US-Bohranlagen steigen zweite Woche in Folge auf April-Hoch
Die Gesamtzahl der US-Öl- und Gasbohranlagen kletterte auf 547 – der höchste Stand seit Anfang April.

US-Energieunternehmen haben die Zahl ihrer aktiven Öl- und Gasbohranlagen erneut erhöht. Laut aktuellen Daten des Energiedienstleisters Baker Hughes vom Freitag stieg die Gesamtzahl der Bohranlagen in der Woche bis zum 1. Mai um drei auf insgesamt 547. Das ist der höchste Stand seit Anfang April.
Bemerkenswert ist dabei, dass dies der erste Anstieg in zwei aufeinanderfolgenden Wochen seit Mitte März darstellt. Zuletzt war eine solche Dynamik – also zwei Wochen mit Zuwächsen in Folge – nicht zu beobachten gewesen. Der aktuelle Trend deutet damit auf eine leichte Belebung der Bohraktivitäten hin.
Alle Segmente legen zu
Im Detail zeigt sich ein breites Wachstum über alle Kategorien hinweg. Die Zahl der Ölbohranlagen stieg um eins auf 408 – der höchste Wert seit Mitte April. Die Gasbohranlagen erhöhten sich ebenfalls um eins auf 130, was den höchsten Stand seit Anfang April markiert. Darüber hinaus nahm die Anzahl der sonstigen Bohranlagen um eins auf neun zu.
Die Bohranlagenzahl gilt in der Energiebranche als wichtiger Frühindikator für die künftige Öl- und Gasförderung. Steigt die Zahl der aktiven Anlagen, deutet dies in der Regel auf eine höhere Produktion in den kommenden Wochen und Monaten hin – und umgekehrt.
Langfristiger Rückgang bleibt das Bild
Trotz der jüngsten Erholung bleibt das Gesamtbild gedämpft. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum liegt die Gesamtzahl der Bohranlagen laut Baker Hughes noch immer um 37 Anlagen oder 6% niedriger. Der langfristige Trend zeigt klar nach unten: Im Jahr 2025 sank die Zahl der Bohranlagen um 7%, im Jahr 2024 um 5% und im Jahr 2023 sogar um 20%.
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Zur AktienanalyseAls wesentlicher Grund für diesen anhaltenden Rückgang gelten niedrigere Ölpreise. Diese haben dazu geführt, dass US-Energieunternehmen ihre Prioritäten verschoben haben: Statt die Produktion auszuweiten, räumen sie Aktionärsrenditen und dem Schuldenabbau den Vorrang ein. Diese Strategie spiegelt eine branchenweite Disziplin wider, die sich seit dem Ölpreiseinbruch der Vorjahre etabliert hat.
Für deutsche Anleger und Energiemarktbeobachter sind die Baker-Hughes-Daten ein wöchentlich beachteter Indikator. Sie geben Aufschluss über die Investitionsbereitschaft der US-Ölindustrie und können Rückschlüsse auf die mittelfristige Angebotsentwicklung am globalen Ölmarkt ermöglichen – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Energiepreise weltweit.


