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US-Börsen geschlossen: Asiatische Aktien erholen sich nach Fed-Schwenk

Am Unabhängigkeitstag ruht der US-Handel, doch Futures zeigen nach oben – schwache Jobdaten dämpfen Zinserhöhungserwartungen deutlich.

US-Börsen geschlossen: Asiatische Aktien erholen sich nach Fed-Schwenk

Die US-Börsen bleiben am Freitag aufgrund des Unabhängigkeitstages geschlossen. Dennoch signalisieren die Futures auf die wichtigsten Wall-Street-Indizes eine festere Eröffnung: Um 03:11 Uhr ET notierte der Dow-Future 148 Punkte oder 0,3% höher, der S&P 500-Future kletterte um 30 Punkte oder 0,4%, und der Nasdaq 100-Future legte um 278 Punkte oder 0,9% zu. Auslöser für die positive Stimmung ist ein schwächer als erwartet ausgefallener US-Arbeitsmarktbericht für Juni.

Der Bericht des US-Arbeitsministeriums zeigte, dass der Stellenaufbau im Juni zwar hinter den Erwartungen zurückblieb, die Arbeitslosenquote jedoch auf ein Einjahrestief von 4,2% sank. In Kombination mit Äußerungen des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh, wonach die Inflationsrisiken nachgelassen hätten, sank die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinserhöhung merklich. Analysten der Deutschen Bank betonten, dass die Markteinpreisung für eine Zinserhöhung im Juli von 34% am Dienstag auf nur noch 18% zum US-Handelsschluss am Donnerstag gefallen sei.

„Darüber hinaus sind bis zur Dezember-Sitzung nur noch Zinserhöhungen im Umfang von 30 Basispunkten eingepreist – der niedrigste Wert seit der Fed-Sitzung vor einigen Wochen, als der Dot Plot mit einer restriktiven Tendenz überraschte", fügten die Deutschen-Bank-Analysten hinzu. Für Anleger bedeutet dies mehr Spielraum bei risikobehafteten Anlagen wie Aktien.

Asiatische Märkte profitieren von taubenhaftem Fed-Ausblick

Asiatische Aktien erholten sich am Freitag deutlich, gestützt durch den Stimmungsumschwung bei den Fed-Erwartungen sowie Schnäppchenkäufe bei Technologiewerten. Anleger griffen insbesondere bei Halbleitertiteln wieder zu, nachdem Sorgen über die Nachhaltigkeit massiver Ausgaben für KI-Infrastruktur Anfang der Woche breite Gewinnmitnahmen ausgelöst hatten. Der japanische Nikkei 225 und der STI in Singapur verzeichneten ebenfalls Zuwächse.

Besonders im Fokus stand Samsung Electronics: Die Aktien des südkoreanischen Halbleitergiganten stiegen aufgrund von Berichten, wonach Anthropic – die Muttergesellschaft von Claude Code – Pläne zur Entwicklung eines eigenen KI-Chips in Zusammenarbeit mit Samsung prüft. Dies verhalf dem KOSPI in Südkorea, der in den vorangegangenen zwei Sitzungen Verluste verzeichnet hatte, zu einem spürbaren Auftrieb.

Tesla-Rekordauslieferungen beflügeln chinesische Zulieferer

Auch die Aktien chinesischer Tesla-Zulieferer legten am Freitag kräftig zu. Hintergrund sind starke Auslieferungszahlen des Elektroautoherstellers für das zweite Quartal: Tesla lieferte im Juni-Quartal einen Rekordwert von 480.126 Fahrzeugen aus, unterstützt durch starke Verkäufe in Europa und ein geringfügiges Wachstum in China. Die Autozulieferer Ningbo Xusheng, Ningbo Tuopu und Zhejiang Sanhua stiegen im Handel auf dem chinesischen Festland zwischen 5% und 9%.

Tesla hatte eine Reihe kostengünstigerer Varianten seiner meistverkauften Modelle Model 3 und Model Y eingeführt, was den Absatz stützte. Ein überarbeitetes Model Y kurbelte zudem den Gesamtabsatz der in China produzierten Fahrzeuge an und unterstrich die Rolle Chinas als wichtiges Produktions- und Vertriebszentrum für den Konzern.

Chinas Dienstleistungssektor wächst stärker als erwartet

Aus China kamen weitere positive Signale: Der RatingDog-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor fiel im Juni zwar leicht von 54,4 auf 54,1, übertraf damit aber die Erwartungen von 53,0 deutlich. Ein Wert über 50 signalisiert Wachstum – der chinesische Dienstleistungssektor befindet sich damit seit Januar 2023 ununterbrochen im Expansionsbereich.

Das Neugeschäft nahm zu, wobei sowohl Inlands- als auch Auslandsaufträge stiegen. Besonders hervorzuheben: Die Dienstleistungsexporte wuchsen so schnell wie seit Oktober 2024 nicht mehr. Allerdings führten höhere Inputkosten infolge von Lieferunterbrechungen im Nahen Osten dazu, dass Unternehmen ihre Verkaufspreise zum ersten Mal seit vier Monaten anhoben.

Abseits der Märkte berichtete Bloomberg, dass einige europäische Staats- und Regierungschefs zu der Überzeugung gelangt seien, Gebühren an den Iran und den Oman zahlen zu müssen, damit Schiffe die Straße von Hormus passieren können. Auch einige Beamte der arabischen Golfstaaten sollen demnach der Meinung sein, dass eine Art Servicegebühr für die Nutzung der lebenswichtigen Wasserstraße erhoben werde – wenngleich dies keine offizielle Position darstelle.

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