signal für die anhaltende Preisdynamik in der US-Wirtschaft.
Ölpreise geben trotz Trump-Drohung nach
Bemerkenswert ist die Reaktion der Ölmärkte: Trotz einer expliziten Drohung von Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social gaben die Rohölpreise nach. Trump schrieb, die USA würden den Iran „heute Abend sehr hart" treffen und dabei „die Insel Charg sowie andere Punkte der Ölinfrastruktur" beschlagnahmen. Dennoch fielen die Futures für West Texas Intermediate (WTI), die US-Referenzsorte für Rohöl, um 0,8 % auf 89,25 US-Dollar pro Barrel. Die globale Benchmark Brent verbilligte sich um 1,0 % auf 92,20 US-Dollar je Barrel.
Für deutsche Anleger und Verbraucher sind diese Entwicklungen besonders relevant, da Ölpreisbewegungen direkte Auswirkungen auf Energiekosten und die Inflation im Euroraum haben können. Die geopolitische Lage rund um den Iran bleibt damit ein zentraler Unsicherheitsfaktor für die globalen Märkte.
Erzeugerpreise über den Erwartungen
Auch auf der Datenseite gab es neue Impulse: Der Erzeugerpreisindex (PPI) zeigte, dass die Großhandelspreise in den USA im Mai im Vergleich zum Vormonat um 1,1 % gestiegen sind. Ökonomen hatten lediglich einen Anstieg von 0,7 % erwartet. Bereinigt um die volatilen Lebensmittel- und Energiepreise fiel der Anstieg mit 0,4 % moderater aus und lag damit unter den Schätzungen von 0,5 %.
Am Anleihemarkt sank die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen auf unter 4,52 %, nach einem Schlussstand von 4,56 % am Mittwoch. Diese Rendite gilt als wichtiger Referenzwert für Hypothekenzinsen und andere Verbraucherkredite – ein Rückgang wirkt sich tendenziell entlastend auf die Kreditkosten aus.
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Zur AktienanalyseOracle-Aktie bricht nach Investitionsankündigung ein
Während sich der Großteil der KI-Aktien erholte, bildete Oracle (ORCL) eine deutliche Ausnahme. Die Aktie des Software- und Cloud-Computing-Konzerns verlor rund 10 % und führte damit die Verliererliste im S&P 500 an. Auslöser war die Meldung, dass Oracle rund 5 Milliarden US-Dollar mehr an Investitionsausgaben gemeldet hatte als von Analysten erwartet. Solche überraschend hohen Kapitalausgaben werden von Investoren häufig kritisch bewertet, da sie kurzfristig die Profitabilität belasten können.
Insgesamt zeigt der Handelstag, wie stark die aktuellen Märkte von zwei gegensätzlichen Kräften geprägt werden: der Hoffnung auf eine Fortsetzung des KI-getriebenen Wachstums auf der einen Seite und den geopolitischen Risiken rund um den Nahen Osten sowie hartnäckigen Inflationsdaten auf der anderen.


